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Ostholstein Das Werk einer Schriftstellerin
Lokales Ostholstein Das Werk einer Schriftstellerin
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20:32 31.07.2017
Thorsten Ahrend mit der Schauspielerin Jule Nero während der Lavant-Lesung. Quelle: Foto: Reiner B. Binkowski (hfr)
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Cismar

Das Weisse Haus in Cismar war vollbesetzt, als Dr. Thorsten Ahrend, Lektor und Verleger des Wallstein-Verlags, jetzt die Lebensgeschichte der österreichischen Schriftstellerin Christine Lavant vorstellte. Mit dabei war auch die junge, in Eutin geborene Schauspielerin Jule Nero.

Ahrend führte das Publikum behutsam und sehr sachkundig in die irritierende und verstörende Lebensgeschichte der 1973 gestorbenen Frau ein. „Christine Lavant ist eine sagenhafte Dichterin! Was mich radikal begeistert, ist dieser Gotteshader: total katholisch geprägt, aber zugleich das große Rütteln am Käfig. Von allem, was ich von Frauen kenne, begeistert mich die wohl am meisten“, hatte die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff einst die als neuntes Kind einer bitterarmen Bergmannsfamilie geborene Lavant bezeichnet. Die Schriftstellerin selbst hatte während ihrer Kindheit mit zahlreichen Krankheiten zu kämpfen.

Ahrend ist es zu verdanken, dass das gesamte Werk der Christine Lavant nun bald in vollem Umfang zwischen Buchdeckeln zu finden sein wird. Drei Viertel aller Texte galten als verschollen. Die junge Schauspielerin Jule Nero erwies sich dann als ein wahrer Glücksfall, um die Texte der Lavant den etwa 100 Zuhörern näherzubringen. Eindringlich und einfühlsam las Jule Nero. Es gelang ihr, die ungeheure Spannung, die von den Texten ausgeht, auf das Publikum zu übertragen. Zum Ende der Veranstaltung trug Nero einige Liebesgedichte der von Krankheit und Leid gezeichneten Dichterin vor. Dem ein oder anderen Zuhörer dürfte ein Schauer über den Rücken gelaufen sein. Doris Runge, die abschließend mit Thorsten Ahrend in einen kleinen Diskurs über Lavant einstieg, beschloss den Abend mit der treffenden Bemerkung: „Immerhin hatte Christine Lavant auch noch die schönste Form des Leidens kennengelernt, die Liebe.“

Binkowski

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