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Ostholstein Dänische Umweltkonferenz für deutsche Beltkritiker eine Farce
Lokales Ostholstein Dänische Umweltkonferenz für deutsche Beltkritiker eine Farce
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20:22 02.09.2013
„Es ist fast unmöglich, für deutsche Klagen im Vorfeld Zeit einzukalkulieren.“ Claus Dynesen (Femern A/S)

Fehmarns dänische Nachbarinsel Lolland erhöht beim Belttunnel-Projekt das Tempo. Gestern unterzeichnete Femern A/S einen Vertrag über die ersten lokalen Straßenbauarbeiten bei Rødbyhavn. Noch im September soll begonnen werden, einen Teil des „Færgevej“ östlich vom Hafen so auszubauen, dass schwere Fahrzeuge zur geplanten Tunnel-Baustelle fahren können. Zuvor muss ein dänisches Bauunternehmen nur noch „die Genehmigung für seine Arbeits- und Umweltpläne einholen“, so Vertragsdirektor Henrik Christensen.

Große Hürden sieht dort aber niemand. Denn ähnlich starken Zündstoff wie auf ostholsteinischer Seite löst das Milliardenprojekt in Dänemark ohnehin nicht aus. Eine dänische Umweltkonferenz vergangene Woche im Ferienzentrum „Lalandia“ bei Rødby lockte kaum 150 statt der angepeilten bis zu 400 Teilnehmer, darunter 30 deutsche.

Mitglieder des Aktionsbündnisses auf Fehmarn sowie andere Kritiker ernteten wenig Aufmerksamkeit. „In Dänemark gibt für das Projekt einen großen Zuspruch. Die Deutschen haben mehr Fragen, aber wir meinen, dass wir auch gute Antworten haben“, lächelte Direktor Claus F. Baunkjær (Femern A/S). Ein Hauptpunkt: Spielen drohende Klagen deutscher Naturschutzverbände im Zeitplan bis zur geplanten Tunneleröffnung Ende 2021 eine Rolle? Claus Dynesen (Femern A/S): „Nein! Es ist fast unmöglich, dafür im Vorfeld Zeit einzukalkulieren.“ Baunkjær ergänzte: „Es gibt dieses Risiko, entscheidend wird sein, ob die Gerichtsverfahren aufschiebende Wirkung haben werden.“

Während viele Deutsche massive Umweltschäden befürchten, bahnt sich in Dänemark laut der Tageszeitung „Folketidende“ sogar ein Wettlauf um den im Fehmarnbelt ausgebaggerten Meeresboden an. Es gibt eine Initiative der Guldborgsund-Kommune, es für eine künstliche Insel vorm Strand von Marielyst einzusetzen.

Hendrick Kerlen und Nikola Vagt (Aktionsbündnis) bemängelten hinterher, die Anhörung sei zur „Farce“ geraten: „Kritische Fragen wurden nicht beantwortet, meist mit einem Scherz übergangen und die Fragesteller teilweise der Polemik beschuldigt.“

Gerd-J. Schwennsen

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