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Ostholstein Den Körper mit anderen Augen sehen
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21:16 03.09.2013
Für das Foto steht Kristin Kaschka Modell. Bei Jos de Kleijns eigenen Arbeiten übernimmt Ehefrau Marlies diesen Part. Quelle: Foto: Thomas Klatt

Jos des Kleijns Blick ruht auf der Rückenpartie. Mit Kristin Kaschka (18), seinem Modell, hat er schon häufiger zusammengearbeitet. Menschen darzustellen, so sagt er, sei die größte Herausforderung beim Malen und Zeichnen. „Es ist eine Schule des Sehens“, sagt der Künstler, der eine Galerie in Göhl betreibt.

Menschen zum Beispiel als Porträt wiederzugeben, sei deshalb so schwierig, weil man eben nicht nur die Proportionen und Formen, sondern eben auch das Wesen der jeweiligen Person abzubilden versuche.

Das Paradoxon: Man müsse erst versuchen alles zu sehen, um dann nicht alles zu malen oder zu zeichnen, was man sieht. Ein gutes Wissen über Proportionen sei dabei ebenso erforderlich wie Kenntnisse über Skelett und Muskulatur.

Das Aktzeichnen biete vielfache Möglichkeiten, vorgegeben durch die unterschiedlichen Techniken und Materialien, aber auch durch den Anspruch des Künstlers, den Körper fotografisch bis ins kleinste Detail abzubilden oder auch nur schemenhaft durch Farbflecken anzudeuten. Am schwierigsten seien Hände und Füße.

Wer in einen der Aktzeichnen-Kurse von Jos de Kleijn kommt, sollte daher schon etwas Erfahrung im Umgang mit Materialien und deren Verhalten auf Leinwand und Papier mitbringen. Wer diese Vorerfahrung noch nicht hat, „der sollte zumindest die Bereitschaft mitbringen, auch den einen oder anderen Misserfolg zu verkraften“, sagt de Kleijn.

Der Künstler hat für sich ein einfaches Ziel: „Ich will den Spaß am Zeichnen oder der Malerei vermitteln, die Teilnehmer in den Kursen begleiten und meine Erfahrung einbringen.“

Das Aktzeichnen sieht er als eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Körper, die ein hohes Maß an Konzentration erfordere. Immer wieder würden deshalb Pausen beim Malen eingelegt. Teilnehmer seiner Kurse sollten nicht mit der Erwartung antreten, „jeden Tag ein neues Bild mit nach Hause zu nehmen“. Bei allem Spaß müsse auch der Ehrgeiz eingebracht werden, die eigene Technik weiterzuentwickeln.

Beim Aktzeichnen könne das Ergebnis völlig vom Modell losgelöst sein. Wichtig sei die Stimmung und die Inspiration, die für den Künstler vom Modell ausgehe und die jeder in individueller Weise wiederzugeben versuche.

Volle Konzentration ist nicht nur bei den Teilnehmern seiner Kurse, sondern auch beim Modell gefragt. Kristin Kaschka ist über eine Zeitungsanzeige an diesen Nebenjob gekommen. Jos de Kleijn sorge immer wieder für eine lockere Atmosphäre, und klar, das Aktzeichnen sei schon etwas Besonderes. Sie habe jedoch nie das Gefühl gehabt, anzüglichen Blicken ausgesetzt zu sein. „Eher betrachten die mich wie ein Stück Obst“, sagt sie schmunzelnd. Ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten des Modells sei für beide Seiten wichtig, sagt Jos de Kleijn, und Kristin Kaschka bringe beides mit. Die gibt das Kompliment auf ihre Art zurück: „Jos ist in seinen Kursen mit voller Hingabe dabei. Selbst ich, als völliger Laie, kann sehen, was Anfänger in seinen Kursen für beachtliche Fortschritte machen.“

Den nächsten Kursus „Aktzeichnen mit Modell“ bietet Jos de Kleijn am 14. September im Haus der Manufakturen in Neustadt an. Anmeldungen unter www.kunstvereinneustadt.de. Den gleichen Kursus bietet de Kleijn am 17. September bei der Oldenburger Volkshochschule an (www.vhs-old.de).

Thomas Klatt

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