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Carsten Behnk – Ein Jahr Chef in Eutin

Eutin Carsten Behnk – Ein Jahr Chef in Eutin

Der Bürgermeister zieht im Interview Bilanz über das erste Jahr seiner Amtszeit: „Auf diesem Posten muss man mit Gegenwind rechnen“.

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Carsten Behnk

Eutin. LN: Heißt Ihr Traumberuf nach einem Jahr im Amt immer noch Bürgermeister?
Carsten Behnk: Ja. Das macht mir jeden Tag Spaß. Ich hab’ mit allem, was ich hier angetroffen habe, gerechnet – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Worüber ich überrascht bin, das ist die Schlagzahl und die Vehemenz, mit der hier Projekte aufeinander folgen und die hier zu lösen sind. Das ist schon beachtlich.

LN: Nach dem Start als Verwaltungschef haben Sie gleich kräftig Wind von vorn bekommen: die LGS mit viel weniger Gästen als erwartet, der zweite Bürgerentscheid, Gezerre um die Stadtsanierung. In diesen Zusammenhängen gab es häufig persönliche Anfeindungen. Wie gehen Sie mit so etwas um?
Behnk: In gewisser Weise gehören die Attacken zum Job. Vielleicht ist es eine Spezialität in Eutin, dass es hier immer noch eine Nummer härter ist als woanders. Aber vom Grundsatz her muss man das in gewisser Weise abkönnen, denke ich. Wenn man so einen herausgehobenen Posten übernimmt, muss man damit rechnen, dass Gegenwind und Kritik kommen.

LN: Die Kommunikation verbessern: innerhalb der Verwaltung, zwischen ihr und der Selbstverwaltung, in der Stadt. Glauben Sie, dass Ihnen das gelungen ist?
Behnk: Zu großen Teilen ja. Die Kommunikation innerhalb der Verwaltung kann ich als gut bis sehr gut bezeichnen. Wir haben verschiedene Besprechungsrunden, in denen immer wieder Abstimmungen über die verschiedenen Projekte erfolgen. Die Kommunikation nach außen über unsere Pressestelle ist auch prima. Ich bekomme häufig Rückmeldung von Bürgern, dass Arbeit und Dienstleistungen der Stadt sehr gut ankommen. Zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung gibt es verschiedene Formate zum Austausch, auch Ältestenrat und Fraktionsrunden gehören dazu. Ich arbeite daran, dass dieser Austausch gut und besser wird.

LN: Mit welchen Anliegen wenden sich Bürger direkt an Sie?
Behnk: Von A bis Z. Der kleine Gullydeckel oder die nicht geschnittene Hecke des Nachbarn. Es sind Anliegen, die aus der persönlichen Sicht des Menschen durchaus wichtig sind, und vieles ist auch ganz schnell zu beheben.

LN: Für das Jahr eins nach der Landesgartenschau haben Sie auf den Baubeginn der Jugendherberge gesetzt. Noch hat sich am Bauhof aber nichts getan. Wie ist der aktuelle Stand zwischen Stadt und Jugendherbergswerk?
Behnk: Unverändert. Wir sind in Gesprächen. Das Jugendherbergswerk signalisiert uns, dass Eutin mit obenan steht. Gleichwohl ist konkret noch keine Baumaßnahme geplant.

LN: Für die Leitung des Bauamtes ist noch kein Nachfolger gefunden worden. Welche Auswirkungen hat das angesichts der zahlreichen Bauprojekte in der Stadt?
Behnk: Es hat auf die Projekte derzeit keine Auswirkung. Die drei Fachdienste vom Bereich Bauen sind gut besetzt und werden gut geführt. Die Projekte werden zügig abgearbeitet. Ich habe da Vertrauen.

Wir suchen weiter nach einer neuen Leitung, nachdem die erste Vorstellungsrunde zu keinem Erfolg geführt hat. Die Stelle wird nach der Sommerpause erneut ausgeschrieben. Wir suchen zum nächst möglichen Termin. Aber es ist nicht wichtig, zu einem bestimmten Termin jemanden zu bekommen, sondern den richtigen Menschen zu bekommen, der ins Team passt.

