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Ostholstein Den Freimaurern auf der Spur
Lokales Ostholstein Den Freimaurern auf der Spur
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21:16 21.04.2017
Schon von Weitem leuchtet der Monopterus hell im Grün des Landschaftsgartens. Quelle: Fotos: Manuela Boller
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Eutin

Es beginnt in einer dunklen Kammer mit Totenkopf, Bibel und Kerzenschein, verbundenen Augen, Fragen, die man sich selbst beantworten muss und einem nassen Fuß. Mit Glück ist man als Freimaurer nach einem langen Weg dann ein besserer Mensch als zu Beginn – so weit die grobe Kurzfassung von einem Leben als Freimaurer.

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„Loge zum Goldenen Apfel“ bietet regelmäßig Führungen durch den Eutiner Schlossgarten an.

Das und vieles mehr erfahren die Teilnehmer bei der Führung mit der Freimaurer-Loge „Zum Goldenen Apfel“ durch den Eutiner Schlossgarten. „Freimaurerei ist so geheim wie das Internet“, sagt Dieter Orzelak von der Eutiner Loge und raubt den 25 Besuchern gleich zu Beginn des zweistündigen Rundgangs die Illusion, nun etwas Unheimlichem beiwohnen zu können. „Manch einer ist ein Freimaurer, ohne es zu wissen“, sagt Orzelak. Es gehe stets darum, sich selbst zu vervollkommnen, um innere Einkehr und Nachdenken. Verschiedene Stationen im Park symbolisieren das erstrebenswerte Leben eines „freien Mannes von gutem Ruf“ auf vielfache Art und Weise.

Die Führung beginnt im Schlosshof vor dem Freimaurer-Portal, verziert mit den Handwerkersymbolen Zirkel, Winkelmaß und Spitzhammer. „Durch diese Tür gingen einst die Logenbrüder“, erzählt Orzelak.

„1771 war die Eutiner Loge in den Räumen des Schlosses von dem Freimaurer Leonhardi gegründet worden. Nach einem besonderen Prüfverfahren – dem Stellen eines Bürgen und einer Initiation – wurde der neue Freimaurer in den Zirkel aufgenommen.

„Schau in dich“, war die Aufforderung in einer dunklen Kammer mit verbundenen Augen, bevor es dann durch eine inzwischen zugemauerte niedrige Demuts-Pforte in der Parkmauer Richtung Seepavillon ins Licht ging. Einen nassen Fuß gab es, als die Männer zu dem Tempel durchs Wasser waten musste. „Der Pavillon liegt am tiefsten Punkt des Parkes. Alles Leben kommt aus dem Wasser“, sagt Orzelak.

„Zahlensymbolik, die hellen und dunklen Bodenplatten, zwei gleiche Dreiecke, die einen Davidstern ergeben und die Sichtachse zu den weiteren Stationen des Lebensweges, dem Tuffsteingebäude und dem Monopterus machen seine Bedeutung aus.“ Über einen leicht ansteigenden Weg durch die exakt angelegte Lindenallee führte der Weg zum Tuffsteinhaus. „Schau dich um“, werde hier gefordert im übertragenen Sinne. Nach der Geburt liege nun das Erwachsenendasein im Blickfeld.

Höhepunkt der Lebensstationen, am höchsten Platz des Gartens, ist der Monopterus mit seinen acht Säulen und dem Kuppeldach – der Sonnentempel als Endpunkt für profanes Leben und zugleich Symbol eines möglichen transzendenten Weiterlebens. „Schau über dich“ lautete an dieser Stelle die Aufforderung. „Freimaurer, das sind wir doch eigentlich alle“, sagt Orzelak am Ende der Wanderung. „Es geht in der Charakterschule um das Bemühen, sich zu verbessern.“ Hans-Peter Kirscht, seit zehn Jahren Logenbruder, ist sich sicher: „Es macht etwas mit einem. Das Vertrauen in der Bruderschaft ist einzigartig, und uralte Rituale verbinden uns mit den Logen in der ganzen Welt.“

Mehr Transparenz

40 Mitglieder zählt die Eutiner Loge. Ihre Räumlichkeiten hat sie in der Eutiner Riemannstraße 111. Vor fünf Jahren habe die Loge begonnen, mit der Geheimniskrämerei aufzuräumen und sich geöffnet, sagt Hans-Peter Kirscht, Sekretär der Loge. Führungen gibt es bis September jeweils am dritten Sonnabend eines Monats. Anmeldung unter Telefon 04521/74120 oder per E-Mail an orzelak@hotmail.com. bol

Manuela Boller

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