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Ostholstein Das lange Warten auf die Strandaufspülung am Sund
Lokales Ostholstein Das lange Warten auf die Strandaufspülung am Sund
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14:42 31.10.2017
In Großenbrode geht die Strandaufspülung und Planierung der aufgetürmten Sandberge langsam dem Ende entgegen. Quelle: Foto: Billhardt
Fehmarn/Großenbrode/Heiligenhafen

Es ist eine Sandkiste von besonderem Ausmaß: Bis zu acht Meter hohe Sandberge türmten sich zeitweilig an der Küste von Großenbrode auf. Die Strandaufspülung im Bereich vorm „Vier Jahreszeiten“ ist jetzt beendet. Binnen acht Tagen sollen 75000 Kubikmeter Sand planiert werden, die zuvor über ein 1,4 Kilometer langes Rohrsystem aus der Binnensee-Einfahrt her gepumpt wurden. Wo vorher Ostseewasser war, entsteht auf rund 400 Meter Länge ein fast 30 Meter breiter Strand. Finanziert werden die 750000 Euro aus Eigenmitteln.

Am Sund sollen durch Strandaufspülungen zwei Top-Strände nach dem Sturmtief „Axel“ (Januar 2017) wieder sicher werden. Großenbrode ist fast fertig, Fehmarn erhält Geld aus dem Sonderfonds. Heiligenhafen lehnte ab.

Sonderfonds des Landes

1,5 Millionen Euro hat das Land für die durch das Sturmtief „Axel“ besonders gebeutelte Ostsee-Kommunen per Sonderfonds bewilligt.

Grundsätzlich sind Strandaufspülungen nicht förderfähig. Aber in Burgtiefe drohte, dass beim nächsten Mal die Dünen angegriffen werden.

Strand in Burgtiefe noch nicht gesperrt

Gestern Morgen wagen sich erste Urlauber nach dem Abflauen von Herbststurm „Herwart“ wieder an den Burger Südstrand. Mit Bollerwagen, Drachen und windfesten Kapuzen. Doch eigentlich hätte Fehmarns Top-Strand großräumig gesperrt werden müssen.

Vor Burgtiefe ist die erste große Strandaufspülung seit 1980 längst überfällig. Danach wird der Strand 40 bis 50 Zentimeter höher liegen. Rund 26 000 Kubikmeter Sand sollen durch eine 1,5 Kilometer lange Rohrleitung hierher transportiert und aufgebracht werden – mit aufwändiger Baustelleneinrichtung und hohen Sicherheitsstandards.

Als wäre das monatelangen Warten auf Kiel nach „Axel“ nicht schon nervig genug gewesen: Der am 9. Oktober geplante Start ist immer wieder verschoben worden. Der Südstrand ist frei zugänglich, nur einige Rohre liegen auf einer Behelfsfläche. Ein Zitterspiel.

Schiff liegt noch in der Nordsee

Erst dauerten andere Aufträge länger als geplant, dann lag das Spezialschiff wetterbedingt in der Nordsee. Kaum hatte der Tourismus-Service Fehmarn den Zeitplan korrigiert, war auch der 1. November nicht mehr zu halten. Zur Unwetterlage kam noch ein Motorschaden am Schiff dazu. Jetzt soll die Maßnahme am 6. November starten.

Dabei hatten Tourismusausschuss und Stadtvertretung Ende September per Dringlichkeitantrag kurzfristig die politischen Weichen gestellt. Sie standen unter Zugzwang. Das Land bezuschusst nur Maßnahmen, die bis Ende Oktober abgeschlossen sind. „Es liegt nicht an uns, der knappe Termin war nicht zu halten“, so Fehmarns stellvertretender Bürgermeister Werner Ehlers (CDU). Jetzt hat die Fördermittelstelle die Fristen bis zum 30. November verlängert. Damit fände das Zitterspiel ein glückliches Ende, wenn nicht wieder etwas passiert.

Ähnlich die Problematik in Heiligenhafen: Das Rathaus erfuhr am 8. September, dass eine Sandaufspülung von 22000 Kubikmetern als Schadensbehebung vom Land mitgefördert werden könne – mit einer Frist für die Maßnahme bis 30. September und mit Eigenbeteiligung in Höhe von 600000 Euro. Die Stadtvertretung lehnte einstimmig ab. Bürgermeister Heiko Müller (parteilos): „Das war zu kurzfristig, auch wenn wir die Frist hätten verschieben können.“ Der aktuelle Sturm zeige zudem, dass der Sand schon wieder weg wäre, wenn man ihn aufgespült hätte.

 G.-J. Schwennsen, M. Billhardt und P. Mantik

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