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„Christoph 12“ zum Anfassen – Faszination der Luftrettung

Siblin „Christoph 12“ zum Anfassen – Faszination der Luftrettung

Das Geburtstagskind hatte am Freitag frei. Frisch geputzt und festlich dekoriert, präsentierte sich der Rettungshubschrauber in Siblin der großen Gästeschar, die das Jubiläum „40 Jahre Rettungshubschrauber ,Christoph 12’“ feierte.

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Flugleiter Jochen Petersen (von links) erklärte gestern am „Tag der offenen Tür“ in Siblin auch Louis Hamann und Jasper Hartleben die Technik im Rettungshubschrauber „Christoph 12“.

Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Siblin.  Polizeioberrat Ingo Walter von der Bundespolizei versicherte aber: „Der Rettungsdienst im Land wird heute überhaupt nicht beeinträchtigt. Wir haben eine Ersatzmaschine.“

LN-Bild

Große Gästeschar beim 40-jährigen Jubiläum / Tag der offenen Tür ein voller Erfolg.

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„Die Menschen leisten einen unglaublich wichtigen und aufopferungsvollen Dienst.“ Ostholsteins Landrat Reinhard Sager

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der vor Jahrzehnten gestarteten Luftrettung hervor. „Wir sind stolz darauf, dass wir einer von drei Standorten der Luftrettung in Schleswig-Holstein sind.“ Gerade mit Blick auf die touristische Intensität und den demografischen Wandel sei „Christoph 12“ nicht mehr wegzudenken aus dem Kreis. Ein moderner Hubschrauber aber sei lediglich die materielle Grundlage des Rettungsdienstes, so Sager weiter. Das Entscheidende seien die Menschen. Sie leisteten einen „unglaublich wichtigen und aufopferungsvollen Dienst“. Sager erinnerte auch an den Umzug der Station von Eutin nach Siblin in die Gemeinde Ahrensbök im September 2007.

Dazu merkte der Ahrensböker Bürgervorsteher Hans-Joachim Dockweiler an, die Ahrensböker Bevölkerung freue sich immer noch, wenn das „toc, toc, toc“ des Hubschraubers zu hören sei, zeige es doch stets schnelle Hilfe in Notfällen an. Dockweiler wurde sehr persönlich, als er sagte: „Mir selber hat der Rettungshubschrauber in zwei sehr schwierigen Situationen geholfen. Ohne ihn stünde ich jetzt nicht hier.“

Dr. Peer G. Knacke, ärztlicher Leiter der Station und Moderator des Festaktes, war auch gestern mit dem Fahrrad von Eutin nach Siblin gekommen. Schon bei der Eröffnung des neuen Standortes hatte er den Wunsch nach einem Fahrradweg entlang der Landesstraße 184 geäußert. Der wurde größtenteils auch erfüllt. Es fehlt noch das Teilstück zwischen Schwienkuhlen und Klenzau. Dafür aber sei nicht die Gemeinde zuständig, so Dockweiler.

Polizeioberrat Walter versicherte, die Bundespolizei werde mit ihrer Fliegerstaffel Nord auch in Zukunft die Piloten zur Verfügung stellen. „Wir bleiben Christoph 12 treu“, sagte er.

„Es war eine Win-Win-Situation“ beschrieb der private Investor Christian Heine, Geschäftsführer der Helipad GmbH, die Entscheidung, in Siblin einen Hubschrauberlandeplatz anzulegen. „Privatwirtschaft und Kreisverwaltung sind drei Jahre lang für dieses Ziel marschiert, und nur sieben Monate lang wurde gebaut“, blickte er zurück. Die Zusammenarbeit sei „mehr als gut“. Außerdem gebe es keine gegen den Hubschrauber gerichtete Bürgerinitiative, und niemand beklage sich über den Lärm.

Einen 2000-Euro-Scheck und ein I-Pad überreichte Alexander Kühl, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer von „Christoph 12“.

Notfallsanitäterin Esther Timm (56), die seit 1981 in der Luftrettung bei „Christoph 12“ tätig ist, nannte aktuelle Zahlen. In den vergangenen 40 Jahren absolvierte „Christoph 12“ exakt 42864 Einsätze. Sie selber war in 14131 Fällen dabei. Schon beim Festakt warb sie um Spenden für einen Defibrilator, den der junge Ole (10) in Eutin benötigt. Er ist dort auch Mitglied der Jugendfeuerwehr und auf das Gerät angewiesen. Die Krankenkassen aber wollen es nicht finanzieren. „Das Kind muss so versorgt werden, dass es nicht unser Notfallpatient wird“, sagte Timm auch am Nachmittag immer wieder, als sich Besucher am „Tag der offenen Tür“ auf dem Gelände der Luftrettungsstation an der L 184 umsahen. Zu ihnen gehörten Jasper Hartleben (12) aus Lübeck und Louis Hamann (10) aus Dunkelsdorf. Er hat schon seit Jahren den Berufswunsch „Pilot“. Jasper hingegen möchte lieber Polizist werden.

 Christina Düvell-Veen

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