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Ostholstein „Das Wissen um den Tod macht uns klüger“
Lokales Ostholstein „Das Wissen um den Tod macht uns klüger“
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21:12 30.09.2017

Wie tief die Hospizinitiative mit ihrem Engagement über diese Zeit hinweg in der Gesellschaft verwurzelt ist, zeigte sich beim Festakt in der Michaeliskirche. „Der Raum hätte noch ein bisschen größer sein können“, stellte Pastorin Maren Löffelmacher angesichts der vollbesetzten Reihen fest. 230 Bankplätze reichten nicht aus, und auch die zusätzlichen Stühle waren schnell belegt.

Besonderer Geburtstagsgast: Dr. Henning Scherf gratulierte Brigitte Maas zu 20 Jahren Hospizinitiative. Quelle: Foto: Jabs

Ein Zuspruch, der die Vorsitzende der Hospizinitiative, Brigitte Maas, überwältigte. In ihrer kurzen Ansprache schilderte sie ihre „schöne und bereichernde Aufgabe“: „Das Wissen um den Tod macht uns freier, lockerer, klüger“, sagte Maas. Die Ärztin dankte allen Wegbegleitern für deren Einsatz. Eine ihrer Mitstreiterinnen war dann auch gleich als Rednerin gefragt. Weil sich Festredner Dr. Henning Scherf verkehrsbedingt erheblich verspätete, galt es nämlich Zeit zu überbrücken.

Was die Sterbebegleiterin Birgit Stender spontan über ihre Erfahrungen erzählte, war so lebensnah und einnehmend, dass niemand unter den Anwesenden auf die Uhr schaute: „Unsere Arbeit ist so wichtig und vielfältig wie das Leben selbst“, schloss sie unter donnerndem Applaus. Der belohnte auch das Ensemble Tribunt, das mit der Melancholie und Lebensfreude der dargebotenen Klezmerstücke den richtigen Ton für die Veranstaltung traf.

Und so konnte der ehemalige Regierende Bremer Bürgermeister trotz Wartezeit vor ein wohlwollendes Publikum treten. Sollte den 78-Jährigen die mehrstündige Odyssee mit Bahn und Taxi angestrengt haben, so war ihm dies nicht anzumerken. Strahlend und hellwach schuf er sofort eine Atmosphäre der persönlichen Nähe und ließ die Menschen an seinen Erlebnissen mit Sterben und Tod teilhaben. Sein Weg führte ihn von den Toten der Bremer Bombennächte in der Kindheit über das Sterben der geliebten Großmutter hin zur Wache am Bett eines Rechtsanwaltes in dessen letzter Nacht und schließlich zur Sterbebegleitung für enge Freunde in der Hausgemeinschaft, in der er mit seiner Frau lebt. Seine Botschaft: Es gilt den Tod als Teil des Lebens anzunehmen, und das Abschiednehmen mit Liebe, Gesang und Genuss zu füllen.

„Ich danke Ihnen allen, dass Sie so viel in diese wunderbare Arbeit investieren. Sie sind die Hoffnungsträger der Gesellschaft“ beschied Henning Scherf den Eutiner Hospizlern. Für die Zukunft wünschte er, dass die Initiative Resonanz bei jungen Menschen finden möge.

Von Astrid Jabs

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