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Das fliegende Auge der Wasserretter

Scharbeutz Das fliegende Auge der Wasserretter

DLRG Haffkrug-Scharbeutz nutzt eine Drohne zur Suche von vermissten Personen. Wasserrettung aus der Luft gibt es seit einem Jahr bei der DLRG Haffkrug-Scharbeutz.

Den am Boden stehenden Menschen überlegen: Aus der Luft kann die von der Drohne getragene Kamera bis zu vier Meter tief ins Wasser sehen.

Quelle: Peyronnet

Scharbeutz. Wenn Dennis Themer mit der Drohne am Strand erscheint, ist er sofort von Schaulustigen umringt. Vor allem Jungen strömen herbei und löchern den Piloten mit Fragen. Themer ist einer von zehn Drohnensteuerern der DLRG Haffkrug-Scharbeutz und nutzt das fliegende Auge, um Menschenleben zu retten.

LN-Bild

DLRG Haffkrug-Scharbeutz nutzt eine Drohne zur Suche von vermissten Personen.

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Wasserrettung aus der Luft gibt es seit einem Jahr bei der DLRG Haffkrug-Scharbeutz. Sie war die erste Station in Deutschland, die diese Möglichkeit nutzte, berichtet Christoph Niemann, der stellvertretende Vorsitzende der DLRG Haffkrug-Scharbeutz. Im Herbst kommt wahrscheinlich eine zweite Drohne hinzu, die bei der Wasserrettung in Timmendorfer Strand eingesetzt wird.

Die Drohne gehört „zur letzten Angriffswelle“, wie Niemann es etwas martialisch formuliert. Erst kommen die Schwimmer oder das kleine Boot (90 Sekunden Reaktionszeit), dann die medizinische Hilfe und die ATV (All Terrain Vehicles, Quads, 180 Sekunden), schließlich die Drohne und das große Rettungsboot (300 Sekunden). Das fliegende Auge hat aber vor allem einen Vorteil, erzählt Niemann: Es kann bis in vier Meter Tiefe blicken. Die Badezone vor den Küstenorten endet bei 3,50 Meter Wassertiefe. 11,5 Kilometer ist der Abschnitt zwischen Neustadt-Hafeneinfahrt und Travemünde lang, den die DLRG Haffkrug-Scharbeutz im Notfall absuchen muss. Das kann die Drohne mit einer Akkuladung schaffen.

Schnell aufgebaut, schnell abgehoben. Wird ein Notfall gemeldet, haben Themer und seine Kollegen die Drohne innerhalb kürzester Zeit in der Luft. Sie geht auf 40 Meter Höhe und blickt tief ins Wasser. Sie bietet so nicht nur wesentlich mehr Sicht, als wenn ein Vermisster vom Boot aus gesucht wird, sondern ermöglicht es auch, über nicht zugängliches Gelände zu fliegen, etwa bei privaten Zugängen zu den Binnenseen. Am wichtigsten ist Niemann aber die gute Sicht. „Wenn man flach aufs Wasser guckt, reflektiert alles.“ Deshalb arbeiten Drohne und Rettungsbootmannschaft im Team.

Die Olympuskamera, die unter dem Fluggerät hängt, ermöglicht farbige Livebilder, die der Pilot auf seinem Monitor am Steuergerät sehen kann. Die Bilder sind etwas einfacher zu interpretieren als beim Sonar und haben einen unmittelbaren Wert. Man muss nur nach einem Fleck am Meeresgrund suchen. In der Ostsee könnten das nur Seegrashaufen sein oder eben ein vermisster Mensch. „Wir haben gute Erfolge mit der Drohne“, erläutert Niemann, fügt aber auch hinzu, dass es weniger eine Anwesenheits- als vielmehr eine Abwesenheitsprüfung sei, für die die Drohne genutzt werde. Die Information, dass niemand da ist, ist sehr wertvoll. Drei bis viermal im Jahr wird das fliegende Auge eingesetzt. Das ist nicht oft. Niemann: „Es beruhigt aber, so etwas zu haben.“ Falls die Drohne doch einen Fund zeigt, sagt Themer, ist es viel einfacher, die Boote dorthin zu lenken. „Ich fliege ran und weise die Boote ein. Ich sage einfach, sie sollen zur Drohne kommen.“ Die ist über dem Wasser gut zu sehen.

Misstrauen oder gar Ablehnung schlägt den DLRG-Piloten nicht entgegen. Zum einen tragen sie eine Weste mit der Aufschrift „DLRG-Luftaufklärung“. „Eine Uniform schafft Vertrauen“, sagt Niemann. Zum anderen ist das große Interesse durchweg positiv. Die Badegäste haben Verständnis für die Einsätze, und die DLRGler nutzen den Kontakt, den ihnen die Drohne einbringt, für Öffentlichkeitsarbeit und um vielleicht den einen oder anderen für die DLRG- Aufgabe zu interessieren. Rechtlich gibt es auch keine Probleme mehr. Die Pflicht zur Aufstiegsgenehmigung, die im vergangenen Jahr noch galt, ist für Rettungsorganisationen weggefallen.

Nach einem Probeflug am Strand von Scharbeutz ist die Drohne so schnell wieder eingepackt, wie sie ausgepackt wurde. Nicht ohne vorher noch von etlichen, vor allem jungen Schaulustigen fotografiert zu werden. Da ist Christoph Niemann gerne bereit, von einem Jungen mit dessen Kamera noch ein Foto zusammen mit der Drohne zu machen. Der Kleine ist begeistert. Vielleicht lockt ihn die Erfahrung später mal in die DLRG.

 Susanne Peyronnet

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