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Ostholstein „Das schönste Revier im Land“
Lokales Ostholstein „Das schönste Revier im Land“
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22:15 02.02.2016
Wohnen im Wald: Jörn Siemens , seine Frau und Dackel „Fiete“ sind jetzt im Forsthof zuhause. Quelle: Fotos: S. Latzel

Sie sind seit April 2015 Förster in Ahrensbök und im Dezember in den Forsthof gezogen. Wie ist es dort?

Jörn Siemens: Toll. Das Haus ist ja von 1890 und musste von Grund auf saniert werden. Es ist noch einiges zu tun, aber es ist wirklich ein Privileg, hier zu wohnen.

Sie haben in diesem Revier schon vorher als Vertretung gearbeitet. Warum wollten Sie unbedingt hierher?

Siemens: Weil es das schönste Revier in Schleswig-Holstein ist, mit guten, nährstoffreichen Böden und 85 Prozent Laubholz, und sehr abwechslungsreich. Außerdem stamme ich aus der Gegend, und ich schätze es sehr, dass ich dort arbeite, wo ich aufgewachsen bin.

Wie sind Sie als „Neuer“ von den Ahrensbökern aufgenommen worden?

Siemens: Insgesamt sehr positiv. Als Förster steht man durchaus ein wenig im Fokus der Öffentlichkeit, das habe ich schon gemerkt. Einige Bürger sind auch kritisch, etwa in puncto Holzernte.

Aber die meisten sind sehr nett. Eine gute Kontaktmöglichkeit ist dabei der Brennholz-Verkauf. Wir suchen auch noch Selbstwerber, sie sind herzlich willkommen.

Ihr Vorgänger Ekkehard Heisinger hat zu einigen Themen, etwa der bleifreien Jagd, recht offensiv Stellung bezogen. Wie wollen Sie das handhaben?

Siemens: Ich möchte meinen eigenen Weg finden — und gleichzeitig die Arbeit meiner Vorgänger fortsetzen. Ich werde hier vielleicht maximal 30 Jahre arbeiten. Das ist im Verhältnis zum Bestand eines Waldes wenig, ich bin also so gesehen nur kurze Zeit zu Gast.

Mit 33 Jahren stehen Sie für die jüngere Generation von Förstern. Hat sich bei der Arbeit viel verändert?

Siemens: Im Prinzip nicht — bis auf die technischen Möglichkeiten natürlich. Mittlerweile können wir ja zum Beispiel das Holz per i-Pad vermessen.

Womit haben Sie derzeit am meisten zu tun?

Siemens: Mit dem Holzeinschlag. Allerdings hätte es aus meiner Sicht gern kälter bleiben dürfen. Jetzt sind die Böden wieder aufgeweicht, und wir mussten eine Pause einlegen. Deswegen liegen noch 1000 Festmeter Buche im Wald.

Was ist Ihre Aufgabe beim Holzeinschlag?

Siemens: Ich bereite die Bestände vor und zeichne die Bäume aus, die gefällt werden sollen. Im Ahrensböker Forst machen wir etwa 8000 Festmeter im Jahr — etwa ein Drittel davon bis März, ein weiteres bis zum Sommer und das letzte Drittel im November.

Gibt es Probleme im Wald?

Siemens: Ja, das Eschentriebsterben hat sich leider ausgebreitet, das ist eine Pilzerkrankung der Bäume. Bei uns sind etwa 70 Hektar betroffen. Wir müssen jetzt überlegen, was wir mit dem Bestand machen. Einen Teil können wir vielleicht als Totholz stehen lassen.

Wie ist die Jagd-Situation in Ahrensbök?

Siemens: Mit den Wildschwein-Beständen haben wir keine Probleme. Beim Reh- und Damwild müssen wir natürlich die Vorgaben zum Abschuss einhalten. Auch das dient der Wald-Verjüngung.

Wie gut ist Ihr Dackel „Fiete“ als Jagdhund?

Siemens: (lacht) An 340 Tagen im Jahr ist er eher ein Familienhund. Aber auf der Jagd ist er beim Stöbern und bei der Nachsuche gut einsetzbar.

Interview: S. Latzel

Zur Person
Jörn Siemens (33) ist in Eutin zur Schule gegangen. Der Diplom-Forstwirt arbeitete nach dem Studium in der Zentrale der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, bis er am 1. April 2015 Förster in Ahrensbök wurde. Sein Revier umfasst 1600 Hektar. Jörn Siemens wohnt mit seiner Frau im Forsthof und bietet montags von 16 bis 18 Uhr eine Sprechstunde an. Auskünfte gibt es unter Telefon 04525/490 oder 0175/2211853, die E-Mail-Adresse lautet joern.siemens@forst-sh.de.

LN

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