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Ostholstein Das Schnalzen der Fische
Lokales Ostholstein Das Schnalzen der Fische
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22:13 24.01.2017
Der biologische Leiter des Sealife-Centers Jens Hirzig lauscht vor dem Piranha-Becken den Lauten der Fische. Quelle: Foto: Dpa
Timmendorfer Strand

In wilder Raserei schnappen die Piranhas nach der Forelle. Binnen weniger Sekunden ist nur noch ihr Kopf übrig. Dann ist auch er verschwunden. Die Fütterungszeit im Piranha-Becken des Sealife-Centers in Timmendorfer Strand macht nicht nur optisch was her, sondern auch akustisch. „Man hört es knacken, wenn die Piranhas der Beute die Gräten brechen“, sagt der biologische Leiter, Jens Hirzig. Mit einem Unterwasser-Mikrofon nimmt er die Knackgeräusche auf.

Rund 50 Piranhas leben in einem Aquarium. Fast im Sekundentakt ertönt während der Fütterung ein leichtes Knacken. „Stumm wie ein Fisch – das Sprichwort stimmt so nicht“, sagt Hirzig. Demnächst sollen Besucher das Fressen der Piranhas per Lautsprecher hören können. „Das Ganze hat schon etwas mit Voyeurismus zu tun“, sagt der 43-Jährige. Auf die Idee sei er vor einiger Zeit durch eine TV-Dokumentation über Meeressäuger gekommen. „Ich habe dann festgestellt, dass es im Aquarium allerhand zu hören gibt.“

Ein paar Aquarien weiter hat Hirzig die Lauschtechnik bereits fest installiert. Vier- bis fünfmal am Tag bekommen die Seepferdchen Futter. Wenn sie die Schwebegarnelen genüsslich in ihren Mund saugen, klingt das ähnlich wie Zungenschnalzen. Das Geräusch ist recht laut. „Wenn es wirklich ruhig ist, hört man das auch ohne technische Einrichtungen“, sagt Hirzig. Der auffällige Klang der Seepferdchen beim Fressen entstehe durch die „hohe Geschwindigkeit des Wassers beim Einsaugen des Futters“.

Rund 2500 Tiere hat das Meeresaquarium, darunter zehn Seepferdchen. Einige sind Kurzschnauzen-Seepferdchen, wie sie auch in Nordeuropa vorkommen. Regungslos schweben sie im Wasser, auch die Fütterung löst bei ihnen keine allzu große Hektik aus. Ganz im Gegensatz zu den Piranhas. Ein Lautsprecher überträgt die Unterwassergeräusche in den Besucherraum. Viele von ihnen nehmen zunächst aber nur das Plätschern des Wassers wahr. „Betreuer sprechen die Besucher deshalb gezielt auf die Geräusche der Seepferdchen an“, sagt Hirzig.

Der 43-Jährige hat bereits weitere Pläne. „Es gibt ja auch Geräusche zum Zweck der Kommunikation, beispielsweise bei unseren Grunzern“, sagt Hirzig. „Diese Fische machen mit ihren Schlundzähnen Geräusche, wenn sie die aufeinanderreiben.“ Das Becken dieser Tiere sei für die Akustik aber schwierig. Dort gebe es zu viele Fremdgeräusche durch Pumpen und die Belüftung.

Die Fische seien äußerst lärmempfindlich, sagt Hirzig. Wenn Besucher gegen die Scheiben schlagen, sei das „für die Fische wahnsinnig laut“. Hirzig überlegt deshalb, dies den Besuchern hörbar zu machen. „Damit die gar nicht mehr auf die Idee kommen, gegen die Scheiben zu klopfen.“ ak

LN

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