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Ostholstein Das „Körnickerfeld“ ist voll: Grömitz sucht Platz für Gewerbe
Lokales Ostholstein Das „Körnickerfeld“ ist voll: Grömitz sucht Platz für Gewerbe
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20:37 18.01.2017
Betriebe unterschiedlichster Art haben sich im „Körnickerfeld“ niedergelassen. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter, Hfr

Im Gewerbegebiet „Körnickerfeld“ sind alle Bauflächen belegt. Unternehmen, die sich in Grömitz ansiedeln möchten, finden hier keinen Platz mehr. Die Gemeinde plant die Neuausweisung von 20 Hektar für Gewerbetreibende. Erste Gespräche über Verkäufe von Grundstücken haben stattgefunden. Insgesamt könnten rund 90 Hektar zwischen dem Ortsteil Körnick und dem Gebiet „Körnickerfeld“ sowie in Richtung Yachthafen bebaut werden. Neben den 20 Hektar für Unternehmensstandorte soll auch Platz für Misch- und Wohngebiete entstehen.

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Angepeilt ist eine Fläche von 20 Hektar – Auch Egoh sieht Erweiterungsbedarf.

Bürgermeister Mark Burmeister (parteilos) bezeichnet das Gesamtvorhaben als städtebauliches Entwicklungskonzept, welches bereits beim Land eingereicht worden sei. „Wir hoffen, dass es bis Mitte des Jahres eine positive Rückmeldung gibt“, so Burmeister im Gespräch mit den LN. Neue Flächen seien dringend notwendig, um eine Abwanderung von Unternehmen, die sich vergrößern möchten, zu verhindern. Burmeister betont: „Anfragen von hiesigen Unternehmen liegen vor.“ Ebenso müssten Angebote für neue Betriebe zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sei das Gewerbegebiet ein wichtiger Faktor für die Gemeinde.

Seit der Gründung seien rund 150 Arbeitsplätze entstanden. Zudem sind die städtischen Einnahmen gestiegen. Während 2008 etwa 880000 Euro durch die Gewerbesteuer in den Haushalt flossen, waren es im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Euro. Der Anstieg dürfte allerdings nicht nur auf das Gewerbegebiet zurückzuführen sein, sondern vor allem auf die touristische Weiterentwicklung im Ort.

Dirk Bremken, Leiter für Gewerbeflächenerschließung und -vermarktung der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH (Egoh), weiß um die Grömitzer Ist-Situation. Die Gemeinde habe die Egoh beauftragt, Fördergelder für die Erschließung eines neuen Gewerbegebietes zu generieren und die Vermarktung zu übernehmen, betont Bremken. „Für den Kreis Ostholstein wird bis 2030 ein Flächenbedarf von mindestens 50 Hektar prognostiziert.“

Das Gewerbegebiet Grömitz habe in den vergangenen zwei Jahren eine gesteigerte Nachfrage erfahren. „Insbesondere der Verkauf einer Fläche von circa 6000 Quadratmeter für die Firma ,A-Z Yachtservice’

ist hier zu nennen“, so Bremken. Das maritime Gewerbe gewinne kreisweit an Bedeutung, was sich auch im Gewerbepark „Neustädter Bucht“ beobachten lasse. „Es ist im Ergebnis aus kreisweiter Prognose und lokaler Nachfrageerwartung festzustellen, dass die Gemeinde Grömitz neue Gewerbeflächen benötigt“, sagt Bremken. In Ostholstein gebe es eine „deutliche Flächenknappheit“, die unter anderem auf Kaufaktivitäten des Landes Schleswig-Holstein zurückzuführen sei. „Diese Flächenbevorratung flankiert die Baumaßnahmen der festen Fehmarnbeltquerung, der Schienenhinterlandanbindung und des Stromtrassenbaus“, erklärt Bremken. „Entweder dienen die Flächen zur Kompensation des Flächenverlustes direkt betroffener Flächeneigentümer oder auch als ökologische Ausgleichsfläche.“

Die Lage ist problematisch. Während die Preise für Flächen zuletzt deutlich stiegen, sank der Verkaufswille der Eigentümer. Mark Burmeister betont, dass „vertretbare Preise“ entscheidend seien, um an die Grundstücke zu komme. „Wir haben erste positive Signale“, äußert sich der Grömitzer Bürgermeister verhalten optimistisch. Am Ende müsse jedoch ein attraktives Produkt vorliegen. Dazu gehöre eine optimale Anbindung an die Bundesstraße ebenso wie das Vorhalten von schnellem Internet.

Erweiterung notwendig

Das Gewerbegebiet „Körnickerfeld“ direkt an der B 501 am Ortseingang von Grömitz wurde in zwei Bauabschnitten realisiert. Los ging es Anfang der 80er Jahre mit einem fünf Hektar großen Gelände. Hinzu kamen vier Hektar für Straßen, Wege und Ausgleichsflächen.

1996 war das Gebiet voll belegt.

1999 folgte die Erweiterung um 7,6 Hektar, wobei lediglich drei Hektar reine Verkaufsfläche waren.

2016 wurde die letzte freie Fläche verkauft.

Sebastian Rosenkötter

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