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Ostholstein CDU Wangels: Austritte wegen Windkraft-Plänen
Lokales Ostholstein CDU Wangels: Austritte wegen Windkraft-Plänen
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20:32 16.03.2016

Was steckt hinter den Austritten aus der Wangelser CDU? Bürgermeister Eckhard Klodt und Eckhard de Kathen haben ihrer bisherigen Fraktion den Rücken gekehrt und sitzen nun als Parteilose in der Gemeindevertretung. „Unrecht wird bei mir nicht zu Recht“, schickt Klodt Kritik in Richtung seiner ehemaligen Parteikollegen. Vorrangiger Auslöser für den Bruch waren offenbar Unstimmigkeiten bei der Windkraft-Planung der Gemeinde — so viel bestätigen beide Seiten. Zu den konkreten Hintergründen halten sich jedoch alle Beteiligten bedeckt, begründen ihr Schweigen mit „datenschutzrechtlichen Kriterien“.

„Es war die richtige Entscheidung. Unrecht wird bei mir kein Recht.“Eckhard Klodt über seinen CDU-Austritt

In der Gemeinde kursieren Gerüchte, dass CDU-Mitglieder versucht haben sollen, ein Gutachten zu Eignungsflächen für Windmühlen zu beeinflussen. Fakt ist: Beim Land laufen Genehmigungsverfahren für diverse Windmühlen im Gemeindegebiet. Fakt ist weiter: Es gab Kontakt einzelner Christdemokraten mit der Planerin und die Gemeinde hat das zuständige Planungsbüro inzwischen gewechselt. Bürgermeister Klodt spricht von einem „Vertrauensbruch“. Ob sein Austritt aus der CDU damit zusammenhänge? „Das könnte sein“, antwortete Klodt dem Fragesteller in der jüngsten Sitzung.

Auch CDU-Fraktionschef Sebastian Graf von Platen-Hallermund beruft sich auf Vertragsangelegenheiten, weshalb er sich nicht weiter zu den Gründen für den Planer- Wechsel äußern dürfe. „Wenn wir anfangen, nichtöffentliche Themen auszuplaudern, sind wir nicht mehr seriös“, sagt er auf LN-Anfrage. In den Reihen der CDU-Fraktion sei jedoch „nicht verwerflich gehandelt“ worden, beteuert er.

Planungsprozesse wie im aktuellen Fall würden ohnehin von Fachleuten der Amtsverwaltung begleitet, die dafür Sorge trügen, dass alles seine Richtigkeit habe. Entsprechend habe es keinen Grund gegeben, den Vorfall intern weiter zu verfolgen oder innerhalb der Fraktion irgendwelche Konsequenzen daraus zu ziehen.

Den Austritt des Bürgermeisters aus der Fraktion bedauere er sehr, so Platen-Hallermund, aber die Entscheidung müsse er akzeptieren. Er gehe jedoch davon aus, „dass wir auch weiterhin gut und konstruktiv zusammenarbeiten werden“, so der Fraktionsvorsitzende.

Darauf hofft auch Klodt selbst, wie er sagt. Sein Schritt sei aber die richtige Entscheidung gewesen, ist er überzeugt, „ich fühle mich wohl als Parteiloser“. Ihm gehe es „um die Gemeinde und ihre Einwohner“, betont er, jetzt könne er „ganz allein nach dem eigenen Gewissen entscheiden“.

De Kathen wertet seine zukünftige Unabhängigkeit bei Abstimmungen ebenfalls als Vorteil. Der Linie der CDU-Fraktion habe er „nicht mehr folgen können“, sagt der Gemeindevertreter, der nach eigenen Angaben „aus den gleichen Gründen wie der Bürgermeister“ aus der Partei ausgetreten ist.

Der betont vor allem, dass er die Einwohner bei der Windkraft-Planung mit ins Boot holen will. So sollen potenzielle Eignungsflächen in einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden, ehe eine politische Entscheidung fällt (die LN berichteten). „Wir haben nicht nur Befürworter, sondern auch Windkraft- Gegner“, sagt Klodt. Umso wichtiger sei es, „sich nicht angreifbar zu machen“, fügt er mit Blick auf sein abgelegtes Parteibuch hinzu.

Von Jennifer Binder

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