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Ostholstein Carsharing bis Taxi: Touristiker planen die Mobilität der Zukunft
Lokales Ostholstein Carsharing bis Taxi: Touristiker planen die Mobilität der Zukunft
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22:10 17.03.2016
Beispiel Carsharing-Model: So könnte ein Slogan der Zukunft im ländlichen Raum lauten. Quelle: dpa

In Deutschlands Großstädten, so besagt eine Studie, werden bis zu 70 Prozent der Einwohner bis 2030 keinen eigenen Pkw mehr haben. Diese Prognose nebst aktueller Angebotslage ließen Joachim Gabriel von der Tourismusorganisation Ostseespitze — bestehend aus Heiligenhafen, Wagrien und Großenbrode — aufhorchen.

Heiligenhafen: Joachim Gabriel erläutert, wie Urlauber und Einheimische künftig mobil sein können — Gutachten wird erstellt, Ergebnisse im Herbst.

Die Fragestellung laute: Wie bekommen wir die Urlaubsgäste, die keinen eigenen Pkw mehr haben, zu uns — und wie halten wir sie dann in der Region mobil? Deswegen hat Gabriel Inhalte eines möglichen Mobilitätskonzeptes zusammengefasst. Als er beim Arbeitskreis „Lebensqualität und Soziales“ der Aktivregion sein Projekt in groben Zügen vorstellte, war die Zustimmung groß.

Mittlerweile liegt die bewilligte 50-prozentige Förderung für ein Gutachten (Gesamtkosten: 30000 Euro) vor. Mehr noch: Das Konzept habe Potenzial für ganz Ostholstein.

Gabriel möchte dieses aber nicht allein auf den Tourismus verstanden wissen, sondern in einer 50:50- Gewichtung auch für Einheimische. So weit ist es aber noch nicht. Gabriel führt weiter aus:

„Wir sollten Schritt für Schritt gehen.“ Das für die Umsetzung benötigte Gutachten soll nun in Auftrag gegeben werden, Ergebnisse könnten bis Herbst vorliegen. Erst dann könne es in die konkretere Planung gehen.

Wie eine Teilfinanzierung aussehen könnte, hat Gabriel aber bereits im Hinterkopf. Bei zwei Million Übernachtungen pro Jahr in der Region könnte jeder Gast als eine denkbare Größenordnung und Zahlenbeispiel in der Kurabgabe 50 Cent hierfür leisten, was einen Fördertopf von einer Million Euro ergebe.

Gabriel betont: „Zunächst benötigen wir eine Analyse vorhandener Angebote wie ,Anrufbus‘ und andere, dann Ideen für Zusatzangebote wie beispielsweise ein Carsharing-Model. Und dann müssen wir schauen, wie wir dies alles zusammen bringen.“ Er wolle bewusst alle Anbieter, auch Taxiunternehmer, in sein Mobilitätskonzept integrieren. „Wir wollen keine Konkurrenzsituation, sondern gemeinsam Lösungen finden.“

Landrat Reinhard Sager (CDU) begrüßt den Heiligenhafener Vorstoß, und sagt: „Das Carsharing- Konzept stellt eine gute Alternative zum eigenen Auto dar. Es ist besonders sinnvoll in Städten und für Personen, die nur gelegentlich ihren Pkw benutzen. Es hilft, Stellplätze für Pkw einzusparen und Autos gemeinschaftlich zu nutzen.“

Positive Effekte wären deshalb vor allem in den Tourismusorten entlang der Ostseeküste zu erwarten, aber auch in den Städten des Kreisgebietes. Laut Sager sollten Pkw aber nicht die tragende Rolle spielen — Stichwort CO2-Ausstoß.

Gabriel hakt hier ein, erläutert: „Deswegen wollen wir auch nachhaltige Angebote wie Elektro-Autos schaffen, um eben auch die grüne Welle zu nutzen.“

Sager und Gabriel sind sich auch in einem weiteren Punkt einig. Der Landrat sagt: „Die Herausforderungen im Bereich der Mobilität werden sich nur durch eine intelligente Kombination aller Angebotsformen bewältigen lassen.“

Das Mobilitätskonzept soll auf Sicht nicht in Heiligenhafen enden. Fehmarn, das Ostseeferienland im Grömitzer Raum und sogar die Lübecker Bucht seien laut Gabriel logische Kooperationspartner. Aber bitte „Schritt für Schritt“.

Von Peter Mantik

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