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Dahme bittet Anlieger zur Kasse

Dahme Dahme bittet Anlieger zur Kasse

90 Anlieger müssen sich an den Gesamtkosten für Straßenerneuerungen in Dahme beteiligen. Die Bürger zahlen bis zu 36000 Euro für den Straßenausbau im Wittenwiewerbarg. Bürgermeister Harald Behrens (DWG) ist von der Kritik überrascht.

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Bauabschnitt I im Wittenwiewerbarg in Dahme: Hier rollt bereits schweres Baugerät.

Quelle: Foto: Peter Mantik

Dahme. Die Bagger rollen bereits im Wittenwiewerbarg in Dahme. Der erste von zwei Bauabschnitten der umfassenden Straßenerneuerung hat begonnen. Wie in den Nachbarkommunen müssen sich die Anlieger an den Gesamtkosten beteiligen. Die Höhe der Beteiligung dürfte jedoch bei dem ein oder anderen Anlieger für schlaflose Nächte sorgen.

90 Anlieger sind mit ihren Immobilien an der

Kostenbeteiligung der Straßenerneuerung

Wittenwiewerbarg und Im Winkel beteiligt. Die Beteiligungsspanne liegt zwischen 900

bis über 30000 Euro.

„Viele Anlieger haben ihren Beitrag bereits geleistet.Harald Behrens

Bürgermeister

Das trifft beispielsweise auf Annelie Babbe zu. Sie soll 16000 Euro zahlen, ihre Nachbarin gar 25000 Euro und ein Dahmer, dem in der Straße zwei Objekte gehören, muss 36000 Euro berappen – errechnet nach einem Schlüssel, bei dem die Größe des jeweiligen Grundstückes an der Straße die Grundlage bildet. Annelie Babbe könnte ihren Betrag nicht aufbringen, wenn ihr Sohn Andreas sie nicht unterstützen würde. Der lebt zwar mittlerweile in Grömitz, ist aber im Familienhaus im Wittenwiewerbarg aufgewachsen.

Andreas Babbe: „Die Gemeinde nimmt im Zuge der Straßenerneuerung auch eine Sanierung des Kanalnetzes vor. So tragen die Anlieger 75 Prozent der Gesamtkosten, die Gemeinde die verbleibenden 25 Prozent.“ Eine weitere Nachbarin kommt dazu. Sie möchte anonym bleiben, befürchtet ansonsten negative Folgen. Sie sagt: „Dahme besteht aus einem Klüngel. Wer hier nicht pariert, bekommt Probleme.“

Viele Anlieger im Wittenwiewerbarg seien verärgert, würden dies aber öffentlich nicht sagen. Ihren Informationen zufolge hätten bereits vier Anlieger in der Straße ihre Immobilien verkauft.

Bürgermeister Harald Behrens (DWG) sagt dazu: „Wir sind verpflichtet, Beiträge zu erheben. Man kann aber über jeden Einzelfall sprechen.“ Total überrascht sei er von der Kritik. Viele Anlieger hätten Verträge unterzeichnet, einige bereits sogar gezahlt. Außerdem habe es unter Altbürgermeister Heinrich Plön (CDU) im vergangenen Jahr zwei Informationsveranstaltungen gegeben, bei denen auch Wünsche der Anlieger berücksichtigt worden seien. Dazu sagt Andreas Babbe: „Bei diesen Veranstaltungen gab es weder eine Diskussion noch eine Erfassung der Anliegermeinungen noch eine Abstimmung.“ Man sei über die Fakten informiert worden, mehr nicht. Behrens wiederum wundert sich. „Ich habe wöchentlich eine Bürgermeistersprechzeit, aber mich hat niemand in dieser Sache kontaktiert, noch habe ich von Kritik gehört.“ Hierauf erwidert Andreas Babbe: „Ich habe mich auf der Internetseite ,Wir lieben Dahme’ ausführlich dazu geäußert. Das war dem Bürgermeister auch bekannt.“

Laut den Babbes und der Nachbarin sei es auch nicht verständlich, warum ausgerechnet ihre Straße aufgerissen wird. „Die ist nicht toll, aber schauen sie sich mal den Ulmenweg an“, meint die Nachbarin. Und Andreas Babbe glaubt: „Na ja, da wohnt ja auch ein Gemeindevertreter.“ Was der 49-Jährige auch nicht versteht: „Ich bin in dieser Straße aufgewachsen. Doch in den fast 50 Jahren hat die Gemeinde die Straße nicht ein einziges Mal angefasst.“ Die verfehlte Straßeninstandhaltung müssten nun die Bürger auffangen. Annelie Babbe fragt: „Aber welcher Bürger hat diese Summen mal so einfach auf dem Konto?“ Laut Meinung der Nachbarin würden auch die von der Gemeinde vorgestellten Ratenzahlungsmodelle nichts bringen. Sie hätten daher einen Anwalt in dieser Sache eingeschaltet.

 Peter Mantik

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