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Das letzte Spiel der alten Orgel

Neustadt Das letzte Spiel der alten Orgel

Abschied von der alten Marcussen-Orgel: Im Gottesdienst am Sonntag (10.30 Uhr) ist das Instrument in der Oldenburger Johanniskirche zum letzten Mal zu hören. In der kommenden Woche beginnt der Abbau. In etwa einem Jahr, am ersten Advent 2018, soll die neue Orgel eingeweiht werden.

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Das Innenleben einer Orgel: Im Gehäuse ist die aufwendige Technik des Instruments zu sehen.

Oldenburg. „Ein bisschen Wehmut ist auf jeden Fall dabei“, gibt Kirchenmusiker Matthias Voget zu. Seit fast zehn Jahren spielt er auf der alten Orgel in der Johanniskirche. Und obwohl er schon jetzt dem Tag entgegenfiebert, an dem zum ersten Mal das neue Instrument im Gotteshaus erklingt, fällt ihm der Abschied nicht ganz leicht.

LN-Bild

Abschied von der alten Marcussen-Orgel: Im Gottesdienst am heutigen Sonntag (10.30 Uhr) ist das Instrument in der Oldenburger Johanniskirche zum letzten Mal zu hören. In der kommenden Woche beginnt der Abbau. In etwa einem Jahr, am ersten Advent 2018, soll die neue Orgel eingeweiht werden.

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Am Reformationstag hat der Organist vor 200 Zuschauern das letzte Konzert auf der Marcussen-Orgel gegeben; heute geht deren Ära endgültig zu Ende. Die Hermann Eule GmbH mit Sitz in Bautzen baut für die Kirche ein neues Instrument. Voraussichtlich Mitte August 2018 soll dessen Aufbau in Oldenburg beginnen.

Fast 1900 Pfeifen werden zu hören sein

Die alte Marcussen-Orgel hat bei einem Umbau Ende der 50er Jahre erheblichen Schaden genommen und muss ersetzt werden. 530000 Euro investiert die Kirchengemeinde in das Projekt. Mehr als 100000 Euro davon hat der eigens gegründete Orgelbauverein als Spenden, durch Benefizkonzerte und viele weitere Aktionen eingeworben (die LN berichteten).

Die zukünftige Orgel lasse sich leichter bedienen und bringe eine höhere Klangqualität sowie -vielfalt mit, erläutert Kirchenmusiker Voget. Mit 29 hat sie drei Register mehr als ihr Vorgänger (ein Register enthält je nach Umfang 56 oder 30 Pfeifen). Insgesamt sind es dann fast 1900 Pfeifen.

Dieser enorme Tonumfang biete musikalisch viel mehr Möglichkeiten, schwärmt Voget. Damit lasse sich jedes Stück spielen, ohne – wie bisher – zum Teil improvisieren zu müssen, etwa durch einen Wechsel der Tonart. Auch werde der Klang der neuen Orgel wärmer und voller sein als bisher, und die Technik sei viel ausgereifter. Beispielsweise könnten die einzelnen Register elektronisch gezogen werden statt manuell, und bis zu 10000 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten könnten gespeichert und bei Bedarf ganz einfach abgerufen werden.

Umbaumaßnahmen in der Kirche

In der kommenden Woche soll der Abbau der alten Marcussen-Orgel beginnen. Matthias Voget rechnet damit, dass die Fachleute dafür etwa zwei Wochen brauchen werden. Anschließend sind für den Nachfolger der bisherigen Orgel auch in der Kirche Umbaumaßnahmen geplant: Die Empore soll ein Stück abgesenkt werden und das Gehäuse für das Instrument um 1,20 Meter vorrücken.

Andenken: Ein Stück der alten Orgel bleibt

Weil das sogenannte Rückpositiv – ein Orgel-Werk, das separat am Rand der Empore steht – bei der neuen Orgel wegfalle, werde trotzdem noch genug Platz für den Chor sein, so Voget.

Das große Gehäuse bleibt indes erhalten: Es wird auch den neuen Pfeifen als Zuhause dienen. Und sogar einige 150 Jahre alte Original- Pfeifen werden wieder in das neue Instrument integriert.

Einige der übrigen Pfeifen sollen versteigert werden, ein Großteil von ihnen wird aber weiterhin Musik machen: Sie sollen für eine Kirche in Polen „recycelt“ werden.

Neustädter Orgel erstrahlt in neuer Pracht

Die Restaurierung der Orgel in der Neustädter Stadtkirche ist fast abgeschlossen. Seit August wird die rund 400 Jahre alte Farbschicht, die seit knapp 200 Jahren überdeckt ist, freigelegt.

Akanthusmalereien und Mauresken aus der maurischen Malerei mit figürlichen Darstellungen wie Fratzen und Engelsgesichtern zeugen laut Kirchenkantor Andreas Brunion von der spätgotischen Herkunft des Orgelgehäuses zwischen 1580 und 1620.

Eingeweiht werden soll die Orgel am Sonntag, 10. Dezember. Ab 17 Uhr will Professor Wolfgang Seifen an dem Instrument spielen. Eintritt wird nicht fällig. Jedoch sollen Spenden für die Orgel gesammelt werden.

 Jennifer Binder

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