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Ostholstein Das große Tschüss-Sagen in der Rettberg-Kaserne
Lokales Ostholstein Das große Tschüss-Sagen in der Rettberg-Kaserne
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22:16 13.05.2016
Nach 35 Jahren bei der Bundeswehr wird Hauptmann Wolfgang Jebe mit einer Ausfahrt verabschiedet. Quelle: Fotos: Petersen

In der Eutiner Rettberg-Kaserne leeren sich die Stuben. Über die Hälfte der hier stationierten gut 500 Soldaten des Aufklärungsbataillons 6 ist im Auslandseinsatz.

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Ehrennadel für Eutins scheidenden Bürgermeister Schulz, Abschied vom Personal-Offizier – und Kommandeur Radü fliegt nach Mali.

Zum Kosovo und Afghanistan ist Mali als neues Einsatzgebiet für die Eutiner Aufklärer hinzugekommen. Über 100 Soldaten der verstärkten 2. Kompanie sind bereits nach Nordafrika verlegt worden, um dort im Rahmen der UN-Mission „Minusma“ zur Stabilisierung des von militanten Islamisten bedrohten Landes beizutragen. Weitere werden nach Pfingsten folgen. Auch der Kommandeur, Oberstleutnant Alexander Radü, fliegt am nächsten Donnerstag zu seinem Soldaten in den Mali-Einsatz. Mindestens vier Monate wird er dort bleiben, seine Rückkehr ist für Oktober angepeilt.

Dann wird Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz nicht mehr im Amt sein. Bei einem Appell zur Verabschiedung von Hauptmann Wolfgang Jebe in den Ruhestand verlieh der Kommandeur dem ebenfalls scheidenden Stadtoberhaupt die Ehrennadel des Bataillons. „Sie waren in den letzten Jahren eines der Gesichter der tollen und vorbildlichen Integration des Bataillons in der Stadt“, würdigte Radü den Bürgermeister, der in zwei Monaten nach über 14 Jahren die Amtskette abgeben wird. Auch ihn, so Radü, habe Schulz „mit einer Leidenschaft und Herzlichkeit aufgenommen, die nicht selbstverständlich ist.“ Die Verleihung der Ehrennadel unterliege einer strengen Auswahl. Bei Schulz habe es keine Diskussionen gegeben, bemerkte der Kommandeur, der zum Appell auch seinen Vorgänger Oberstleutnant Prinz zu Waldeck und Pyrmont begrüßte.

Nach fast 35 Jahren bei der Truppe, davon die letzten drei Jahre als Personaloffizier beim Aufklärungsbataillon 6, legt Wolfgang Jebe jetzt die Uniform ab. Das Bataillon verabschiedete den von Radü

in höchsten Tönen gelobten Offizier („Sie hinterlassen Ihrem Nachfolger riesige Fußabdrücke)“ mit einer Ausfahrt in einem olivgrünen Quad.

In seinem letzten Appell vor dem Abflug nach Mali skizzierte der Bataillonschef auch kurz die Herausforderungen für die ausgedünnte Mannschaft in Eutin. Neben der Ausbildung neuen Personals stünden in diesem Jahr noch zwei Großvorhaben an: die Teilnahme an der Ausbildungswoche der Heeresaufklärungstruppe in Gotha und eine computersimulierte Gefechtsstandausbildung. „Ich weiß das Bataillon bei meinem Stellvertreter und Ihnen allen in guten Händen“, rief Radü den Soldaten zu.

Möglicherweise kommt auf die Eutiner Aufklärer demnächst noch eine weitere Aufgabe hinzu: die Beteiligung an der erhöhten Nato-Präsenz in Osteuropa, um Flagge gegen Russland und Bündnissolidarität mit Polen und den baltischen Ländern zu zeigen. Inwieweit das Bataillon davon in diesem Jahr betroffen sein wird, „lässt sich noch nicht absehen“, erklärte Radü. Zur Debatte steht es also.

pet

LN

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