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Ostholstein Chaos in Kellenhusen: Posse um 40-Millionen-Projekt
Lokales Ostholstein Chaos in Kellenhusen: Posse um 40-Millionen-Projekt
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20:33 14.08.2017
So sieht der Plan für die Nordkoppel in Kellenhusen aus: ein Hotel, umgeben von Ferienhäusern. SKIZZE: PLANUNGSBÜRO

Das politische Chaos in Kellenhusen ist perfekt. Das 40-Millionen-Euro-Bauprojekt auf der Nordkoppel – dort sollen Ferienhäuser und ein Hotel realisiert werden – gerät ins politische Stocken. Denn nach aktuellem Stand gilt bei den drei Parteien im Ort: jeder gegen jeden.

Die SPD beantragt einen Bürgerentscheid. Elisabeth Lübker begründet dies wie folgt: „Im Ort geführte Gespräche mit unseren Bürgerinnen und Bürgern erwecken bei uns den Eindruck, dass dieses für Kellenhusen so gewollt ist.“ Für einen solchen Entscheid braucht es eine politische Mehrheit in der Gemeindevertretung und eine Fragestellung, die im Entscheid vom Bürger beantwortet werden muss.

Diese Frage müsse nun formuliert werden.

Doch ob der Vorstoß der SPD von Erfolg gekrönt sein wird, ist fraglich. Denn die Freien Wähler sprechen sich augenblicklich dagegen aus. Nicole Kohlert: „Wie soll die Frage lauten?“ Die Basis für einen Bürgerentscheid sei nicht gegeben. Kohlert weiter: „Aus unserer Sicht ist der angestrebte Bürgerentscheid die Folge einer unzureichenden Informationspolitik der für die bisherige Planung verantwortlichen CDU-Fraktion, aber auch der SPD-Fraktion.“ Die Freien Wähler fordern weiterhin: kein Aparthotel, maximal 50 Ferienhäuser, Kosten für die Infrastruktur müssen durch den Verkaufserlös des Grundstücks gedeckt sein, der Standort soll im Süden Kellenhusens liegen und nicht bei der Nordkoppel.

Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) bleibt entspannt, denn er hat Neuigkeiten. „Es wurde immer gefordert, dass wir ein Vollhotel bekommen und kein Aparthotel. Wir haben jetzt eine Zusage von einem Investor und Betreiber für ein solches Vollhotel.“ Daher könne er den augenblicklichen Kurs der Opposition nicht nachvollziehen. Man werde intern weitere fraktionsübergreifende Gespräche führen müssen. Nebel: „Mehr kann man doch nicht erreichen.“ Was ihn an dem gesamten Prozess irritiert, ist „dass wir seit zwei Jahren alle zusammen in den Planungen stecken und jetzt, wo wir das Ziel vor Augen haben, mit einem Mal auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen“. Nebel gesteht, dass die Politik sich gegenseitig ausbremse. Dennoch ist auch er beim Thema Bürgerentscheid zurückhaltend. „Das ist immer gefährlich“, sagt der Bürgermeister. Er sei aber offen für Gespräche mit den anderen Parteien.

Einen Termin für eine Einwohnerversammlung und für eine Gemeindevertretersitzung gibt es augenblicklich nicht. Die Nordkoppel ist das ein XXL-Projekt. Das neue Gästezentrum ist das zweite noch nicht beschlossene Zukunftsprojekt, das seit zehn Jahren in der Diskussion steht. Kellenhusen bleibt ein spannendes Pflaster, zumal nächstes Jahr die Kommunalwahl ansteht.

Neuigkeiten gibt es auch zum Thema „Befangenheit“ (LN berichteten). Zuerst waren es vier, dann nach Prüfung von Verwaltung, Kreis und Land neun, dann nach Konsultation der Anwälte nur noch zwei der elf Gemeindevertreter.

Das aktuelle Befangenheits-Barometer besagt: es sind wieder vier . . . die CDU ist dreifach betroffen, die Freien Wähler ein Mal.

Peter Mantik

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