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Lokales Ostholstein Das verschwundene Brautkleid
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23:28 26.09.2013
Das verlorene Brautkleid hing im Februar im Schaufenster des Kirchenladens. Die Leiterinnen Sabine Restoff, Yvonne Giesecke und Kirstin Mewes-Goeze (v.l.) hoffen nun, dass es zurückgebracht wird. Quelle: Foto: Peyronnet

Es ist weg. Das Brautkleid, in dem Annette Rosenfeld aus Ahrensbök vor zehn Jahren heiratete, wurde vom Ahrensböker Kirchenladen „Fair und Mehr“ an eine unbekannte Frau verliehen. Das war im Februar. Bis heute hat die Frau das Kleid nicht zurückgebracht. Annette Rosenfeld hat so ein wichtiges Erinnerungsstück verloren. Die Mitarbeiterinnen des Kirchenladens sind zwar betreten, sich aber keiner Schuld bewusst und hoffen nun, dass die Unbekannte das Kleid doch noch zurückbringt. „Wir wissen nicht, ob es ein Versehen ist oder ein gemeiner Betrug“, sagt Pastorin Kirstin Mewes-Goeze, nimmt aber erst einmal das Versehen an. „Wir hoffen, dass das Kleid durch diesen Aufruf zurückkommt.“

Weggekommen ist es bereits im Februar. Per Zufall hatte Rosenfeld erfahren, dass der Kirchenladen, der genau gegenüber ihrem Geschäft Schuhtreff liegt, für die Valentinsdekoration ein Brautkleid suchte. Also stellte die Geschäftsfrau ihres zur Verfügung. Dann kam eines Tages plötzlich eine Frau in den Kirchenladen und sagte, genau so ein Brautkleid suche sie, ob sie es sich ausleihen könne.

Das berichtet Sabine Restoff, die ehrenamtlich das Schaufenster im Kirchenladen dekoriert. Die Unbekannte erhielt die Auskunft, das Kleid gehöre einer Geschäftsfrau. In diesem Moment ging Rosenfeld zufällig am Kirchenladen vorbei. Restoff wies die Unbekannte darauf hin, die nach draußen lief, mit Rosenfeld sprach, wieder in den Laden kam und mitteilte, sie habe die Erlaubnis, das Kleid auszuleihen. Also wurde es ihr ausgehändigt.

Nur hat Rosenfeld nach eigenen Angaben aber gar nicht ihre Erlaubnis gegeben. „Ich habe ihr nur gesagt, das müssten wir erst einmal sehen.“ Sie habe gar keine Zeit gehabt, um so schnell eine Entscheidung zu treffen. Auf die Mitarbeiterinnen vom Kirchenladen ist die Geschäftsfrau gar nicht gut zu sprechen: „Es geht nicht, einfach das Kleid herauszugeben, ohne sich einen Namen oder eine Adresse aufzuschreiben. Die wissen doch gar nicht, was ich mit der Frau besprochen habe.“ Im Juli ist Rosenfeld dann in den Kirchenladen gegangen um zu fragen, wann sie ihr Brautkleid wiederbekomme.

Erst da habe sie erfahren, dass es ausgeliehen worden sei. „Ich bin so enttäuscht. Das Kleid hat für mich einen hohen ideellen Wert. Man gibt doch fremdes Eigentum nicht einfach einer Fremden mit.“

Die Frauen im Kirchenladen sind sich keiner Schuld bewusst. Zumal die Frau das Kleid in die Reinigung gleich nebenan gebracht und es dort auch wieder abgeholt habe. Außerdem hätten sie keinen Zweifel daran gehabt, dass zwischen Rosenfeld und der Unbekannten alles besprochen war. „Wir sind gar nicht auf die Idee gekommen, dass die beiden nicht ihre Adressen ausgetauscht haben“, berichtet Mewes-Goeze. An das Aussehen der Frau können sich die Kirchenladen-Mitarbeiterinnen nicht erinnern, auch nicht daran, wann die Hochzeit sein sollte, für die das Kleid benötigt wurde. Alle Recherchen haben bisher keinen Hinweis auf den Verbleib des Kleides gebracht. Im Kirchenladen wird jedoch vermutet, dass die Unbekannte in Ahrensbök lebt, zumal sie sagte, sie sei schon öfter am Kirchenladen vorbeigekommen. Auch dass sie das Kleid gleich nebenan zur Reinigung brachte, spreche für eine Ahrensbökerin. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass das Kleid nur aus Versehen noch nicht zurückgebracht wurde. Und dass es bald wieder auftaucht.

„Wir wissen nicht, ob

es ein Versehen ist oder

ein Betrug.“
Kirstin Mewes-Goeze, Pastorin

Susanne Peyronnet

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