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Den Suchtgefahren Paroli bieten

Oldenburg Den Suchtgefahren Paroli bieten

Zwei Wochen lang werden Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums über Suchtgefahren aufgeklärt — Medienmissbrauch und Essstörungen nehmen zu — Auch Eltern sind in Präventionswochen eingebunden.

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Warum nimmt man Drogen, wollte Monika Bogner-Schultze von den Schülern der sechsten Klassen wissen.

Quelle: Fotos: Thomas Klatt

Oldenburg. „Warum nehmen junge Menschen Drogen?“, fragt Monika Bogner-Schultze von der Drogenberatung „Lichtblick“. Die Finger der Fünftklässler schnellen in die Höhe:

„Weil man nicht glaubt, dass man selbst süchtig wird“, „weil man denkt, dass man dann ,cool‘ ist“, „weil man zu einer Gruppe dazugehören will“, lauten die Antworten. Nicht nur Drogen, sondern Süchte in allen denkbaren Erscheinungsformen stehen dieser Tage bei den Präventionswochen am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oldenburg im Fokus. In diesem Jahr rückten vor allem ein vernünftiger Umgang mit Medien sowie das Thema Essstörungen in das Blickfeld der präventiven Pädagogik.

„Natürlich ist es in den Städten schlimmer, aber wir können nicht so tun, als ob es das alles bei uns auf dem Land nicht gibt“, äußerte sich Schulleiter André Bigott zum Hintergrund der Präventionswochen. Es gehe um Aufklärung, Sensibilisierung und auch darum, Schüler in der Reflexion ihres Verhaltens zu unterstützen, ergänzt Mittelstufenleiter Willibald Übler, der die Präventionswochen am Gymnasium federführend organisiert.

Unterstützung erhält die Schule dabei von externen Fachkräften aus der „Lichtblick“-Drogenberatung, der ATS-Suchthilfe, der Einrichtung „Life Challenge Fehmarn“ und vom Offenen Kanal Schleswig- Holstein.

Beim Offenen Kanal in Kiel wurden die Fünftklässler sowohl über Suchtgefahren, als auch über das Thema Sicherheit im Umgang mit Medien informiert. Willibald Übler: „Die Bandbreite reicht von der Spielsucht über Cybermobbing bis hin zu Fragen, welche Informationen ich ins Netz stelle und welches Bild ich damit von mir vermittle.“ „Erst denken — dann hochladen“, lautete zum Beispiel ein Appell im Umgang mit Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken.

„Wie entsteht Sucht?“ lautete eine Frage, mit der sich die sechsten Klassen auseinandersetzten. „Man muss sich das wie eine Torte vorstellen: Wenn die Betätigungsfelder gleichgroße Stücke bilden, sinkt damit auch die Suchtanfälligkeit“, erläutert Willibald Übler. Es gehe darum, starke Persönlichkeiten zu entwickeln. Selbstbewusste und zur Verantwortung erzogene Kinder seien bei jeglicher Suchtproblematik weit weniger gefährdet.

Doch auch André Bigott weiß: „Ohne die Elternhäuser schaffen wir das nicht.“ Folgerichtig sind auch die Eltern mit Informationsabenden in die Präventionswochen eingebunden. „Besonders beim Thema Umgang mit Medien galt es hier in den Vorjahren viel Aufklärungsarbeit zu leisten“, berichtet Bigott.

Fragen zu Straffälligkeit, Suchtstoffen und Gruppendruck widmeten sich Schüler der siebten Klassen unter Anleitung eines Mitarbeiters der Kripo. Sucht in Zusammenhang mit der Freizeitgestaltung nahm Walter Röhrle mit den achten Klassen ins Visier: „Sucht fängt an, wenn ich etwas wieder haben will“, schärfte er den Schülern ein. Wer Drogen nehme, begebe sich auf einen Weg, von dem er nicht wisse, wohin er führe.

Das Theaterstück „Püppchen“ leitete in der neunten Jahrgangsstufe die Auseinandersetzung mit dem Thema Essstörungen ein und wurde dann anschließend mit Fachkräften, die die AOK vermittelt hatte, vertieft. „Neben dem Medienmissbrauch sind Essstörungen der Suchtbereich mit der größten Zuwachsrate“, so André Bigott.

Von Seiten der Eltern hat das Stein-Gymnasium vor allem bei den Fünftklässlern die größte Bereitschaft ausgemacht, das Informations-Angebot wahrzunehmen. Doch gerade in der Pubertät bedürften viele Jugendliche noch einer klaren Führung und Unterstützung, betonen Übler und Bigott einhellig.

Thomas Klatt

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