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Ostholstein Der Abend des Michael Koch: Eine Ära ist zu Ende
Lokales Ostholstein Der Abend des Michael Koch: Eine Ära ist zu Ende
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23:14 29.08.2016
Der scheidende Malenter Bürgermeister Michael Koch übergibt einen symbolischen Rathaus-Schlüssel an seine Nachfolgerin Tanja Rönck.

Um Mitternacht endete nach genau 20 Jahren die Amtszeit von Bürgermeister Michael Koch. Stunden zuvor ehrte die Gemeinde ihren langjährigen Rathaus- Chef mit einem feierlichen Empfang im Haus des Kurgastes. In seiner Abschiedsrede vor über 120 geladenen Gästen bezeichnete Koch die Jahre als Bürgermeister „als eine der interessantesten beruflichen Tätigkeiten, die ich mir vorstellen kann“. Er machte aber genauso deutlich, dass er ohne Wehmut gehe. Ja, in seinen Worten schwang sogar Erleichterung mit. Das dicke Fell, das für das Amt gebraucht werde, sei bei ihm dünner geworden. „Der Bürgermeisterstuhl kann einer der einsamsten Chefsessel sein.“

Landrat Sager überreichte Michael Koch, er will von München nach Malente radeln, zwei Fahrradkarten: München und Ostholstein. Die fehlenden müsse Koch selbst kaufen.
Zum Abschied für Michael Koch erschien auch seine Familie ( von rechts): Ehefrau Julia und die Kinder Anna und Michael.
Landrat Sager überreichte Michael Koch, er will von München nach Malente radeln, zwei Fahrradkarten: München und Ostholstein. Die fehlenden müsse Koch selbst kaufen.
Zum Abschied für Michael Koch erschien auch seine Familie ( von rechts): Ehefrau Julia und die Kinder Anna und Michael.

„Der Bürgermeisterstuhl kann einer der einsamsten Chefsessel sein.“Michael Koch, ehemaliger Bürgermeister

Ausdrücklich dankte er der Malenter Bevölkerung für ihre Unterstützung, die nicht zuletzt in zwei Direktwahlen zum Ausdruck kam. Diese Rückenstärkung habe gerade dann gut getan, wenn versucht worden sei, „mir und dem Amt des Bürgermeisters mit persönlichen Vorwürfen Schaden zuzufügen oder wenn Dinge nicht so liefen und vorangingen, wie geplant.“ Koch spielte damit auf die Auseinandersetzung um die Kurabgabe an, als eine Grünen-Vertreterin Strafanzeige wegen Untreue gegen ihn erstattete. Von den Anwürfen blieb nichts übrig. Nachdrücklich bekannte sich der CDU-Mann zu partnerschaftlichem Umgang und Konsenssuche in der Kommunalpolitik, auch wenn er sich dafür mehr als einmal habe kritisieren lassen müssen.

Eine gewisse Vorfreude auf die neue Freiheit schwang auch mit, als der künftige Ex-Bürgermeister halb scherzhaft, halb ernst die Schwierigkeiten des Amtes ausleuchtete. Die öffentliche Erwartungshaltung sei riesig, tatsächlich bestimme die Gemeindevertretung die Ziele und Grundsätze. Diese Zwickmühle werde auch seine Nachfolgerin Tanja Rönck noch spüren. Zum Abschluss seiner Abschiedsworte gab Koch ein Versprechen. Auf keinen Fall werde er sich in der Gemeinde Malente, die Heimat seiner Familie bleibe, politisch engagieren oder sich zu kommunalpolitischen Themen der Vergangenheit äußern. Das gebiete der Respekt vor seiner Nachfolgerin und der Gemeindevertretung. Für die Zukunft hat Michael Koch feste Pläne. Zunächst will er ab Donnerstag auf große Fahrradtour von München nach Malente gehen. Dann mehr Zeit mit der Familie verbringen, Saxophon spielen lernen und auf fotografische Exkursionen gehen – aber auch wieder beruflich tätig werden. Der 63-jährige Jurist kündigte an, in den Anwaltsberuf zurückzukehren.

Zuvor hatten zahlreiche Weggefährten aus der Kommunalpolitik den ausscheidenden Verwaltungschef gewürdigt. Dabei hoben sie besonders seine ausgleichende Art hervor. Landrat Reinhard Sager bescheinigte ihm große Verdienste um die Gemeinde Malente und lobte Koch zugleich als offenen, angenehmen, stets vertrauensvollen und kompetenten Gesprächspartner. Bürgermeister-Kollege Thomas Keller aus Ratekau wählte den Vergleich zum Fußball. „Ein absoluter Teamplayer, der Ruhe ins Spiel bringen kann, Druck nach vorne machen kann, einer, der auf dem Platz Verantwortung übernimmt.“

Besonders warmherzig fiel der Dank von SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning aus. Koch habe stets für faire Auseinandersetzung und respektvollen Umgang gestanden. „Nun ist es soweit, nun ist es vorbei“, verabschiedete sich der langjährige Gemeindevertreter sichtlich gerührt auf Platt.

Arnold Petersen

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