Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Burg fest in der Hand der Harleys
Lokales Ostholstein Burg fest in der Hand der Harleys
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 27.08.2016
Sehen und gesehen werden: Auf dem Laufsteg der Eitelkeiten legen manche Harley-Fahrer einen glänzenden Auftritt hin. Quelle: Fotos: Gerd-J. Schwennsen

Burg a. F. Schwere Maschinen, rockige Musik, zu mitternächtlicher Stunde sogar nackte Haut. Ein Hauch von „Born to be wild“ erfasst die Insel Fehmarn. Weit über 1000 knatternde Motoren dröhnen in der Inselmetropole. Und trotzdem herrscht in der Burger Altstadt garantiert friedliche Stimmung. Wenn einmal im Jahr die Harleys die Sonneninsel Fehmarn erobern, gewinnt ihr Event fast schon familiären Charakter. So manche sind seit nunmehr 23 Jahren dabei – und kommen immer wieder.

Zur Galerie
Event mit Power: „23. Fehmarn-Days of American Bikes“ – So viel Andrang gab es wohl noch nie – Weit über 1000 schwere Maschinen erobern die Altstadt – Inselrundfahrt wird zur logistischen Meisterleistung.

Dabei stand dieses Event vor Jahren fast schon vorm Aus. 1998 machte Peter Wolf, der fünf Jahre lang versucht hatte mit der „Gastrogemeinschaft Fehmarn“ durch diese Veranstaltung die Nebensaison zu beleben, endgültig Schluss. Die damalige Stadt Burg strich obendrein die Zuschüsse.

„Das Harley-Treffen darf nicht sterben“, muckte daraufhin Susanne „Susi“ Skerra, Chefin vom traditionsreichen „Hotel Wisser“ und selbst passionierte Harley-Fahrerin, auf und wagte mit Rolf Niehuesbernd 1999 einen Neuanfang. Mit anhaltendem Erfolg.

Doch wie sich die Zeiten ändern. Erstens: Diesmal gibt’s für die Harley-Fahrer mit den Kitern am Burger Südstrand sogar eine Konkurrenz – aber keine echte. „Das sind zwei ganz unterschiedliche Zielgruppen“, betont Tourismusdirektor Oliver Behncke. Und zweitens: Seit einigen Jahren trägt das Event in Burg den Titel „Fehmarn-Days of American Bikes“. Denn die Marke „Harley“ setzt auf eigene Events. Die Fehmaraner gehen einem großen und vermutlich teuren Namenstreit jedoch lieber aus dem Weg.

Doch das trübt die Stimmung keineswegs, sondern schweißt die Gemeinschaft eher noch mehr zusammen. Schließlich haben einige schon anderes Ungemach überwunden. Susi Skerra: „Die vor ein paar Jahren noch mit Knöllchen verschreckt wurden, sind inzwischen in Burg auch wieder dabei.“

Zwei Tage lang wird die Burger Innenstadt sogar ganz für den Durchgangsverkehr gesperrt. Weite Teile sind autofrei. Das ist auch notwendig, denn gestern Nachmittag ist die Stadt buchstäblich dicht.

„Ein Wahnsinn!“ staunt selbst Susi Skerra. Die Ordner suchen jede Lücke, um die eintreffenden Harleys überhaupt unterzubringen. Selbst die Zufahrtstraßen werden genutzt. Das ist rekordverdächtig – aber irgendwann wird nicht mehr richtig gezählt.

„Leise ist Scheiße!“, atmet ein Fahrer auf, der endlich am Ziel ist. Nein, er flucht nicht. Dieser Spruch schmückt lediglich sein T-Shirt. „Ein Event mit Power“, jubelt Skerra. Der Start zur großen Inselrundfahrt am späteren Nachmittag wird für Veranstalter und Polizei eine logistische Meisterleistung.

Nach der heißen Nacht mit rockiger Musik und der schon legendären mitternächtlichen „Girl & Man Strip“-Show auf dem Burger Marktplatz sowie „Open end“ danach in den Kneipen bis tief in die Nacht geht es heute zunächst besinnlich weiter. Um 11 Uhr beginnt der traditionelle Biker-Gottesdienst mit Pastor Bertolt Kark-Carlson und Gospelchor im Festzelt.

Wer als Frühaufsteher nach der langen Nacht schon wieder Lust verspürt: Angeboten wird zum Auftakt des Sonntags zudem eine kleine Ausfahrt bis zur „Aalkate“ nach Lemkenhafen. Auch wenn sich die Harley-Fahrer heute nach und nach wieder von der Sonneninsel verabschieden, pulsiert das Leben auf dem Burger Marktplatz noch weiter. Zwei Live-Auftritte sind eingeplant: Ab 12 Uhr spielt die Band „Silvershadows“. Und ab 16 Uhr erobern zum Finale „Miss Laureen Marie & The Halebops“ die Bühne.

Verkehrssperrung in Burg

Die Innenstadt von Burg wird auch am heutigen Sonntag für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Polizei

bittet daher die Verkehrsteilnehmer, die nicht zum Harley-Treffen wollen, den Ort nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren.

Für die Besucher vom „Kitesurf World Cup“ in Burgtiefe sind eine empfohlene Anfahrtsroute (1. Abfahrt B 207 über Blieschendorf) sowie sowie Parkflächen ausgeschildert. Es ist aber mit erhöhten Wartezeiten zu rechnen.

Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Ostholstein Heiligenhafen - Die Ostsee tanzt

Turniere der Spitzenklasse in Heiligenhafen.

27.08.2016

Nur noch heute: Armin Mueller-Stahl auf Fehmarn.

27.08.2016

Die Hospizinitiativen Eutin und Plön starten wieder mit einer gemeinsamen Trauergruppe. Angesprochen sind Trauernde jeden Alters und jeder Konfession, um gemeinsam den Weg zurück ins Leben zu finden.

27.08.2016
Anzeige