LN: In Sachen Verkehrskonzept tritt Eutin anscheinend auf der Stelle. . .
Behnk: Das würde ich nicht sagen. Es ist in Überarbeitung. Wir haben verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben, die einlaufen. Die Abstimmung erfolgt in verschiedenen Ausschüssen, der Mobilitätsbeirat wird eingebunden. Auch die Wirtschaftsvereinigung hat sich mit dem Parkplatzleitsystem eingebracht. Die Frage ist, ob überhaupt noch großer Handlungsbedarf besteht. Es ging ja um einen Verkehrsversuch. Nach vielen Gesprächen, die ich geführt habe, setzt sich eigentlich bei fast allen die Erkenntnis durch, dass wir schon ganz gut sind und nur an bestimmten Stellen drehen und feilen müssen. Denn in der Vergangenheit sind ja schon viele Konzepte durchdacht worden, wie der Verkehr in Eutin am besten zu lenken und zu leiten ist. Das größte Problem ist für mich die Einbindung der Fragen zur Barrierefreiheit und Barrierearmut.

LN: Malentes Bürgermeisterin hat für ihre Gemeinde ein Schulzentrum vorgeschlagen, weil sie nicht in marode Schulen investieren will. Wie stehen Sie zu einer solchen Lösung für Eutin?
Behnk: Jeder Ort muss die Lösung suchen, die für ihn ideal ist. Das Fenster für ein Schulzentrum war vor langer Zeit für Eutin mal offen. Mittlerweile hat sich das längst geschlossen. Bestehende Schulen sind ertüchtigt worden, ich denke da an die Weber- und die Voß-Schule. Für die Wisser-Schule hat man sich überlegt, zunächst die Turnhalle zu bauen. Der Platz am Güterbahnhof ist nicht ideal, aber nach langer Suche als Kompromiss gefunden worden. Nach dem Bau der Halle kann auf dem Gelände der Schule am Berg erweitert werden, so dass der zweite Standort am Kleinen See entfällt. Im Juli vergangenen Jahres ist im Schulausschuss beschlossen worden, an drei Grundschulstandorten festzuhalten. Wenn jetzt im Schulausschuss überlegt wird, an der Blauen Lehmkuhle etwas zusammenzufassen, muss das diskutiert werden.

LN: Was verbuchen Sie nach dem ersten Jahr als Bürgermeister als Erfolg? Wo hätte es besser laufen sollen?
Behnk: Die Landesgartenschau an sich war ein Erfolg. Wir bringen unsere Projekte voran: Die Innenstadtsanierung ist nicht zum Stillstand gekommen und wird weiter vorangetrieben. Wir haben die Reithalle in Angriff genommen, wir sind am Feuerwehrgerätehaus dabei, der Zob wird gebaut. Auf der Fläche des ehemaligen Haus des Gastes kann die Realisierung eines Hotels beginnen. Der Wohnmobilstellplatz kommt. Das sind schon relativ große Schritte, und es bleibt anspruchsvoll. Die Verwaltung sieht sich einer Fülle gleichzeitig ablaufender Großprojekte gegenüber. Besser laufen? Im Ergebnis ist alles so gelaufen, wie wir es als Verwaltung mit der Selbstverwaltung besprochen haben.

LN: Sie sind auch Aufsichtsratsvorsitzender der Landesgartenschau-Gesellschaft. Das im vergangenen November genannte Minus der LGS lag bei 3,44 Millionen Euro. Wann wird es den von vielen erwarteten endgültigen Abschluss geben?
Behnk: Die Bilanz ist in der Endfertigung. Nach der Sommerpause kann der Aufsichtsrat tagen. Danach wird das Ergebnis bekanntgegeben.

  Interview: Ulrike Benthien

Drei Amtszeiten im Visier

Carsten Behnk , parteilos, 50 Jahre alt, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Er wohnt in Groß Meinsdorf. Der Diplom-Verwaltungswirt war vor seinem Wechsel ins Eutiner Rathaus beim Kreis Ostholstein tätig: als Geschäftsführer der Kulturstiftungen und Leiter des Fachdienstes Bildung, Kultur und Sport. Behnk strebt insgesamt drei Amtszeiten als Eutiner Verwaltungschef an.

LN

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