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Ostholstein Café Schröder schließt nach 103 Jahren
Lokales Ostholstein Café Schröder schließt nach 103 Jahren
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20:21 15.12.2015
Mit einem weihnachtlichen Blumenstrauß bedankten sich bei Gisela Schröder (vorne) im Namen der Pansdorfer Bingo-Gruppe Ingrid Rath (von links), Norbert Zimmermann, Irmgard Bartholomé, Helmut Cornels und Monika Milnikel. Die Spieler treffen sich ab Januar im „Haus zur Eiche“. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Wer im „Café & Konditorei Schröder“ noch einmal die „Pansdorfer Brötchen“ zum Frühstück essen oder leckere Sahnetorte zum Kaffee genießen möchte, muss sich beeilen. Denn am Ende dieses Jahre schließen die Inhaber Gisela (62) und Heinrich (63) Schröder dort für immer die Geschäftstüren. Und was passiert mit dem Grundstück? Gisela Schröder: „Wir gehen in Rente und wissen nicht, was der Käufer damit vorhat. Abgerissen wird das Haus aber nicht.“

Auf jeden Fall geht dann eine Familiengeschichte zu Ende, die am 23. Juli 1912 begann. Damals war es Heinrich Schröder, der Großvater des jetzigen Inhabers, der dort eine Bäckerei gründete. Später übernahm dessen Sohn Willi das Geschäft. Seit 1980 ist wieder ein Heinrich Chef im Laden. Der heutige Inhaber ist Konditormeister, und er hat unzählige Gäste mit seinen Kuchen und Torten verwöhnt.

Nicht selten waren es Familienfeiern, die den Anlass dazu gaben. Aber auch Paare und Einzelpersonen kommen besonders zum Frühstücken und zur Kaffeezeit immer wieder gerne ins Café.

Stammgäste seit 34 Jahren sind die Mitglieder der Bingo-Gruppe Pansdorf unter Federführung des Seniorenrates der Gemeinde Ratekau. Ihr letztes Treffen gestalteten sie als Weihnachtsfeier, und bei der Gelegenheit bedankten sich nicht nur die eifrigen Pansdorfer Spieler, sondern auch die Ratekauer Seniorenrats-Vorsitzende Irmgard Bartholomé aus Sereetz und Helmut Cornels aus Ratekau als Ehrenvorsitzender des Seniorenrates bei der Geschäftsinhaberin Gisela Schröder mit einem weihnachtlichen Blumenstrauß. „Wir sind hier in den vergangenen Jahren immer nett und freundlich aufgenommen worden“, sagte Bartholomé.

Eine Frau der ersten Stunde in der Bingo-Gruppe war die heute 88-jährige Anita Lociks. Sie erinnert sich noch gut an die Gründung der Gruppe, an der Kaufmann Wiggers aus Luschendorf maßgeblichen Anteil hatte. „Damals gab es hier im Dorf für uns Ältere ja kaum Abwechslung, und deshalb waren wir froh, dass wir uns zum Bingo-Spielen treffen konnten“, erzählte Anita Lociks, und weiter: „Das war für uns etwas ganz Neues. Außerdem waren es immer ganz gemütliche Runden.“ Und dabei war es überhaupt nicht wichtig, was gewonnen wurde — und so ist es auch heute noch. Die langjährige Bingo-Spielerin: „Jeder freut sich,wenn er etwas mit nach Hause nehmen kann. Und wenn es eine Rolle Klopapier ist.“ Bei jedem Treffen zahlt jeder Teilnehmer drei Euro. Von dem finanziellen Einsatz werden dann kleine Dinge des täglichen Bedarfs eingekauft und als Preise vergeben. Kaffee, Dosensuppen, Duschgel, Kekse und eben Klopapier-Rollen gehören oftmals dazu.

Die Bingo-Spieler sind die einzige Gruppe, die regelmäßig ins Café Schröder kommt. Sie wird aber nicht heimatlos, sondern zieht ins „Haus zur Eiche“ um. Dort wird weiterhin an jedem zweiten und vierten Montag im Monat — das nächste Mal also am 11. Januar 2016 — gespielt. Die Zusammenkünfte beginnen immer um 15 Uhr. Weitere bingobegeisterte Senioren sind dazu stets willkommen.

„Wir wissen nicht, was der Käufer vorhat. Abgerissen wird das Haus aber nicht.“
Gisela Schröder (62)

Christina Düvell-Veen

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