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Ostholstein Das Cap-Arcona-Museum soll endlich moderner werden
Lokales Ostholstein Das Cap-Arcona-Museum soll endlich moderner werden
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18:17 14.01.2016

Externe Berater sollen analysieren, wie das Neustädter Cap-Arcona-Museum verändert werden muss, um zukunftsfähig zu sein. Der aktuelle Zustand kann durchaus als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet werden. Seit 1990 gibt es das Museum, welches sich in dem östlichen Anbau des Kremper Tors befindet. Es ist erreichbar durch den Eingang des vor etwa fünf Jahren für 1,3 Millionen Euro sanierten Zeittors. Der Übergang zwischen den Räumlichkeiten ist ein Schritt in die Vergangenheit. Zu sehen sind rare Originalteile aus dem Schiffswrack der „Cap Arcona“, zwei Schauvitrinen mit Häftlingsbekleidung und Essgeschirr sowie viele Texte und Fotos, die die Ereignisse erklären sollen (siehe Infokasten).

Museumspädagogische und multimediale Elemente sind Mangelware, ein ansprechendes Lichtkonzept fehlt, zudem wirken die beiden kleinen Räume etwas überfrachtet. Wilhelm Lange, Archivangestellter der Stadt und Leiter des Museums, sagt, dass eine Ausstellung alle 15 Jahre überholt werden sollte. Passiert sei jedoch nichts. Stattdessen sind weitere mehr als zehn Jahre vergangen.

Im Juni 2015 wurde im Hauptausschuss der Stadt diskutiert, wie es mit dem Museum weitergeht. Das Ergebnis findet sich im Haushalt für das gerade begonnene Jahr. Statt 6000 Euro stehen 9000 Euro für Cap-Arcona-Angelegenheiten zur Verfügung. Mit Hilfe dieses Geldes sollen die genannten externen Berater ermitteln, was Umgestaltung, Neuausrichtung und gegebenenfalls notwendige bauliche Veränderungen des Anbaus kosten. Diese Ausarbeitung soll anschließend den Stadtverordneten zur Diskussion vorgelegt werden. Je nach Votum der Kommunalpolitiker könnte dann ein Förderantrag beim Land gestellt werden. „Das muss bis September geschehen, dann laufen die Antragsfristen ab“, betont Lange.

Der Museumsleiter weiß um die Notwendigkeit der Erneuerung. „Der Gesamteindruck hat gelitten. Dennoch kommen zahlreiche Besuchergruppen, oft in Kombination mit einem Besuch des jüdischen sowie des Soldaten-Friedhofs“, so Lange. Wie viele Personen es im Jahr sind, kann er nicht sagen. Schließlich würden nur die Besucher des Zeittors erfasst; wer sich dann noch im Cap-Arcona-Bereich umschaut, bleibt unklar. Fest steht allerdings, dass der Zugang erleichtert und besser ausgeschildert werden muss. „Wir benötigen eine Veränderung der Eingangssituation. Diese wollen wir gerne einladender gestalten. Früher gab es eine thematische Überleitung“, so Klaas Raloff, Leiter des Amtes für gesellschaftliche Angelegenheiten. Wichtig sei es, Gedenken lebendig zu gestalten, erlebbar zu machen.

Ob und wann das passieren kann, wird sich zeigen. Wilhelm Lange hofft, dass die Arbeiten 2017 beginnen können.

Die Katastrophe
Deutschland stand am 3. Mai 1945 kurz vor der Kapitulation, da entlud sich noch einmal die ganze Grausamkeit des Krieges in der Neustädter Bucht. Piloten der britischen Royal Airforce bombardierten die ankernden Schiffe „Cap Arcona“ und „Thielbek“. Was sie nicht ahnten: In den Rümpfen waren Tausende KZ-Häftlinge zusammengepfercht.



Über 7000 Personen aus 24 Nationen starben an diesem Tag vor Neustadt.


Jährlich gibt es eine Gedenkveranstaltung in Neustadt.

Sebastian Rosenkötter

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