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Ostholstein DAK-Gesundheitsreport 2013: Weniger Kranke in Ostholstein
Lokales Ostholstein DAK-Gesundheitsreport 2013: Weniger Kranke in Ostholstein
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21:18 10.09.2013
Nils Junker (links) von der DAK-Gesundheit und Heike Steinbach-Thormählen wollen mehr präventive Gesundheitsvorsorge.

In Ostholstein haben sich 2012 weniger Menschen krankschreiben lassen als im Vorjahr. Das geht aus dem diesjährigen Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit hervor, die die Daten ihrer rund 24 000 Mitglieder in den Kreisen Ostholstein und Plön ausgewertet hat. Besonderes Augenmerk legt der DAK-Report dabei auf psychische Erkrankungen, die in den letzten zehn Jahren landesweit stark angestiegen sind. Das Ärztenetz Eutin-Malente sieht Unternehmen sowie kleine und mittlere Betriebe in der Verantwortung, durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement den Krankenstand nachhaltig zu verringern.

39 von 1000 DAK-Versicherten in den Kreisen Ostholstein und Plön haben sich im vergangenen Jahr durchschnittlich krankschreiben lassen. Damit ist der Krankenstand um 0,4 Prozentpunkte gesunken, liegt allerdings noch knapp über dem Landeswert. „Der sinkende Krankenstand in der Region ist ein positives Signal“, kommentierte Nils Junker von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. In den meisten Fällen (27,1 Prozent) sind Muskel-Skelett-Erkrankungen, also Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden oder Knieprobleme die Ursache der Erkrankungen. Zusammen mit psychischen Erkrankungen (17,1 Prozent) und Atemwegserkrankungen (12,9 Prozent) machen sie rund die Hälfte aller Krankheitsursachen aus. Auffallend ist, dass ein erheblicher Anteil der Fehltage wegen Arbeitsunfähigkeit auf eine geringe Zahl chronisch Kranker zurückgeführt werden kann. „Rund vier Prozent der Erkrankungsfälle sind für 46,4 Prozent der Fehltage verantwortlich. Das zeigt, dass man sich früh genug um präventive Maßnahmen bemühen sollte, bevor eine Krankheit zu schwerwiegend wird“, so Junker.

Einen besonderen Fokus legt der DAK-Report auf psychische Erkrankungen der Versicherten. Seit 2000 hat sich die Zahl dieser Erkrankungen in Schleswig-Holstein um 84 Prozent erhöht, bundesweit sogar um 85 Prozent. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose ,chronische Rückenschmerzen‘ arbeitsunfähig gewesen wären“, erläutert Junker den hohen Anstieg. Dabei bleiben psychische Krankheiten trotz der hohen Fallzahlen ein Tabuthema in Betrieben: Fast jeder zweite Beschäftigte würde eine psychische Krankheit vor seinen Arbeitskollegen geheim halten, acht Prozent wollen keinen Kollegen mit einer psychischen Erkrankung haben. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Betriebe und betroffene Mitarbeiter, um das Thema aus der Tabuzone herauszuholen“, sagt Junker.

Heike Steinbach-Thormählen, Geschäftsführerin des Ärztenetzes Eutin-Malente, führt die Zunahme psychischer Erkrankungen auf verschiedene Ursachen zurück: „Arbeitnehmer müssen heutzutage mehr Arbeit in weniger Zeit verrichten, was zu Stress und Überforderung führt. Sie sind einem ständigen Druck ausgesetzt, dazu kommen steigende private Anforderungen wie Kinderbetreuung neben dem Job.“ Besonders in Ostholstein, wo der demografische Wandel besonders gut zu erkennen ist, müsse man darauf achten, auch in zehn Jahren noch leistungsfähige Mitarbeiter zu haben. Deswegen unterstützt das Ärztenetz Eutin-Malente Unternehmen sowie kleine und mittlere Betriebe bei einem gezielten Gesundheitsmanagement, was sich besonders auf Depressionsvorsorge und gesundheitliche Prävention konzentriert. „Wir bieten Gesundheitstage an, bei denen die Arbeitnehmer Workshops, Yoga oder Rückentraining ausprobieren können“, so die Geschäftsführerin. Die Kosten dafür können laut Steinbach-Thormählen zu 80 Prozent aus EU-Fördermitteln finanziert werden. Die ersten Gesundheitstage finden ab Oktober in der Kreismusikschule und an verschiedenen Standorten der Sana-Kliniken statt.

„Man sollte sich früh genug um präventive Maß- nahmen bemühen.“


Nils Junker, DAK-Gesundheit

Hannes Lintschnig

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