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Das Museum Katharinenhof schließt morgen für immer

Fehmarn Das Museum Katharinenhof schließt morgen für immer

Das traurige Finale ist eingeläutet. Mit großem Besucheransturm: Letztmalig vor der Schließung findet im Museum Katharinenhof ein Mittelaltermarkt statt. Danach plant Eigentümer Cornelius Ebel auf dem Areal aber keinen Abriss, sondern zunächst eine Renovierung.

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Verabschiedet sich mit einem Mittelaltermarkt unfreiwillig von ihren langjährigen Besuchern: Museumsleiterin Josefine Jadzejewski.

Quelle: Fotos: Schwennsen

Katharinenhof a. F. Aus seiner Sicht ist der Museumshof „ziemlich heruntergewirtschaftet“. Aller Voraussicht nach sollen hier – direkt neben seinen Immobilien und dem „Café am Museumshof“ – künftig Wohnungen entstehen.

LN-Bild

Das traurige Finale ist eingeläutet. Mit großem Besucheransturm: Letztmalig vor der Schließung findet im Museum Katharinenhof ein Mittelaltermarkt statt. Danach plant Eigentümer Cornelius Ebel auf dem Areal aber keinen Abriss, sondern zunächst eine Renovierung.

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Mittelaltermarkt läuft nur noch bis Freitag

Heute und morgen öffnet der Mittelaltermarkt jeweils von 11 bis 17 Uhr, dann schließt das Museum endgültig.

Zum Abschied gab es nochmals einen Ansturm der Gäste. Einige brachten liebevolle Abschiedsgeschenke mit.

Am Wochenende schließt sich ein zweitägiger Haus-Flohmarkt an (Sonnabend und Sonntag ab 11 Uhr).

Das lässt die Tochterfirma C. Ebel GmbH & Co. 1. Beteiligungs KG (Peine) baurechtlich prüfen, teilte Marketingleiterin Dr. Annette Heuer auf LN-Nachfrage mit.

Unterdessen haben Ebel und Heuer auf die Vorwürfe von Museumsleiterin Josefine Jadzejewski reagiert. Sie sieht nach fast 30 Jahren Privatmuseum durch die Kündigung „mein Lebenswerk zerstört“.

Wörtlich erklärte sie: „Ich möchte nicht stumm über mich ergehen lassen, dass man mich wegschickt, doch wie soll ich mich wehren?“

Aus Sicht des Eigentümers stellt sich das ganz anders dar. „Das Museum mit seinen vielen Exponaten über die historische Lebens- und Arbeitswelt auf Fehmarn ist eine Attraktion“, bedauert Unternehmenssprecherin Heuer die Schließung. Seit vielen Jahren habe man das Museum tatkräftig unterstützt.

Alles begann 2007. Durch den Kauf des Grundstücks und der Gebäude inklusive der Exponate konnte damals eine Insolvenz abgewendet werden. In der Folgezeit habe die Unternehmensgruppe umfangreiche Investitionen vorgenommen, etwa die Erneuerung der kompletten Heizungsanlage sowie der Fenster und Türen.

„Auch wurde auf eine Miete in marktüblicher Höhe verzichtet“, so Heuer. Über Jahre gab es Verständnis dafür, dass der saisonal abhängige Museumsbetrieb nicht regelmäßig mit Mietzahlungen nachkommen konnte. Laut Heuer liegen die Außenstände inzwischen im fünfstelligen Bereich. Jadzejewski bestreitet das nicht, beklagt aber kräftige Mieterhöhungen.

Zweiter Knackpunkt: Wegen der unmittelbar angrenzenden Ferienwohnungen sei versucht worden, klare Regelungen für die Sommerspektakel und Mittelaltermärkte zu finden. Heuer: „Trotzdem gab es hier immer wieder Reibungspunkte und Konflikte.“ Viele Feriengäste fühlten sich durch Lärm und Qualm gestört. So seien die vereinbarten Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr nicht immer eingehalten worden, es wurde trotzdem Musik gemacht und laut getrommelt.

Auch die begrenzte Nutzung der Rauchkate konnte nicht umgesetzt werden. Heuer: „Es gab einen Interessenkonflikt zwischen Feriengästen und historischen Liebhabern. Gerade die Gäste, die nach Katharinenhof kommen, lieben die Ruhe und Abgeschiedenheit und entscheiden sich bewusst gegen den Urlaubstrubel.“

Deshalb wurde im Oktober 2016 eine fristgerechte Kündigung ausgesprochen. Man habe der Museumsleiterin ein Jahr Zeit gegeben : zur Neuorientierung oder die offenen Mietzahlungen auszugleichen sowie die „Belästigungen der Feriengäste“ abzustellen.

„Wir haben reagiert. Zur Mittagszeit gab es keine laute Musik der Gaukler, der Schmied ließ den Amboss ruhen“, erwidert die Museumsleiterin. Zwei Stunden völlige Mittagsruhe waren aber nicht möglich auf dem Museumshof, der täglich von 11 bis 17 Uhr öffnet: „Es gibt auch Menschen, die sich sich nicht am Museum stören.“

Gerd-J. Schwennsen

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