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Ostholstein Deponie-Pläne: „Die Region steht hinter Ahrensbök“
Lokales Ostholstein Deponie-Pläne: „Die Region steht hinter Ahrensbök“
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20:15 16.02.2016
Die Natur hat sich in den vergangenen Jahren einen Teil der Lebatzer Kiesgruben zurückerobert. Quelle: Peyronnet

Es war die Geschlossenheit, mit der sich alle Fraktionen im Fachausschuss hinter den Antrag seiner Gemeinde stellten, die den Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann strahlen ließ: „Das motiviert!“, so Zimmermann. Dem Ziel, die Errichtung einer Deponie durch den Strabag-Konzern in den Lebatzer Kiesgruben zu verhindern, ist man einen wichtigen Schritt nähergekommen: „Die Schutzbedürftigkeit des betreffenden Areals wurde erkannt. Die Region steht politisch hinter Ahrensbök. Das nehme ich mit als Signal.“ Mit Strabag habe es bis auf eine kurze Vorstellung nach einer gemeindlichen Informationsveranstaltung noch keine Gespräche gegeben: „Der große Riese wurde geweckt“, sagte Zimmermann dazu.

Wie dieser Riese angesichts des nun beginnenden Verfahrens reagieren wird, ist die große Unbekannte. Das Stichwort, das sich damit verbindet, lautet „ergebnisoffen“. Das betonte auch der Fachdienstleiter Naturschutz des Kreises Ostholstein, Joachim Siebrecht. Gleichwohl geht er als Optimist davon aus, dass das Verfahren durchgeht: „Man reitet ja nicht mit einem toten Pferd los“, so Siebrecht.

Nachdem Landrat Reinhard Sager (CDU), als Untere Naturschutzbehörde Adressat des Antrages und als solcher auch letztlich entscheidungskompetent, nun den Standpunkt des zuständigen Gremiums eingeholt hat, kann es losgehen: Zunächst werden die Träger öffentlicher Belange (TÖB) angeschrieben und zu einer Anhörung eingeladen werden. „Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt wollen wir auch den Eigentümer einbeziehen“, erklärte Siebrecht dazu. Nicht zuletzt erhoffe man sich davon erste Hinweise, wie Strabag mit der Angelegenheit umgehen werde. Zweiter Punkt im Verlauf wird die öffentliche Auslegung sein, mit der gleichzeitig eine Veränderungssperre in Kraft tritt. Anschließend gilt es zu prüfen und abzuwägen. Sollte der Antrag der Gemeinde eine positive Antwort erfahren, wird dies über eine entsprechende Verordnung rechtskräftig. Um gegen diese vorzugehen, wäre dann ein Normkontrollverfahren notwendig.

Für den Montagabend stand als Zwischenergebnis Zufriedenheit unterm Strich: „Wir haben heute Abend noch Sitzung, da werde ich fröhlich berichten“, meinte Oliver Juhnke vom Verein „Deponiestopp Ahrensbök“. Und die positive Stimmung schwappte über die Gemeindegrenzen hinweg, sah doch der Ausschussvorsitzende Jens Johannsen (Grüne) im angestoßenen Verfahren den „Startschuss, mal in die andere Richtung zu denken — bisher wurden immer nur Gebiete aus dem Landschaftsschutz entlassen“, stellte er fest.

Seit 2011 formierte sich in Ahrensbök der Widerstand gegen die Pläne der zum Strabag-Konzern gehörenden Firma Becker-Bau Bornhöved, in den kommenden 30 Jahren vier Millionen Tonnen Bauschutt in den Lebatzer Kiesgruben einzulagern. Die Bürgerinitiative argumentierte unter anderem mit dem in den vergangenen Jahren dort entstandenen Biotop mit seltenen Pflanzen und Tieren und der Nähe zu FFH-Gebieten.

Astrid Jabs

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