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Ostholstein Das Mittelalter wird in Pönitz wieder lebendig
Lokales Ostholstein Das Mittelalter wird in Pönitz wieder lebendig
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20:12 27.08.2016
Leben wir vor rund 1000 Jahren: Julia, Florian und ihre Tochter Freya Potschaske bewohnen das Slawendorf in Pönitz. Quelle: Fotos: K. Gehrke

Wer mit dem Auto durch Pönitz fahren möchte, dessen Weg endet in der Lindenstraße, denn diese ist für das Dorffest, das gestern und heute rund um das Museum gefeiert wird, gesperrt. Während auf der Lindestraße vor dem Dorfmuseum im modernen Festzelt gefeiert wird, haben sich im Museumsgarten ganze Clans niedergelassen, die ihre Passion für die Slawen und Wikinger ausleben.

Während des Dorffestes feiern auch Wikinger und Slawen und präsentieren alte Handwerkskunst.

Bereits gestern haben sie ihre Zelte aufgeschlagen, um den Besuchern des dritten Pönitzer Penze-Marktes Einblicke in das Leben in der damaligen Zeit zu geben. War Ulrich Barmwater von den Wagrier Lüüd 2014 noch der einzige Bewohner des slawischen Dorfes, so herrscht auf dem Platz hinter dem Museum mittlerweile reges Treiben. Gerda Petrich vom Museum Pönitz spielt auf einer aus Knochen geschnitzten Flöte, die sie aus Gotland mitgebracht hat. Ute Marx spinnt mit einer Spindel Wolle und nimmt sich Zeit, um Interessierten zu erklären, wie vor rund 1000 Jahren Wolle für den Webstuhl gesponnen wurde. „Um ein langes Kleid zu weben, musste soviel Wolle gesponnen werden, dass der Faden eine Gesamtlänge von 34 Kilometern hatte“, erklärt die Wikingerfrau.

Ähnlich viel Arbeit dürfte Schmiedemeister Stephan Adele in die Klinge seines Damastschwertes gesteckt haben. „In der damaligen Zeit konnte man diese Technik nur in Damaskus erlernen“, erklärt Stephan Adele, der sich mit dem Schwert selbst beweisen wollte, dass er diese Schmiedetechnik beherrscht. Seine selbstgeschmiedeten Feuereisen werden hingegen von ihm und den übrigen Mitgliedern der Grieveler Lud regelmäßig benutzt. Durch das Aneinanderschlagen von Feuereisen und Feuerstein entstehen Funken.

Ruhiger geht es im Zelt der Familie Potaschaske zu, denn Julia, Florian und ihre Tochter Freya genießen eine Gemüsesuppe. „Wir kochen nur mit den Zutaten, die es auch schon damals gab“, erklärt Julia Potschaske. Das Tongeschirr hat ihnen ein Töpfer nach historischen Funden gefertigt.

Das mittelalterliche Lager ist heute ab 10 Uhr geöffnet. Um 11 Uhr wird im Festzelt ein Gottesdienst gehalten, bevor anschließend ein Kranz am Ehrenmal in der Bahnhofstraße niedergelegt wird. Ab 12.30 Uhr wird dann Suppe im Festzelt angeboten.

kg

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