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10:23 22.09.2017
Peter Weinreich macht sein Spiegelteleskop startklar. In zehn Tagen eröffnet er seine Sternwarte in Neustadt. Quelle: Fotos: Markus Billhardt
Neustadt

„Die Sterne haben eine große Anziehungskraft auf Menschen. Sie sind unnahbar. Wir können einfach nur hinschauen und staunen“, sagt Peter Weinreich. 30 Jahre war er in der Unternehmensberatung tätig, bis er bei einem Projekt in einer Firma mit vielen Inklusionsmitarbeitern feststellte, dass es da noch mehr zwischen Himmel und Erde. „Ich möchte unterhaltsam und verständlich zeigen, woher wir kommen. Denn wir sind alle Kinder des Weltalls und am Ende nur Sternenstaub.“

Peter Weinreich ist Physiker und war schon immer fasziniert von den unendlichen Weiten des Universums. Lange Zeit war es nur ein Hobby, doch jetzt möchte er, dass alle die Sterne erleben, sehen und verstehen können. Daher entsteht gerade eine Sternwarte im Garten des Neustädters.

„Wir sind alle Kinder des Weltalls und am Ende doch nur Sternenstaub.Peter Weinrich

Sternwarten-Besitzer

Angefangen habe alles mit einem Teleskop auf der Terrasse in seiner alten Heimat in Ostwestfalen. Es folgte der Bau seiner ersten Sternwarte. „Es war eigentlich nur eine kleine Schutzhütte auf Rädern“, sagt der Astronom aus Leidenschaft und zeigt auf den unscheinbaren Holzkasten, den er mit nach Neustadt gebracht hat. Seit Juli wohnt Weinreich mit seiner Frau im Ruhleben, etwas abseits der Lichter der Stadt: „Hier ist eigentlich bis auf die Maisfelder nur Himmel. Wir haben lange nach so einem Platz gesucht.“

Endlich hatte er hier die Möglichkeit, eine richtige Sternwarte mit elektrisch ausfahrbarem Dach zu errichten. Sein Spiegelteleskop mit etwa 50 Zentimeter Durchmesser und einer Brennweite von 2430 Millimetern versucht Peter Weinreich so einfach wie möglich zu erklären: „Das Licht fällt ein, reflektiert in den Fangspiegel, wird in der Mitte durchgeworfen und kommt in der Kamera heraus.“

Man müsse es fototechnisch umsetzen, anders gehe es nicht, da das menschliche Auge viel zu empfindlich sei. „Wir sehen dabei stets nur die Vergangenheit. Licht braucht ja immer eine Zeit, bis es zu uns kommt. Aber dann ist es durchaus möglich, Galaxien und Gasnebel zu sehen, die auch 300 Millionen Lichtjahre entfernt sind“, erläutert der Diplom-Physiker. Die beste Zeit zur Beobachtung sei immer anderthalb bis zwei Stunden nach dem Sonnenuntergang. „Astronomen lieben deswegen den Winter“, stellt Weinreich fest und ergänzt lachend: „Dann können auch kleine Forscher mitmachen, die nicht so lange aufbleiben dürfen.“ In der heutigen Zeit werde viel zu viel nach unten aufs Handy statt nach oben geschaut. So bietet Weinreich auch Kindern die Teilnahme an einem Weltraumforscherclub an und hält im Rahmen der Neustädter Kinderuni einen Vortrag. Unter dem Motto „Sterne für alle“ steht er allen Interessierten für Workshops zur Verfügung und bringt ihnen die Grundlagen der Astronomie näher. Am Montag, 2. Oktober, um 18.30 Uhr ist Eröffnung der Sternwarte. „Und bei klarem Himmel werden wir natürlich zu den Sternen blicken.“

Anmeldung zur Eröffnung der Sternwarte unter www.sterne-fuer-alle.de oder facebook.com/Sterne.fuer.alle

 Markus Billhardt

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