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„Den Bau im Herzen tragen“

Ahrensbök „Den Bau im Herzen tragen“

Am Ausbildungszentrum Ahrensbök sind gestern 144 junge Männer freigesprochen worden.

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Sie wurden bei der gestrigen Freisprechung der Bau-Innung in Ahrensbök ausgezeichnet und mit Präsenten – Bohrmaschinen und Büchern – bedacht: Florian Faast, Michael Hügler, Jan Hauke Bartels, Lennart Päpke, Tobias Sienknecht, Kai Juhls, Momme Bahr und Alexander Fuchs (v. l.).

Quelle: S. Latzel

Ahrensbök. In Halle E auf dem Gelände des Ausbildungszentrums Ahrensbök ist ohnehin immer einiges los, einmal im Jahr aber wird es dort richtig voll – wenn die Freisprechung der Bauindustrie ansteht, so wie gestern. Gut 500 Gäste verfolgten die Ansprachen für die jungen Facharbeiter im Straßen-, Kanal- und Betonbau. „Normalerweise ist das hier die Tiefbau-Halle“, informierte Andreas Ketzner, Leiter des Ausbildungszentrums, die Versammelten, „also müssten Sie hier eigentlich im Kies graben.“

„Sie haben ein bedeut- sames Ziel erreicht, und das Handwerk wird gebraucht.“ Bürgermeister Andreas Zimmermann

„Die Straßen zerfallen, aber jetzt wird Geld für die Infrastruktur ausgegeben.“ Frank Schlemmer, Förderverein

Das aber war natürlich nicht gefragt. Statt dessen läutete Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann die Feierstunde mit einem großen Lob ein. „Sie haben ein bedeutsames Ziel erreicht“, beschied er den Gesellen, „und das Handwerk wird gebraucht.“ Exakt 199 junge Männer haben vor zwei oder drei Jahren ihre Ausbildung in Ahrensbök begonnen, 165 von ihnen nahmen an der Prüfung teil, 144 haben bestanden – womit die Quote von 87,3 Prozent um 0,1 Prozent unter der des Vorjahres liegt.

„Die Straßen zerfallen“, merkte Frank Schlemmer, Vorsitzender des Fördervereins des Ausbildungszentrums, kritisch an, „aber jetzt wird auch Geld für die Infrastruktur ausgegeben.“ Er fand schwärmerische Worte für die Berufe, die die Freigesprochenen gewählt haben: „Auf dem Bau zu arbeiten, heißt auf dem Bau zu leben und den Bau im Herzen zu tragen.“ Die Baubranche biete weiterhin ausgezeichnete Zukunftsperspektiven, so Schlemmer, „und wenn Ihnen doch einmal Steine in den Weg gelegt werden sollten, bitte ich Sie, etwas Schönes daraus zu bauen.“

Prämiert wurden in Halle E zudem die „herausragenden Werkstücke 2016“, und diese stammen von: Jan Hauke Bartels (Betonbauer, Ditting-Bau Rendsburg), Alexander Fuchs (Kanalbauer, Michel-Bau Neumünster), Momme Bahr (Straßenbauer, Eurovia-Teerbau, Langenhorn) und Kai Juhls (Straßenbauer, OTG-Baugesellschaft, Oldenburg). Von der Landesberufsschule Rendsburg wurden zudem vier Straßenbauer für ihr soziales Engagement ausgezeichnet: Florian Faast (Gollan-Bau, Neustadt/Beusloe), Michael Hügler (Grothe-Bau, Lübeck), Lennart Päpke (TSE-Jan Wateler, Mölln) und Tobias Sienknecht (Geestra-Bau, Geesthacht).

Das Zitat der Stunde lieferte Prüferin Gudrun Grelck von der IHK Rendsburg, die die Worte des Schriftstellers Gerhart Hauptmann ins Gedächtnis rief: „Sobald jemand in einer Sache Meister geworden ist, sollte er in einer neuen Sache Schüler werden.“ Ein wenig heiterer gestalteten sich die Reden der Berufsschullehrer Petra Strupp und Jens Wilharm, die zum einen an ein offenbar munter verlaufenes Grillfest erinnerten und zum anderen die Multitasking-Fähigkeiten der jungen Leute herausstellten: Wer heutzutage auf dem Radlader sitze, müsse nebenher auch noch rauchen, Musik hören, eine Handy-Nachricht an die Freundin schreiben sowie Pokémon jagen, merkte Wilharm augenzwinkernd an – von einer „geringeren Belastbarkeit“ der Azubis heutzutage könne also keine Rede sein.

latz

LN

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