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Ostholstein „De Plattdüütsch Krink“ ist auf Nachwuchssuche
Lokales Ostholstein „De Plattdüütsch Krink“ ist auf Nachwuchssuche
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20:37 04.07.2017
Roswitha Friedrichsen und Peter Mille suchen für das Jubiläum „25 Jahre Plattdüütsche Krink“ schon mal Geschichten zum Vorlesen. Quelle: Foto: Düvell-Veen
Ratekau

Roswitha Friedrichsen kann ganz schön hart sein. „Wehe, ich erwische jemanden, der kein Plattdeutsch spricht. Wozu sind wir denn sonst hier?“ fragt die 77-Jährige und lacht. Seit vier Jahren ist die Ratekauerin Vorsitzende, oder besser „de Baas“, vom „Plattdüütsche Krink to Ratekau“. Regelmäßig an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat treffen sich dessen Mitglieder von 15 bis 16 Uhr im Seniorentreff, um gemeinsam plattdeutsche Geschichten zu lesen und zu hören. In diesem Jahr wird der Krink 25 Jahre alt. Grund genug, an die Anfänge zurückzudenken und in die Zukunft zu blicken.

Der frühere Englischlehrer Peter Mille war eines der Gründungsmitglieder, und er ist auch heute noch aktiv dabei. Der 79-Jährige erinnert sich noch sehr genau an den Abend, als er mit dem früheren Bürgermeister Wilhelm Rehpenn, der zugleich Volkshochschulleiter war, zusammensaß. Gemeinsam überlegten sie, welche attraktiven Punkte noch im VHS-Programm aufgenommen werden könnten. „Plattdeutsch wäre doch schön“, stellten beide fest.

Dafür fanden sich zwar genügend Interessente, es meldete sich aber kein Dozent. Und auch Mille, der als gebürtiger Berliner diese Mundart erst gelernt hatte, traute sich diesen Unterricht nicht zu.

Dafür hatte er die zündende Idee: „Wir brauchen doch gar keinen Lehrer. Wir brauchen nur einen Ort, an dem sich Menschen, die Plattdeutsch sprechen wollen, treffen.“ Diese Gruppe fand sich schnell, kam regelmäßig in die Grund- und Hauptschule und bestimmte: „Peter, du büst de Baas“.

Nach zehn Jahren gab Mille den ehrenvollen Titel des Vorsitzenden an Hans Lemburg ab. Ihm folgte vor vier Jahren Roswitha Friedrichsen. Sie spricht seit ihrer Kindheit Platt, hat während ihres politischen Engagements als Kreistagsabgeordnete auch in Eutin so manche Rede auf Platt gehalten. Als junge Frau spielte sie Laientheater in dieser Mundart, und sie übersetzte Stücke vom Hochdeutschen ins Platt. Ihre drei erwachsenen Kinder, darauf ist sie sogar ein wenig stolz, sprechen „alle ganz ordentlich Platt“.

Sorgen bereitet sowohl Mille als auch Friedrichsen die Zukunft des Krinks. Es fehlt einfach der Nachwuchs. Von den 22 Mitgliedern ist Marlene Labrenz mit ihren 100 Lenzen die älteste und Irmgard Bartholomé als 70-Jährige die Jüngste.

Das Vermitteln der plattdeutschen Sprache müsse schon im Kindergarten, spätestens aber in der Schule beginnen, fordern die beiden Ratekauer.

Mille ist sogar bereit, in den Unterricht zu kommen, dort Geschichten vorzulesen und etwas über das Platt zu erzählen. Roswitha Friedrichsens Wunsch zum Jubiläum: „Es ist wirklich eine Herzensangelegenheit, jüngere Menschen für diese schöne Sprache zu gewinnen.“

Sie nimmt Anmeldungen für das Jubiläumsfest, bei dem es auch Live-Musik sowie viele Geschichten und Gedichte geben wird, entgegen unter der Telefonnummer 04504/67441.

Kaffee und Kuchen zum Fest

Das Jubiläum „25 Jahre Plattdüütsche Krink“ in Ratekau wird am Sonnabend, 15. Juli, zwischen 15 und 18 Uhr im Seniorentreff an der Bäderstraße 13 in Ratekau ganz groß gefeiert. „Wer Lust an’t Platt hett, ist hiermit vun Harten inlodt. Kaffee un Koken gifft dat ook“ heißt es in der Einladung von „de Baas“ Roswitha Friedrichsen.

Christina Düvell-Veen

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