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Ostholstein „Das Wintervergnügen kommt wieder“
Lokales Ostholstein „Das Wintervergnügen kommt wieder“
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00:00 06.01.2013
Die Eisbahn auf dem Oldenburger Rathausmarkt war ein Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien.
Oldenburg

Angefangen hat es märchenhaft, ganz so, als sei es die Heimat des Weihnachtsmannes, aufgehört hat es mit Regen und Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes: Das 1.

Oldenburger Wintervergnügen mit der Eisbahn als Hauptattraktion hat das Stadtbild sechs Wochen lang geprägt. Morgen schließt es seine Pforten. Grund genug für die Lübecker Nachrichten, mit den Beteiligten Bilanz zu ziehen.

Veranstalter Gerrit Milbrodt hat rein wirtschaftlich eine „schwarze Null“ zu verzeichnen. „Das warme und regnerische Wetter vor allem zum Ende hat uns einige Gäste gekostet und die Betriebskosten der Eisbahn in die Höhe schießen lassen. Dennoch haben wir auch ganz wunderbare und knackig kalte Tage erlebt. Dieses charmante Flair haben alle Besucher genossen. Das Feedback war ausschließlich positiv.“ Grundsätzlich sei er sehr zufrieden, auch wenn für die Zukunft noch einige Justierungen vorgenommen werden sollen. Die Hauptbotschaft Milbrodts lautet daher auch: „Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Winter wieder da sind.“

Schlussendlich habe sich gezeigt, dass alle Beteiligten nach anfänglichen Kommunikationsproblemen in eine Richtung gegangen seien. Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) bewertet vor allem drei Standbeine des Projektes positiv: „Die Eisbahn war eine tolle Attraktion für Kinder und Jugendliche. Das Wintervergnügen war ganz allgemein ein toller Treffpunkt für Erwachsene, und ich habe eine tolle Stimmung ausgemacht, die sich auf die gesamte Stadt übertragen hat.“ Erfreulich sei zudem gewesen, dass viele Gäste aus dem Umland gekommen seien, die ohne Eisbahn und Wintervergnügen womöglich nicht nach Oldenburg gekommen wären.

Auch Mitsponsor Thomas Nagel (54) vom Biomarkt & Bistro lobt: „Die Macher dieses tollen Projektes haben sich aus meiner Sicht nicht aufs Glatteis begeben. Für mich als Sponsor war die Umsetzung sehr professionell und unkompliziert. Ich freue mich schon auf die nächsten Ideen dieser Macher, die Oldenburg sicher gut tun werden.“

Erst Anfang November hatten Oldenburger Geschäftsleute unter der Führung der Kuhtorstraßengemeinschaft und der Voßberg-Gemeinschaft, die Stadt und Veranstalter Gerrit Milbrodt beschlossen, eine Eisbahn zum Wintervergnügen nach Oldenburg zu holen. In weniger als zwei Wochen kamen mehr als 30 000 Euro durch Spenden und Sponsoren für die Eisbahn als Risikoabdeckung zusammen. Dem Oldenburger Weihnachtsvergnügen mit Eisbahn stand nichts mehr im Weg.

Die Oldenburger und Gäste nahmen das Angebot in den folgenden Wochen begeistert an. Nicht nur die Eislaufbahn selbst, sondern auch die Stände und vor allem das weihnachtlich geschmückte Festzelt „De ole Stuv“ waren gut besucht. Viele Firmen nutzten die Gelegenheit, abends die Bahn zum Eisstockschießen zu mieten. In dieser Sportart galt es gestern, die 1. Oldenburger Stadtmeisterschaft auszuspielen. Nach hartem Kampf setzten sich mit 20 Punkten die vier jungen Frauen von „Plan B“, Hilke Landt, Celine Schillmüller, Inke Müller und Andrea Tamm-Voß, vor „Die Eiskratzer“ und „Kuhtorstraße on Ice“ durch.

Euphoriewelle nutzen!
Tolle Idee, großartig umgesetzt und auch das nötige Glück beim Wetter gehabt — das Oldenburger Weihnachstvergnügen war ein voler Erfolg. Die Hauptstadt Wagriens ist für sechs Wochen aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Die Oldenburger können stolz sein. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Oldenburger gezeigt haben, was sie auf die Beine stellen können, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Und genau deshalb heißt es jetzt, nicht zurücklehnen und ausruhen, sondern genau da weiter machen. Die Euphorie muss genutzt werden. Mit einer ähnlichen Begeisterung und so einem Engagement könnte auch das Stadtfest wieder zu einem Treffpunkt aller Oldenburger werden. Und warum nicht eine zweijährige Wirtschaftsschau nach dem Vorbild der Gogenkrog-Messe etablieren? Das wäre dem Anspruch, den Oldenburg an sich selbst stellt, gerecht. Von neuen Ideen sollten sich die Macher nicht abbringen lassen, auch wenn auf jede (Euphorie)-Welle sicher auch ein Tal folgt.


Holger Marohn (42) über das Wintervergnügen

in Oldenburg.

Holger Marohn und Peter Mantik

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