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Ostholstein Dahmes erste Geige geht in Ruhestand
Lokales Ostholstein Dahmes erste Geige geht in Ruhestand
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20:18 26.05.2016
Heinrich Plön spielte in Dahme jahrzehntelang die erste Geige in der Kommunalpolitik. Wie hier bei der Gestaltung des Vordeichgeländes. Quelle: Fotos: Peter Mantik (2)

Die Ära Heinrich Plön endet heute mit einer großen Feier. „Heini“, wie ihn alle nennen, feiert mit 350 geladenen Wegbegleitern und Freunden am Nystedplatz. Zum 70.

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Bürgermeister Heinrich Plön feiert heute mit 350 Gästen einen runden Geburtstag, es ist nach 43 Jahren Kommunalpolitik auch sein Ausstand von der öffentlichen Bühne.

Geburtstag, der gleichzeitig sein Ausstand aus der Politik ist, kommen diverse Ehrengäste wie Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU). In seinem neuen Leben gilt sein Fokus der Familie, seiner Heide, den drei erwachsenen Kindern und auch den vier Enkeln.

Das Leben nach der Politik lockt. Im Herbst steht eine Donau-Schiffstour von Passau bis zum Schwarzen Meer auf dem Programm. Das habe er seiner Frau versprochen. Kennengelernt hat Heinrich seine Heide bereits 1955. Der damals Neunjährige beschmiss seine Jugendliebe Heide, die mit ihren Eltern Urlaub in Dahme machte, aus Spaß mit Sand. Doch irgendwie schien die Heide den Heini dennoch fesch zu finden. Denn sie gab als junge Frau ihren Beruf auf, zog nach Dahme und gründete mit ihrem Jungvermählten eine Familie. Allerdings ziehe sie ihren Mann noch heute wegen des Sandwerfens auf. „Ich habe ihr enorm viel zu verdanken, denn die meiste Zeit von mir gehörte ja der Gemeinde“, sagt Heinrich Plön. Das soll jetzt alles ganz anders werden.

Plön blickt auf 43 Jahre Kommunalpolitik zurück, die vergangenen 16 Jahre war er Bürgermeister. Die wichtigsten von ihm begleiteten Projekte waren der Promenadenbau, der neue Deich wie auch die Gestaltung des Deichvorlandes. Die Gemeinde stünde gut da, auch wirtschaftlich.

Besonders präsent in Erinnerung hat Heinrich Plön das Jahr 2007. Zunächst war da die Sache mit dem Wildschwein. „Ich saß in unserer Strandkorbvermietung am Schreibtisch, als es hinter mir im Raum wild schnaufte. Als ich das Tier sah, bekam ich Panik, das Schwein aber auch.“ Eine Woche darauf ereilte Dahme ein Schicksalsschlag. Plön erinnert sich: „Mit einem Mal stand ein Drittel des Ortes tagelang unter Wasser.“ Existenzen seien damals bedroht gewesen und ein Bürger war innerlich so aufgewühlt, dass er vor Aufregung starb. „Damals sagten wir uns, dass wir gegen Hochwasserlagen etwas unternehmen müssten.“ Der Deichbau war eines, die vierte Pumpe des Wasser- und Bodenverbandes im Oldenburger Graben ein anderes Element. Hier habe vor allem Dieter Knoll, auch gegen Widerstände, wie Plön hervorhebt, der Gemeinde Dahme einen großen Dienst erwiesen.

Doch Plön kann auch selbstkritisch berichten, dass er nicht immer aufs richtige Pferd setzte. „Es gab in Dahme einen Mann, der gab vor geerbt zu haben. Der wollte der Gemeinde Millionenbeträge zukommen lassen“, erzählt Plön. Doch die Gemeinde habe bis heute keinen Cent gesehen. Schlimmer noch. „Im Gegenteil hat er sich von mir persönlich mehrfach Geld geborgt, insgesamt 18000 Euro.“

Auch diese Summe habe Plön nie zurückerhalten. Er sei in dieser Sache zu gutgläubig gewesen. Neben ihm seien aber auch andere Dahmer auf diesen Hochstapler hereingefallen. Diese und andere Anekdoten sind es, die bleiben.

In den kommenden Jahren sieht sich Heini Plön zu 50 Prozent des Tages am Strand, bei der Strandkorbvermietung, die er mit seinem Bruder Peter betreibt. Er ist sich sicher: „Ich falle in kein Loch, dafür habe ich zu viel vor.“

Heute wird zunächst gefeiert. Musik zum Mitschunkeln spielen das „Vogelberg-Duo“ und die „Ostseekrabben“. Später ertönt Helene Fischer vom Plattenteller. Plön lässt groß auffahren, es gibt im Festzelt Geschnetzeltes und Getränke. Es wurden unter anderem zehn Bierfässer a’ 100 Liter geordert . . .

Ein Leben für die Heimatgemeinde

Heinrich Plön stieg 1973 in die Politik ein, trat der Dahmer Wählergemeinschaft (DWG) bei. 1981 wechselte er zum CDU-Ortsverein, weil er glaubte, dort mit Mehrheiten mehr für den Ort erreichen zu können. Die Anfangsjahre bei der CDU zählen zu den glücklichsten. 1997 übernahm Plön den Vorsitz der Partei von Dieter Hahn, 1999 wurde Plön Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins sowie der Dahmer Tourismus GmbH. Als 2000 Heino Puck den Rücktritt als Bürgermeister erklärte, folgte ihm Plön im Amt. In der Gemeindevertretersitzung am 1. Juni scheidet Plön offiziell aus seinem Amt aus.

Peter Mantik

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