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Ostholstein CDU-Vertreter zweifeln an LGS-Zahlen
Lokales Ostholstein CDU-Vertreter zweifeln an LGS-Zahlen
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22:13 10.11.2016

Sie waren im Hauptausschuss die schärfsten Kritiker: Gremium-Vorsitzender und CDU-Fraktionschef Matthias Rachfahl und Parteikollege Heiko Godow haderten mit den von der Geschäftsführung der Landesgartenschau-Gesellschaft vorgelegten Zahlen. 3,44 Millionen Euro Minus hat die vorläufige wirtschaftliche Auswertung der LGS ergeben. „Eine Summe, über die man nicht einfach hinweggehen kann, sondern die auf den Prüfstand muss“, bekräftigte Matthias Rachfahl gestern. Er erwarte, dass das Defizit dezidiert Posten für Posten aufgeschlüsselt werde.

„Die Aufwendungen für die LGS sind von Beginn der Planung bis zu ihrer Eröffnung gestiegen, für Wachdienst, Ausschreibungen, durch das Monopol des Caterers“, sagte Rachfahl. Die Stadt habe finanziell nachlegen müssen. 6,8 Millionen Euro gab es als Startkapital, dann wurde auf 8,9 Millionen Euro aufgestockt, kurz vor Beginn der LGS musste die Stadt nochmals 460000 Euro als Darlehen gewähren. Die Ertragsseite habe sich aber nicht im gleichen Maß entwickelt, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Denn die LGS ist bei den Besucherzahlen weit unter den von der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH geweckten Erwartungen geblieben (wir berichteten). Wie 6,81 Millionen Euro Einnahmen (nach ursprünglicher Planung) mit 700000 Besuchen und tatsächlich erzielte 4,3 Millionen Euro mit 500000 Besuchen in Einklang zu bringen sind, verleitete Rachfahl im Hauptausschuss zu der Aussage:

„Jeder, der A und B zusammenrechnet, merkt, dass da was nicht stimmen kann.“

Heiko Godow sprach von „schön gelogenen Listen“ und sagte: „Ich will die Wahrheit.“ Die LGS-Gesellschaft sei nicht „irgendeine Würstchenbude“, sondern eine 100-prozentige Tochter der Stadt Eutin. Er habe zwei Fragen: Wie hoch die Anzahl der ausgegebenen Sponsorentickets sei und welche Sponsorengelder gegengerechnet worden seien, außerdem wie viele Tickets an Künstler ausgegeben worden seien.

„Ich würde mich nicht über 500 aufregen, aber ich glaube, es ist eine schädliche Summe.“

Heiko Godow erinnerte daran, dass er damals dagegen gewesen sei, die Posten der LGS-Geschäftsführer „aus eigenem Bestand“ zu besetzen. „Wir hätten jemanden holen sollen, der das kann und das nicht teilzeitmäßig macht“, sagte er, „dann hätten wir jetzt einen Hintern, in den wir treten könnten.“ Die Mehrheit hätte das aber damals anders gesehen. Er wolle sich über Realitäten unterhalten.

„Entweder kommt heraus, dass die Startprognose völlig daneben gewesen ist oder bei der LGS haben einzelne Bereiche gar nicht funktioniert.“

Matthias Rachfahl will auch über Verantwortlichkeiten sprechen. „Wenn ich Profis anstelle, dann erwarte ich auch professionelle Arbeit. Meiner Meinung nach sind ein oder zwei Kardinalfehler begangen worden.“

ben

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