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Bye-bye Bäderbahn

Ostholstein Bye-bye Bäderbahn

Aus wirtschaftlichen Gründen werden die Strecke und die Bahnhöfe der alten Bäderbahn zwischen Bad Schwartau und Neustadt aufgelöst, verkündete Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Denn die Deutsche Bahn baut eine neue Schienenanbindung zur Beltquerung.

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Die Strecke der Bäderbahn endet in Neustadt. Nur ein Waggon fährt über Lensahn und Oldenburg weiter bis nach Fehmarn.

Eutin. Die führt von Lübeck um die Bäderorte Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Haffkrug an der A 1 vorbei bis nach Puttgarden auf Fehmarn. Die Bahn geht davon aus, dass die neue Schienenanbindung nicht vor 2028 fertig sein wird. Zumindest so lange rollt noch die Bäderbahn.

LN-Bild

Aus wirtschaftlichen Gründen werden die Strecke und die Bahnhöfe der alten Bäderbahn zwischen Bad Schwartau und Neustadt aufgelöst, verkündete Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Denn die Deutsche Bahn baut eine neue Schienenanbindung zur Beltquerung.

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Die LN haben sich auf der historischen Route einmal umgeschaut. Donnerstag, kurz vor 10 Uhr, in der Bäderbahn auf der Strecke zwischen Bad Schwartau und Neustadt: Es sind viele Berufspendler, einzelne Touristen und eine Schulklasse mit ihr unterwegs. Ganz vorne im Abteil sitzt Sven Steinbach. Er ist einer von vielen Berufspendlern, die auf die Bäderbahnstrecke angewiesen sind. Der 41-jährige Goldankäufer pendelt täglich von Scharbeutz nach Neustadt. „Als alleinerziehender Vater kann ich mir kein Auto leisten“, sagt er. Wenn der Bahnhof außerhalb von Scharbeutz an die A 1 verlegt wird, kommt er nur schlecht zur Arbeit.

Wirtschaftsminister Buchholz hat als Ersatz für die direkte Zugverbindung zwischen den Badeorten autonom und emissionsarm fahrende Shuttle-Busse zwischen Ratekau und dem Hansa-Park angekündigt (die LN berichteten). Pendler Steinbach steht dem jedoch skeptisch gegenüber: „Busse sind nie pünktlich, dann fahre ich lieber mit dem Fahrrad.“ Bahnfahrer Martin Hrnko sieht das ähnlich: „Wenn der Zug zu spät kommt, wartet mein Anschlussbus nicht auf mich.“ Der 33-Jährige fährt wochentags direkt von Lübeck nach Timmendorfer Strand. Dort arbeitet er in einem Restaurant. Bei der neuen Streckenplanung müsste er in Ratekau in einen der modernen Shuttle-Busse umsteigen.

Hannelore Pein (64) fährt häufig mit der Bäderbahn von Lübeck nach Neustadt, um ihre Enkel zu besuchen. „Der Bahnhof sollte schon da sein, wo das Wasser ist“, sagt sie. In einen autonom fahrenden Bus würde sie nur ungern einsteigen: „Auch Computer können Fehler machen.“

Schnelle Verbindungen nach Hamburg

Doch es gibt auch Befürworter für eine schnelle Umfahrung der Bäderorte mit modernen Zügen. Ute Steen etwa. Sie fährt täglich mit Umstieg in Neustadt von Grömitz nach Hamburg, weil sie dort ein Modegeschäft betreibt. Über zwei Stunden braucht sie pro Strecke. „Für Pendler nach Hamburg ist die Bäderbahn eine Katastrophe“, sagt die 59-Jährige. Im Sommer, wenn viele Touristen ans Meer wollen, verpasst sie mindestens einmal die Woche ihren Anschlusszug in Lübeck. Mit der neuen Strecke könnte ihr Problem gelöst werden: Steen fährt dann stündlich direkt von Neustadt bis Hamburg, ohne an jedem Badeort zu halten. So plant es die Bahn.

„Kann man nicht beide Bahnstrecken behalten?“, fragt sich die 19-jährige Olivia Birmes. Sie ist auf dem Weg zu ihrer Mutter nach Heiligenhafen. Birmes habe viele Freunde in Lübeck, die mal eben mit der Bahn an den Strand fahren.

Aus touristischer Sicht sei der Abschied von der Bäderbahn negativ zu bewerten, sagt Tourismuschef Joachim Nitz aus Timmendorfer Strand: „Tages- und Übernachtungsgäste an der Lübecker Bucht wollen eine direkte Verbindung ans Meer, und nicht drei Mal umsteigen.“ Volker Owerien (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Scharbeutz, sieht bei den neuen Plänen einen Vorteil: Drei Bahnübergänge innerhalb Haffkrugs fielen damit weg, was städtebauliche Vorteile mit sich bringe. Es gebe aber auch Bedenken hinsichtlich der Neubaustrecke. So gehe aus einem Gutachten der Bahn AG und des Kreises Ostholstein hervor, dass 30 bis 50 Prozent der Bahnnutzer bei einer Verlegung der Bahnhöfe gar nicht mehr mit der Bahn fahren.

 Von Saskia Bücker

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