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Ostholstein Das lange Ringen um neue Radwege
Lokales Ostholstein Das lange Ringen um neue Radwege
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13:47 18.10.2017
Wollen mehr Radwege (v. l.): Hans-Alfred Plötner (Bürgermeister Schönwalde), Andreas Schulenburg (Gemeindebeirat) und Peter Zink (Bürgermeister Altenkrempe) hoffen auf die Unterstützung durch den Landtagsabgeordneten Peer Knöfler (CDU). Quelle: Foto: Rosenkötter
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Schönwalde

Der Gemeindebeirat „Schönwalde aktiv“ hat etwas losgetreten. Zunächst mobilisierten die Mitglieder etwa 250 Menschen für eine Demo, nun wird die Politik aktiv. Amtsvorsteher Peter Zink, der zugleich Bürgermeister von Altenkrempe ist, spricht sich für eine Radweg-Verbindung von Schönwalde nach Altenkrempe, Hansühn und Lensahn aus. Zudem soll die etwa drei Kilometer lange Lücke zwischen Kasseedorf und Eutin geschlossen werden.

Nach der Großdemo für den Bau neuer Radwege geht die eigentliche Arbeit in die nächste Runde. Das Amt Ostholstein- Mitte will die Landesregierung detailliert über die Notwendigkeit informieren. Seit fast 20 Jahren wird ein Radweg von Schönwalde nach Lensahn gefordert.

Das sagt das Land

Sanierung statt Neubau: Die Landesregierung teilt mit, dass sie aktuell keine Radwege im Bereich Schönwalde plant, sondern auf die Erhaltung bestehender Routen setzt. Dies habe laut AfD eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Volker Schnurrbusch ergeben.

Dass sich viele Bürger Radwege wünschen, ist seit Jahren bekannt. Der steigende Bedarf wird auch durch steigende Absatzzahlen bei den E-Bikes untermauert. Hinzu kommt die teilweise schlechte Versorgung durch den Öffentlichen Nahverkehr. „Wir fordern schon seit 15 bis 20 Jahren, dass ein Weg von Schönwalde nach Lensahn gebaut wird. Einmal war sogar schon ein Staatssekretär vor Ort. Dann wurde alles abgesagt“, erinnert sich Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) aus Schönwalde.

Nun hat eben diese Route die größte Erfolgsaussicht in puncto Realisierung. „Der Planfeststellungsbeschluss liegt vor. Er wurde schon einmal verlängert und läuft 2019 aus. Wenn bis dahin nichts passiert, startet das Verfahren von vorne“, erläutert Ostholsteins Landtagsabgeordneter Peer Knöfler (CDU), der sich jetzt ein Bild von der Situation machte.

Der Christdemokrat versicherte, dass es aktuell genügend Gelder für Infrastruktur-Vorhaben gebe. „Ich möchte das vorantreiben und an die richtigen Türen klopfen. Das ist meine Aufgabe als Dienstleister des Wahlkreises“, sagt Knöfler. Parallel soll die Verwaltung des Amtes dem Land darstellen, warum die Radwege notwendig sind.

Für Peter Zink wäre dies ein erster Schritt. „Uns ist bewusst, dass wir nur ein Teil des Landes sind und es in Dithmarschen, Nordfriesland und Schleswig wahrscheinlich ähnliche Forderungen gibt.

Jedoch dürfen wir nicht in Jahrzehnten denken“, plädierte er für eine zügige Umsetzung der genannten Radwege. Verhalten optimistisch zeigte er sich bezüglich des Landerwerbes. „Das wird schwierig.

Die betroffenen Landwirte haben mit der Hinterlandanbindung, der Stromtrasse und dann auch noch mit dem Radweg zu kämpfen. Ich denke aber, dass sie um die Sensibilität wissen“, so Zink weiter.

Laut Andreas Schulenburg, Vorsitzender des Gemeindebeirats, hat es in den vergangenen Jahren keine Unfälle mit Radfahrern gegeben. Dies führt er darauf zurück, dass viele aus Angst nicht auf den Strecken rund um Schönwalde unterwegs seien. „Die Situation auf den Landesstraßen ist lebensgefährlich. Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto“, betont der Polizist, der sich als Privatmann für den Bau von Fahrradstrecken einsetzt. Würde es Radwege geben, könnte der Nachwuchs unter anderem im Sommer zum Waldschwimmbad radeln.

Hinzu kommt laut Zink, dass eine steigende Zahl von Urlaubern, die gerne mit dem Fahrrad die Region erkunden möchte. Diese Klientel würde dringend sichere Wege benötigen.

 Sebastian Rosenkötter

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