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Ostholstein Dänische Marine setzt auf Ausbildung in Neustadt
Lokales Ostholstein Dänische Marine setzt auf Ausbildung in Neustadt
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09:05 15.03.2016
Vor Neustadt wird oft der Ernstfall geprobt: Zum Beispiel bei einer Großübung der Marine (oben), bei der multinationalen Übung „Northern Coasts“ mit simuliertem Feuer an Bord des Schnellbootes „Gepard“ (links) oder beim gemeinsamen Training von Marine, Nato und Feuerwehr (r.). *Fotos: Rosenkötter, Maxwitat, Peyronnet

Das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine (EAZSM) auf dem Neustädter Wieksberg genießt ein hohes internationales Ansehen. Nato-Verbände steuern den Hafen regelmäßig für Übungen an. Zudem gibt es seit nunmehr zwei Jahren einen Austausch mit der Königlichen Dänischen Marine. Diese wird zukünftig all ihre Schiffscrews zur Ausbildung schicken. Beim Marinekommando in Rostock wurde jetzt ein entsprechendes „Tactical Agreement“ zwischen Deutschland und seinem nördlichen Nachbarn unterzeichnet. Anlass war eine Tagung der Marinekommandeure der EU-Staaten der Ostsee. Sie vereinbarten eine deutlich engere Kooperation mit Dänemark und den Baltischen Staaten. Neben Neustadt sind die Standorte Eckernförde und Flensburg-Mürwik betroffen.

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Etwa 250 Besatzungmitglieder sollen den Wieksberg pro Jahr ansteuern — Bürgermeisterin wertet die Kooperation als Signal für Fortbestand des Marinestandorts.

Kapitän zur See Mathias Metz, Kommandeur des EAZSM, spricht von einem Festzurren vertraglicher Regelungen. Unter anderem sei nun klar, wie Versicherungsschäden geregelt und Soldaten untergebracht würden sowie das Berichtswesen zu funktionieren habe. Metz verwundert die Entwicklung keinesfalls. „Die dänische Marine macht einen Teil ihrer Ausbildung multinational“, so Metz. Bislang hätten die Dänen dabei vor allem die Ressourcen der britischen Royal Navy genutzt. Der Weg bis zur Insel sei jedoch sehr weit. Auf dänische Initiative sei es vor etwa 24 Monaten zu einem ersten Austausch gekommen. Anschließend wurde ein Schiff probeweise entsandt.

Mittlerweile stehe fest, dass jährlich zwei Schiffe mit etwa 120 bis 130 Besatzungsmitgliedern nach Neustadt kommen sollen. Bei der Tagung der Marinekommandeure wurde festgelegt, dass die dänische Flotte zukünftig am EAZSM die Bewältigung von Gefahrensituationen trainiert. Leckabwehr, Brandbekämpfung, Treffer von Minen oder Notfälle sollen die dänischen Soldaten mit ihren Einheiten in und vor Neustadt üben.

2015 hatte die dänische Marine die Crew der Fregatte „Peter Willemoes“ zur Ausbildung nach Neustadt geschickt. Und auch die „Esbern Snare“ machte vor Ostholstein fest. Größere Einheiten nutzten übrigens Kiel mit dem Marinestützpunkt als Basishafen für die Vor- und Nachbereitung der Ausbildung. Die nächste dänische Einheit wird im Mai für rund zwei Wochen erwartet. Dann dürften auch dänische Ausbilder mit an Bord der „Niels Juel“ sein. „Wir lernen voneinander“, so Metz.

Dass sich die Kooperation nicht nur in puncto Ausbildung positiv auswirken könnte, sondern auch den Marinestandort stärkt, glaubt Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD). „Vor allem ist die Kooperationsvereinbarung ein Zeichen dafür, dass am EAZSM hervorragende Ausbildungsarbeit geleistet wird. Darauf sind wir stolz und sehen die verstärkte Zusammenarbeit mit Dänemark als ermutigendes Signal für den Fortbestand unseres Marinestandortes.“

Internationaler Austausch

Bei der Tagung wurde zudem die Ausbildung von bis zu sieben Offiziersanwärtern aus Lettland, Litauen und Estland an der Marineschule in Mürwik (Flensburg) beschlossen.

Die Marine Estlands bekommt im Herbst Unterstützung aus Deutschland: Der Schnellboottender „Elbe“ soll dann als Flaggschiff für den Nato- Minenabwehrverband 1 eingesetzt werden.

Soldaten des Seebataillons aus Eckernförde, eine Spezialeinheit, wurden gestern erstmals an Bord des niederländischen Mehrzweckschiffes „Karel Doorman“ eingeschifft.

Von Sebastian Rosenkötter und Frank Behling

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