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Ostholstein Deiche, Schafe und Weitblick
Lokales Ostholstein Deiche, Schafe und Weitblick
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18:12 13.07.2018
Der Klassiker als Snack für zwischendurch: Ein Fischbrötchen in maritimer Atmosphäre wie hier am Hafen von Orth ist eine ideale Stärkung. Im Sommer ist der Hafen bei Seglern, Surfern und Kitern sehr beliebt.
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Start- und Endpunkt der Tour über die Insel Fehmarn ist Burg. Diese Radtour ist wegen der wenigen Anstiege gut zu schaffen, obwohl sie mit mehr als 50 Kilometern etwas länger dauert. Wer die Länge scheut, muss bedenken: Fehmarn ist platt, Erhebungen gibt es hier so gut wie keine. Lediglich, um auf die Deiche zu kommen, muss man sich ein wenig anstrengen. Sonst ist der einzige Feind des Radlers der Gegenwind.

Auf dieser Fahrradtour lohnt es sich, ein Fernglas einzupacken. Mit etwas Glück begegnet man nicht nur vielen verschiedenen Vogelarten, Schafen, Galloway-Rindern und Wildpferden. An der Nordküste der Insel kann man sogar bis nach Dänemark schauen.

Wer schlapp macht, kommt auch nach Hause

In Burg auf Fehmarn gibt es einen Bahnhof, von dem in regelmäßigen Abständen Züge nach Puttgarden und in Richtung Lübeck fahren. Sollte man während der Radtour mal eine Panne haben oder einfach keine Energie mehr zum Radeln, dann fahren auch Busse über die gesamte Insel.

Für Naturfans ist die Tour genau das Richtige. Aufgepasst: Fehmarn wird nicht umsonst als „Sonneninsel“ bezeichnet. Durchschnittlich 2200 Stunden scheint die Sonne im Jahr auf Fehmarn. Vor der Tour und auch währenddessen sollte man sich also gut eincremen.

In Burg hat man noch die Möglichkeit, sich in einem Supermarkt ein bisschen Proviant zu besorgen. Von dem kleinen Örtchen führen gut ausgebaute Radwege an idyllischen Rapsfeldern vorbei durch das Landesinnere. Nach kurzer Zeit erreicht man die Küste, dann wird auf dem Deich weitergefahren. Der Blick ist berauschend, die Strecke eben und im Ohr hat man Schafgeblöke und Meeresrauschen – herrlich. Kleiner Tipp für Radler: Man sollte versuchen, nicht in die engen Radfahrspuren auf dem Deich zu gelangen, sondern auf dem breiteren Grünstreifen in der Mitte zu fahren. Schon viele Radler kamen dabei ins Straucheln, weil sie die Spur nicht gehalten haben.

162 Stufen bis zur Spitze des Leuchtturms

Die erste Pause kann man in dem verschlafenen Örtchen Orth machen. Hier gibt es leckere Fischbrötchen, eine Hafenatmosphäre und in direkter Nähe ist der Kitesurfspot der Insel, wo man die umherrasenden Wassersportler auf der Ostsee beobachten kann. Kurz nach Orth erreicht man den Leuchtturm Flügge. Wer in Orth keine Pause gemacht hat, kann das in dem kleinen Café unterhalb des Leuchtturms nachholen. Die 162 Stufen, die zur Spitze des Turms führen, sind zwar anstrengend zu bewältigen, aber die Aussicht von oben lohnt sich.

Weiter geht es an der Westküste von Fehmarn. Nach einer kurzen Strecke erreicht man die Nabu-Station im Naturschutzgebiet Wallnau. Hier können sich Besucher über hiesige Vögel informieren, eine Kräuterwanderung machen und allerlei Infos zur Region bekommen. Auch ein Mittagstisch mit Chili con Carne von heimischen Galloway-Rindern wird angeboten.

Auf Deichen geht die Tour weiter an der Küste entlang. Wer Lust auf einen kurzen Strandbesuch hat, der stellt sein Rad einfach am Zaun ab und sucht sich auf den langen Sandstränden ein ruhiges Plätzchen. Ein wenig sollten Radler auf die Hinterlassenschaften der vielen Schafe Acht geben und vielleicht hier und da ein bisschen Slalom fahren.

Nach ein paar Kilometern, die wie im Flug vergehen, kommt man zum Niobe-Denkmal. Es erinnert an ein gesunkenes Segelboot, das 1932 vor der Küste Fehmarns in ein Gewitter geriet und 69 Menschen das Leben kostete. Ein Stein und ein Segelmast erinnern an die verstorbenen Seeleute.

Von dem Denkmal führt die Strecke dann wieder ins Landesinnere der Insel. Durch die kleinen beschaulichen Dörfer Wenkendorf und Dänschendorf führt der Weg den Radler über Landkirchen zurück zum Startpunkt nach Burg. Ziemlich durchgepustet vom Küsten-Wind und voller neuer Eindrücke bietet sich in dem Ort ein Besuch in einem der vielen Restaurants an, um die Radtour gemütlich abzuschließen.

Hannes Lintschnig

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