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Ostholstein Der „Häwelmann“ op Platt
Lokales Ostholstein Der „Häwelmann“ op Platt
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22:14 04.03.2016
Illustration zum „Häwelmann“ von Else Wenz-Viétor. Bild: „De lütte Häwelmann“, Verlag Vitolibro, 12,95 Euro/ Quelle: aj

Der charismatische Pastor Ulrich Gradert und Literatur-Tausendsassa Vito von Eichborn: Dass aus dieser Konstellation etwas erwächst, das Hand und Fuß

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Der charismatische Pastor Ulrich Gradert und Literatur-Tausendsassa Vito von Eichborn: Dass aus dieser Konstellation etwas erwächst, das Hand und Fuß und Herz hat ...

und Herz hat und außerdem Spaß macht, verwundert nicht. „De lütte Häwelmann“ ist das erste gemeinsame Werk, das Verleger und Übersetzer jetzt in der Luther-Kirche in Kleinmeinsdorf der Öffentlichkeit vorstellten. Es ist gleichzeitig die Plattdeutsch-Premiere des Kinderbuchklassikers von Theodor Storm.

Mit dem niederdeutschen „Häwelmann“, im Hochdeutschen etwa gleichzusetzen mit „Racker“ als Umschreibung für ein Kind voller Energie, trägt die Geschichte den unmittelbaren Bezug zur norddeutschen (Sprach-)Heimat des Verfassers bereits im Titel. Und so passt die Übersetzung als Einladung, sich mit dem Plattdeutschen auseinanderzusetzen, bestens in „das erste Programm für den Norden“ des Malenter Verlages „Vitolibro“. Für Inhaber Vito von Eichborn sind die bislang neun Titel ein Instrument, sich die neue Heimat, in der er seit acht Jahren lebt, zu eigen zu machen. „Ich mache das, weil ich jetzt hier zu Hause bin“, erklärte er.

Für den „Häwelmann“ op Platt hat von Eichborn Pastor Gradert kontaktiert, weil er von dessen vielfältigen Aktivitäten gehört hatte und ihn für seine Idee einer niederdeutschen Übersetzung gewinnen wollte — und Gradert sagte trotz vorweihnachtlicher Hochkonjunktur zu. Seine Passion für das Niederdeutsche begleitet ihn von jeher, und sie steht auf solidem sprachwissenschaftlichen Boden. So hat er nicht nur plattdeutsche Gottesdienste und Amtshandlungen abgehalten, sondern sich auch als Lehrbeauftragter an der Universität Kiel forschend und vermittelnd mit diesem Themenfeld auseinandergesetzt.

Auf ein festes Regelwerk konnte er für die Übertragung nicht zurückgreifen, denn für das Niederdeutsche liegt keine Normierung vor. Neben einem Wörterbuch und seinem Wissen vertraute er auf die Prüfung durch zwei befreundete Doktoren und auf sein Fingerspitzengefühl und legte nach sechs Wochen Arbeit das Manuskript vor, aus dem 24 Seiten mit den unverwechselbaren Illustrationen von Else Wenz-Viétor wurden. Das Ergebnis kann sich sehen und lesen lassen, und so strahlten Verleger und Autor nicht nur stolz, sondern dachten auch bereits laut über die weitere Zusammenarbeit nach.

Erfolg nach fast 80 Jahren

„Der kleine Häwelmann“ ist 1849 erstmals erschienen. Theodor Storm hatte das Kunstmärchen von dem kleinen Burschen, der bis ans Ende der Welt fährt, für seinen Sohn Hans geschrieben. Zunächst blieb es ohne nennenswerte Publikumswirkung.

Erst die Fassung aus dem Jahr 1926 mit den Illustrationen von Else Wenz-Viétor erschloss dem Buch einen breiteren Leserkreis.

Bis heute gehört es zu den bekanntesten Werken der Kinderliteratur.

Von Astrid Jabs

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