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Ostholstein „Burn-out ist bei Bauern kein Fremdwort“
Lokales Ostholstein „Burn-out ist bei Bauern kein Fremdwort“
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20:16 14.12.2017
Beschendorf

Der neue Vorstand des Kreisbauernverbandes wurde mit großer Mehrheit gewählt. Ein guter Start?

Zur Person

Lutz Schlünzen aus Nienrade in der Gemeinde Beschendorf ist 60 Jahre alt. Schlünzen ist Gemeindevertreter und gehört auch der Synode des Kirchenkreises Ostholstein an. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder sowie fünf Enkel.

Lutz Schlünzen: Ja, besser geht es überhaupt nicht.

Sie arbeiten schon lange im Vorstand mit. Was sind Ihre ersten Aufgaben?

Zum einen blicken wir mit Sorge auf die aktuelle Witterung, die wir nicht beeinflussen können. Dafür bringen wir uns bei Themen wie dem Landfraß bei der Schienenanbindung zur festen Beltquerung und der 380-Kilovolt-Ostküstenleitung aktiv mit ein.

Welche Themen drücken noch?

Wir müssen wieder mehr Akzeptanz in der Bevölkerung erlangen. Wir müssen uns fragen, was sich ändern muss. Viele Menschen haben keine Beziehung mehr zur Landwirtschaft. Das Essen kommt von Lidl und Aldi. Der Kunde fordert beste Qualität zum Niedrigpreis.

Ein Widerspruch in sich?

Natürlich. Wir müssen wieder mit den Menschen ins Gespräch kommen, sie für die Situation der Landwirte sensibilisieren. Aber auch wir müssen uns anpassen. Wir gehen auch neue Wege mit. Aber wir müssen davon auch leben können, das ist klar.

Es ist immer die Rede von einem Strukturwandel. Wie macht sich der bemerkbar?

Nehmen Sie nur die Düngemittelverordnung. Das kostet allein in der Planung jährlich 1000 Euro und viel Zeit. Das können Kleinbetriebe gar nicht mehr leisten. Das bringt uns zu einem Folgeproblem.

Welches meinen Sie?

Der Bedarf an Seelsorge für Landwirte wächst. Burn-out ist auch für uns kein Fremdwort mehr. Der Stress ist da – die Existenzangst ist bei vielen spürbar.

Gibt es positive Botschaften?

Die Preise für Milch sind derzeit okay. Die Schweinepreise waren zuletzt auch in Ordnung. Ganz anders die Situation beim Getreide. Hier sind die Preise weiterhin im Keller. Zu aller Verunsicherung kommt dann ja noch die Veränderung in der Politik.

Das müssen Sie erläutern . . .

Wir haben mit Robert Habeck von den Grünen einen Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, den es nach Berlin zieht. Auch da stellt sich die Frage: Was kommt danach?

Gespräch: Peter Mantik

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