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Burgs alter Bahnhof wird abgerissen

Fehmarn/Großenbrode Burgs alter Bahnhof wird abgerissen

Für viele Fehmaraner ist es ein Herzstück der Inselgeschichte im 20. Jahrhundert. Doch vom alten Burger Bahnhof ist nur noch das historische Gebäude geblieben. Gebaut wird nun ein Wohnhaus mit acht Einheiten.

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Seit 1905 war hier der „Hauptbahnhof“ Burg, zuletzt eine Gaststätte: Jetzt kommt der Abrissbagger.

Quelle: Fotos: Gjs

Burg a. F. Jahrzehntelang trafen sich dort Vereine und Verbände, es fanden im Gastraum unzählige Familienfeiern statt. Jetzt muss die Gaststätte „Ton olen Bahnhof“ einem modernen neuen Wohnhaus mit acht Einheiten weichen. Es ist ein markanter Einschnitt in das historische Stadtbild. „Aber der alte Bahnhof stand nicht unter Denkmalschutz“, bestätigt Bürgermeister Jörg Weber (SPD).

LN-Bild

Historisches Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz – Gebaut wird Wohnhaus mit acht Einheiten.

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Ursprünglich sollte das Gebäude umgebaut werden. Doch das gab die Bausubstanz offenbar nicht mehr her. In Kürze rücken die Abrissbagger an. Vor allem viele ältere, der Heimatgeschichte verbundene Insulaner nutzen bis dahin die allerletzte Chance für einen Schnappschuss.

Am Burger Stadtpark verschwindet mit dem alten Bahnhof ein Zeugnis aus Fehmarns Verkehrsgeschichte. Es war im September 1905, als auf der Insel der lang gehegte Eisenbahn-Traum wahr wurde. Feierlich wurde die Strecke Fehmarnsund–Orth eröffnet – als krönender Abschluss des nunmehr 71 Kilometer langen Streckennetzes der Kreis Oldenburger Eisenbahn-Aktiengesellschaft (KOE).

Erst zwei Jahre zuvor hatte die Privatbahn eine Stichbahn von Lütjenbrode nach Großenbroder Fähre bauen lassen. Von dort aus nahm gleichzeitig das neue eingleisige Fährschiff „Fehmarnsund“ die Fahrt über den Sund auf. Noch endete der Schienenstrang in der Fährstation Fehmarnsund. Pferdefuhrwerke sorgten von dort aus für die Weiterbeförderung von Passagieren und Gütern.

Es folgte schon wenige Jahre später ein rasanter Aufschwung. Allerdings: Als am 1. Mai 1904 der Bahnbau auf Fehmarn begann, gab es nicht nur Zustimmung, sondern zunächst auch einigen Widerstand. 21 Kilometer Streckengleis über Burg, Landkirchen, Altjellingsdorf, Lemkendorf und Petersdorf bis Orth mussten verlegt werden, dazu zwölf Kilometer Bahnhofsgleise. Gleichzeitig ließ die KOE elf Bahnhofsbauten und Werkstattgebäude erreichten. Nach 16-monatiger Bauzeit wurde die Strecke bahnpolizeilich abgenommen.

Am 8. September 1905 begann der regelmäßige Zugverkehr. Der erste Fahrplan sah täglich vier Abfahrten von Burg in Richtung Heiligenhafen und Orth vor. 120 Passagiere wurden im Schnitt pro Tag befördert – weit mehr als erhofft.

Vor allem der Güterverkehr entwickelte sich zum Renner. Kein Wunder: Denn neben Burgstaaken war auch der erst 1881 gebaute Hafen Orth ein wichtiger Umschlagplatz. Die KOE, deren Kürzel im Volksmund – so Buchautor und Ex-Stadtarchivar Karl-Wilhelm Klahn – oft schmunzelnd mit „Komme ohne Eile“ übersetzt wurde, verhalf Fehmarn zum starken wirtschaftlichen Aufschwung.

Mit der Vogelfluglinie kam das Aus für den „Hauptbahnhof“ Burg. Die Züge fuhren ab 1963 über den Sund direkt nach Puttgarden. Als 2010 der neue Regionalbahnhof Burg eröffnet wurde, waren die alten Gleise hinter dem historischen Bahnhof längst verschwunden.

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1954 wurde der Personenverkehr auf der Schienenstrecke Burg–Orth aufgegeben. Der Güterverkehr blieb zunächst noch bestehen.

1963 kam durch die Vogelfluglinie das Aus für die Bahnstrecke Burg–Fehmarnsund. Denn mit Eröffnung von Sundbrücke und Fährverkehr zwischen Puttgarden und Rødby wurden die bisherige Fährverbindung von Großenbroder Fähre nach Gedser sowie die Sundfähre zwischen Fehmarn und dem Festland eingestellt.

1995 wurde die Inselbahn mit dem Ende des Güterverkehrs zwischen Burg und Landkirchen endgültig eingestellt. Der „Hauptbahnhof Burg“ war nur noch Nostalgie. Auf der ehemaligen Schienentrasse wurde später zwischen Landkirchen und Petersdorf ein Geh- und Radweg gebaut.

 Gerd-J. Schwennsen

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