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Ostholstein Der Kampf um die schönste Scholle
Lokales Ostholstein Der Kampf um die schönste Scholle
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23:49 24.09.2016
Blick aus der Vogelperspektive, aufgenommen bei einer früheren Meisterschaft im Leistungspflügen.
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Sierhagen

Autofahrer, die dieser Tage von Sierhagen in Richtung Neustadt gefahren sind, dürften sich verwundert die Augen gerieben haben. Es sieht fast wie ein Tanz aus:

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Blick aus der Vogelperspektive, aufgenommen bei einer früheren Meisterschaft im Leistungspflügen.

„Die Jungland- wirte bekommen ein Gespür für das Zusammenspiel von Gerätschaft und Bodenbeschaffenheit.“Dr. Manfred Böhm, Pflügerrat

Drei Dutzend Trecker rangieren auf einem Feld. Ihre Fahrer steigen immer wieder ab, prüfen die Bodenqualität und nehmen das Ergebnis ihrer Pflügearbeit in Augenschein. Des Rätsels Lösung: Was hier passiert, ist das Training für den 35. Bundesentscheid im Leistungspflügen. Er wird am heutigen Sonntag ab 11.30 Uhr auf einem Feld an der Sierhagener Straße ausgetragen.

„Die Teilnahme an einem Pflügerwettbewerb kann man einerseits sportlich sehen, aber ich habe noch keinen Pflüger kennengelernt, der nur diesen Aspekt betrachtet“, meint Bernd Schulze-Entrup. Nach Einschätzung des Süselers, der das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden im Deutschen Pfllügerrat bekleidet, seien sich alle Beteiligten bewusst, dass es hier um den Umgang mit dem Boden dieses Planeten gehe.

„Der Pflug gilt als eines der ältesten Geräte zur Bodenbearbeitung und hat eine jahrhundertealte Tradition“, schreibt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in einem Vorwort für die eigens erstellte Festschrift. Auch heute noch sei das bodenschonende Pflügen entscheidend für eine hohe Bodenfruchtbarkeit, so der Minister.

Bereits gestern hatten sich die Teilnehmer einem umfangreichen Wissenstest mit 100 Fragen unterziehen müssen, der auch in die Gesamtwertung eingeht. Teilnehmen dürfen lediglich Männer und Frauen bis 35 Jahre. „Die Junglandwirte sollen hier ein Gespür für das Zusammenspiel von Gerätschaft und Bodenbeschaffenheit bekommen“, sagt Dr. Manfred Böhm, Pressesprecher des Pflügerrats. 70 bis 80 Prozent mache der Pflüger aus, jedoch spiele auch das Gerät eine Rolle. Pflughersteller nutzten diesen Wettbewerb daher auch als eine zusätzliche Testmöglichkeit.

Im Wettbewerb selbst ist Geradlinigkeit gefragt – und das natürlich ohne GPS. Neben der geraden Furche sind die Unterpflügung des Pflanzenbewuchses sowie ein ebenes Flugfeld, aber auch ein vorgegebenes Zeitlimit Kriterien für die Bewertung. Bereits zu Beginn der Woche waren Teilnehmer angereist, um sich mit dem Boden vor Ort vertraut zu machen. Der ostholsteinische Boden bietet hervorragende Wettkampfbedingungen, da es hier kaum Starkniederschläge gegeben hat.

Der Wettbewerb, der vom Bundeslandwirtschaftsministerium mitfinanziert wird, ist zudem auch eine Nominierungschance für die Europameisterschaft. Manfred Böhm: „Darüber hinaus wird die nächste Weltmeisterschaft in zwei Jahren in Baden Württemberg stattfinden. Auch das verleiht diesem Wettbewerb eine ganz besondere Bedeutung.“

Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft beginnt heute zunächst mit einem Gottesdienst um 9.15 Uhr auf Gut Sierhagen. Im Anschluss werden die Teilnehmer vorgestellt, bevor der Wettbewerb dann um 11.30 Uhr offiziell eröffnet wird. Mit der Siegerehrung wird gegen 17 Uhr gerechnet.

Die Teilnehmer für diesen Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet, werden in den einzelnen Bundesländern bei Landesmeisterschaften ermittelt. Sieger der vorangegangenen Wettbewerbe sind automatisch nominiert.

Teilnehmer sind Drehpflüger und Beetpflüger. Dazu kommen je ein Pflügerbetreuer und 15 Richter zur Bewertung. Übrigens gibt es in dieser Szene sogar Stars. Denn unter den Teilnehmern ist auch Sebastian Murkowski aus Rheinland- Pfalz, der mehrmals Bundessieger war und erfolgreich an Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen hat.

 Thomas Klatt und Gunter Lothert

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