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Ostholstein Das Bürgermeister-Duell: Müller oder Schülke
Lokales Ostholstein Das Bürgermeister-Duell: Müller oder Schülke
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23:03 22.02.2016
Gut gelauntes Händeschütteln vor dem Rathaus Heiligenhafen. Heiko Müller und Ellen Schülke haben sich im ersten Wahlgang für die Stichwahl am 6. März durchgesetzt.

Heiko Müller und Ellen Schülke setzten gestern unbewusst ein Zeichen. Am Morgen nach der Wahl erschienen sie einträchtig in Weiß zum Fototermin mit den LN. Friedliches Händeschütteln vor dem Rathaus.

Die Anspannung des Vorabends war bester Laune bei beiden Stichwahl-Kandidaten gewichen. Der Blick richtet sich nach vorn, ist fokussiert auf den 6. März, den zweiten Wahlsonntag. „Ich bin sehr froh über mein Ergebnis. Schließlich bin ich ja als Externe erst vor wenigen Wochen nach Heiligenhafen gekommen“, erklärte Ellen Schülke. Sie werde nun daran arbeiten, noch mehr Menschen für sich zu gewinnen. Gleiches versucht Müller, der sich am Wahlabend immerhin ein Gläschen Sekt auf sein Abschneiden genehmigte.

Der Wunsch beider ist es auch, sich fair dem anderen gegenüber zu verhalten und die eigenen Stärken zu betonen. Beide glauben: Den Gegenkandidaten zu bekämpfen führt zu nichts.

Gute Stimmung herrschte auch am Wahlabend unter den gut 100 Anwesenden im Rathaus. Es war ein respektvoller Umgang auch zwischen Menschen, die sich in der Vergangenheit nicht immer viel zu sagen hatten. Beispielsweise klönten und lachten auch Stephan Karschnick (CDU/1. Stadtrat) und Heiko Müller miteinander.

Unterbrochen wurde das gesellige Miteinander erst, als die ersten Ergebnisse per Beamer an die Wand gestrahlt wurden. Es herrschten gleich klare Verhältnisse. Heiko Müller deutlich vorn, Gottfried Grönwald und Niclas Boldt abgeschlagen. Nur zwischen Ellen Schülke und Georg Rehse ging es knapp zu im Kampf um Platz zwei, also um die Teilnahme an der Stichwahl am 6. März.

Am Ende jubelten die Sozialdemokraten um Dr. Theo Siebel, die Schülke im Wahlkampf unterstützt hatten. Rehse, der einen großen Aufwand betrieben hatte und sowohl in der Stadt als auch im Internet vieles unternommen hatte, um Stimmen zu generieren, blieb am Ende des Abends nur übrig, sich bei seinen Unterstützern zu bedanken.

„Natürlich bin ich enttäuscht, ich habe auch wirklich alles gegeben. Das hat Kraft gekostet. Ich werde ein paar Tage brauchen, um das zu verarbeiten“, erklärte Rehse am Morgen nach der Wahl. Er zeigt sich fair, sagt: „Der Wähler aber hat entschieden und ich muss das Ergebnis so wie es ist akzeptieren.“

Grönwald und Boldt waren im Gegensatz zu Rehse als Außenseiter ins Rennen gestartet. Beiden wurde im Vorwege der Wahl jedoch mehr zugetraut, als sie am Ende an Wählerstimmen für sich verbuchen konnten. Grönwald haderte aber weniger mit seinem eigenen Abschneiden, als das er seinen Unmut über das gute Müller-Ergebnis lautstark äußerte.

  Dem konnte das egal sein. Als das vorläufige Endergebnis feststand, Heiko Müller 44,8 Prozent und Ellen Schülke 25,3 Prozent — brandete Applaus im Saal auf. Für beide, aber das erste Mal seit langem im Rathaus eben auch für Amtsinhaber Müller.

Peter Mantik (44) über den Ausgang der Bürgermeisterwahl in Heiligenhafen

Heiligenhafen hat gewählt — und die Entscheidung vertagt: Amtsinhaber Heiko Müller und seine Konkurrentin Ellen Schülke müssen am 6. März in die Stichwahl. Aus fünf Kandidaten sind zwei geworden.

Was sind die Lehren aus Wahlgang eins? Zunächst einmal die, dass der Wähler von einem Kandidaten überzeugt werden muss. In Heiligenhafen gibt es eine Union, deren Slogan lautet: Müller muss weg. Das gab es vor sechs Jahren schon. Was damals nicht gelang, gelang auch dieses Mal — bisher — nicht. Die wahren Wahlverlierer sind die, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben. Das sind auch die, die bei Facebook mit persönlichen Anfeindungen versucht haben, Stimmung zu erzeugen. Und es auch gestern in den sozialen Medien weiter versuchten.

Und die öffentlichen Angriffe eines Kandidaten gegen den Amtsinhaber haben das Gegenteil dessen bewirkt, was dieser erreichen wollte. Denn Müllers Ergebnis ist beachtlich, während der besagte Kritiker mit deutlich unter fünf Prozent die wenigsten Stimmen von allen erhielt. Schimpfen kommt nicht sympathisch beim Wähler an.

Aber auch das wissen wir jetzt: Alle „echten“ Heiligenhafener sind ausgeschieden. Damit werden sich einige selbstkritisch auseinandersetzten müssen.

Die Frage nach dem Gewinner der Bürgermeisterwahl wird am 6. März beantwortet. Das Duell Müller gegen Schülke steht bevor. Heiligenhafen hat nochmal die Wahl.

Peter Mantik

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