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Ostholstein Das Konzept, das die Stadt in die Zukunft führen soll
Lokales Ostholstein Das Konzept, das die Stadt in die Zukunft führen soll
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20:46 31.10.2013
Hathumar Drost und Gesine Rauhut (vorn) erläuterten das Altstadtkonzept. Klaus-Dieter Schulz (v. l.) sowie das Bürgervorsteher-Team Margret Möller, Dieter Holst und Karlheinz Jepp hörten zu. Quelle: Benthien
Eutin

Das Stadtsanierungskonzept beanspruchte den wesentlichen Teil der Eutiner Einwohnerversammlung am Mittwochabend. Der Veranstaltungsort lag passenderweise im Zentrum der städtebaulichen Planungen. „Ich freue mich, Sie hier, in den Schlossterrassen, begrüßen zu können“, richtete dann auch Bürgervorsteher Dieter Holst (CDU) das Wort an 104 interessierte Eutiner. „Dies sind unsere Räume, und das werden sie auch bleiben“, spielte er darauf an, dass die Überlegungen für ein Schlosshotel im und am Marstall endgültig vom Tisch sind.

„Die Pläne haben sich zerschlagen, jetzt bearbeiten wir die Sanierung der Schlossterrassen mit Hochdruck“, ergänzte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU). Er werde demnächst laut Gesellschaftervertrag der Landesgartenschau gGmbH (seit 6. September im Handelsregister) deren Aufsichtsratsvorsitzender werden, setzte er die Anwesenden weiter in Kenntnis. Das Architekturbüro „A24-Landschaft“ aus Berlin sei offiziell zum Planer der Landesgartenschau (LGS) ernannt worden, an dessen prämiertem Entwurf werde weitergearbeitet. „Wir wollen die Schau gemeinsam entwickeln“, versicherte er und verwies auf ein Bürgerforum im Januar. Die LGS und der Öffentliche Personennahverkehr — „da wollen wir mit den Nachbargemeinden am Strand reden, es ist in unser aller Interesse, gute Busverbindungen anzubieten“, äußerte Schulz.

„Das starke Stadtsanierungskonzept, das uns durch die nächsten 15 Jahre bringen wird“, so Bauamtsleiter Bernd Rubelt, stellten am Mittwochabend Hathumar Drost und Gesine Rauhut von der Complan Kommunalberatung vor. Rauhut trug Ergebnisse der Eigentümerbefragung vor, Drost zeigte Eutins Stärken und Schwächen nach der umfangreichen Bestandsaufnahme durch sein Büro auf.

Über 30 Millionen Euro sollen in den nächsten 15 Jahren in die Sanierung der Altstadt fließen, bis zu zwei Drittel davon können aus Fördermitteln bestritten werden. 9,5 Millionen Euro hat sich Eutin bereits über Städtebauförderung gesichert. Fördergeld könnten auch private Investoren für die Sanierung ihrer Immobilien und andere kleinteilige Maßnahmen beantragen, erwähnte Drost. Die in den Raum gestellten Millionenbeträge bezeichnete Malte Tech „als Wunschkonzert“, auch Finn Pitzner setzte zu herber Kritik an. „Ich höre hier nur Bedenken, das ärgert mich“, platzte darauf dem Architekten Thomas Heinlein der Kragen.

Hathumar Drost argumentierte mit Zahlen: „Erfahrungsgemäß zieht ein Euro öffentlicher Förderung sechs bis sieben Euro privater Investitionen nach sich.“ Für den historischen Stadtkern, Eutins lebendige Mitte, riet er, die Funktionen zu stärken, Räume zu verzahnen, Qualitäten zu sichern, die Geschichte Eutins zu erzählen sowie Teilhabe (von Bürgern, Eigentümern, Einzelhändlern, Kulturschaffenden) zu ermöglichen. „Hier ist manches gestalterisch im Stil der 70er- und 80er-Jahre. Ihre große Chance ist die Wasserlage. Das muss viel mehr herausgearbeitet werden!“

Die Eutiner Stadtvertreter sollen das Altstadtkonzept in diesem Monat in verschiedenen Ausschüssen beraten und am 18. Dezember verabschieden. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.altstadt-eutin.de.

„Wir wollen die Landesgartenschau gemeinsam entwickeln.“
Klaus-Dieter Schulz, Bürgermeister
„Hier ist manches gestalterisch im Stil der
70er- und 80er-Jahre.“
Hathumar Drost, Complan

Ulrike Benthien

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