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Community Living stieß auf Wohlwollen

Malente Community Living stieß auf Wohlwollen

Dorfschaftsversammlung Krummsee: 100 Einwohner ließen sich über Pläne für Hängebargshorst informieren.

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„Ruinenlandschaft Bruhnskoppel“nannte ein Zuhörer das ehemalige Berghotel. Seit Jahren tut sich dort gar nichts.

Quelle: Fotos: Dirk Schneider

Malente. -Krummsee. Die Wiederbelebung der ehemaligen Kurklinik Hängebargshorst, der Sachstand rund um die Ruinenlandschaft des Berghotels Bruhnskoppel, der geplante Ausbau der Waldstraße und des Bruhnskoppeler Wegs sowie die Anbindung an die Datenautobahn – das sind nur fünf Themen, mit denen sich die Dorfschaftsversammlung Krummsee am Freitagabend beschäftigte.

LN-Bild

Dorfschaftsversammlung Krummsee: 100 Einwohner ließen sich über Pläne für Hängebargshorst informieren.

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Angesichts der umfassenden Tagesordnung, die Dorfvorsteher Erich Gothe vorbereitet hatte, wurde es eine lange Sitzung im Pflanzencenter Buchwald. Über 100 Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Entwicklungen und Bauvorhaben in unmittelbarer Nachbarschaft zu informieren.

Auf breites, offensichtlich wohlwollendes Interesse stieß dabei die Präsentation des Projektes Hängebargshorst durch den Architekten Tom Krause und Jens Wollschläger, der als Vertreter des eigentlichen Investors Ahmad Djabbari aus Hamburg auftrat und nach dem Vortrag zahlreiche Fragen beantwortete. Zuvor hatte Krause noch einmal die Idee des Community Living vorgestellt. „Wir planen eine Mehrgenerationenwohnanlage mit dem Schwerpunkt Gesundheitsfürsorge“, erklärte Krause. Unter Einbeziehung der jetzt leerstehenden Klinikgebäude soll dafür die gesamte Liegenschaft um ein kleines Dorf erweitert werden. Auf der Fläche zwischen dem bestehenden Komplex und dem Pflanzencenter an der Rövkampallee würden rund um „einen idyllischen Anger“ zwölf Häuser mit bis zu 40 Wohneinheiten geplant, in denen „Jung und Alt unter einem Dach“ leben könnten. In einem zweiten Baugebiet, das „fußläufig erreichbar“ zwischen Rövkampallee und Kellersee liegt und die ehemalige Apartmentanlage der Kureinrichtung beherbergt, sollen elf Doppelhäuser für das gehobene Management des Pflegepersonals entstehen. Dafür müsste die vorhandene, arg herunter gekommene Bebauung abgerissen werden.

Ingesamt würde Krummsee um 200 bis 250 Einwohner wachsen, die zum großen Teil das Dorfleben bereichern würden. Denn beim Community Living handele es sich nicht um eine abgeschlossene Pflegeeinrichtung. Im alten Eingangsbereich entstehe ein Forum und eine Art Marktplatz mit Halle, Speisesaal, Bistro und Geschäftszeile. Das Investitionsvolumen bezifferte Wollschläger auf 37 Millionen Euro. Auf kritische Nachfrage zu Erfahrungen mit Projekten in dieser Größenordnung verwies er auf die fertig gestellte Abu-Zayed-University in den Vereinigten Arabischen Emiraten und das im Bau befindliche Rehberg-Resort im Harz. In St. Andreasberg entstehe ein Luxushotel, das von der Kempinski-Gruppe betrieben werde. Auch für Hängebargshorst würde man bei Zeiten entsprechende Betreiber suchen. Befürchtungen, dass auch Ferienwohnungen oder Zweitwohnungen entstehen könnten, setzte Wollschläger entsprechende Festsetzungen im Bebauungsplan entgegen. Zudem sicherte er zu, dass das landschaftsparkähnliche Gelände rund um dem Peverlingsee erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich bleibe. Als Zeitschiene nannten Wollschläger und Krause: „Wenn die Gemeinde in zwölf Monaten Baurecht schafft, fangen wir gleich an und brauchen etwa 15 bis 18 Monate Bauzeit.“ Die Eröffnung wäre dann im Frühjahr/Sommer 2019. dis

Neuigkeiten zu Ausbaubeiträgen, Internet und Berghotel

Malente-Krummsee In der Dorfschaftsversammlung ging es noch um viele weitere Themen:

Waldstraße: Heftige Diskussionen gab es zu Straßenbaumaßnahmen. Die knapp einen Kilometer lange Waldstraße müsse von Grund auf erneuert werden, erläuterte Bauamtsmitarbeiter Karlheinz Spindler. Laut Regelwerk handele es sich dabei um einen Erstausbau, so dass der Aus- beziehungsweise Neubau umlagefähig und -pflichtig sei. Auf die Anlieger kämen laut Satzung also Ausbaubeiträge in Höhe von 50 Prozent der Kosten zu, die 2008 auf rund eine Million Euro geschätzt worden seien. Mittlerweile dürfte diese Summe aufgrund von Inflation und gestiegenen Auflagen deutlich höher liegen. Die Fragerunde mutierte dann mehr zu einer Grundsatzdebatte: „Warum soll ausgerechnet ich das bezahlen?“ „Da fahren ja auch andere. Wenn ich bezahle, kann ich auch Maut kassieren.“ „Wir kleinen Bürger sind die Melkkühe der Nation.“ Der Hinweis von Spindler, dass die Waldstraße als Durchgangsstraße klassifiziert sei, so dass der Gemeindeanteil, also der Anteil der Allgemeinheit, schon im bewohnten Bereich bei 50 Prozent liege und das im Außenbereich liegende Teilstück auch noch herausgerechnet werde, mochte die Wogen bei einigen Betroffenen nicht zu glätten, so dass Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) eine spezielle Anliegerversammlung anbot, um Detailfragen zu klären.

Bruhnskoppler Weg: Wenig Diskussionsbedarf ergab hingegen der ebenfalls geplante Ausbau des Bruhnskoppeler Wegs/Straße zwischen dem Ortsausgang Krummsee und der Schule Sieversdorf.

Da es sich hier um eine Baumaßnahme im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens handele, werde dieses Vorhaben mit bis zu 53 Prozent aus Mitteln für den landwirtschaftlichen Wegebau gefördert.

Schnelles Internet: Zur Förderung des Breitbandausbaus habe sich die Gemeinde Malente dem Zweckverband angeschlossen, um ein kommunales Glasfasernetz aufzubauen, erläuterte Rönck.

„Wir hoffen, dass Krummsee 2019 am Netz ist.“

Berghotel Bruhnskoppel: Bewegung kommt offenbar in die „Ruinenlandschaft Bruhnskoppel“. Die Projektgruppe wolle das weitere Vorgehen im Planungsausschuss der Gemeinde am 22.

November öffentlich vorstellen, kündigte Spindler an. Aktuell stehe das teilweise entkernte Hotelgebäude leer. Das Grundstück sei eingezäunt und werde von einem Anwohner mit Hund täglich mehrfach bestreift, erklärte Dorfvorsteher Erich Gothe den Sachstand. „Obwohl das Objekt noch bei einem Makler für 68000 Euro ausgewiesen wird, ist es im Moment nicht verkäuflich. Mal sehen, was die Eigentümer jetzt planen.“

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