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Ostholstein Der Komponist vom Bauernhof: Elektro-Show in der Kirche
Lokales Ostholstein Der Komponist vom Bauernhof: Elektro-Show in der Kirche
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10:55 27.07.2018
Rückkehr zu den familiären Wurzeln: Komponist Jens-Uwe Beyer auf den abgeernteten Feldern, die sein Bruder bewirtschaftet. Quelle: Foto: Schwennsen
Fehmarn

Der 40-Jährige kehrt mit diesem Auftritt, den der Ernst-Ludwig-Kirchner-Verein im Rahmen der Lars-Käker-Sommerausstellung veranstaltet, zu seinen familiären Wurzeln zurück. Purer Zufall: Beide Künstler leben und arbeiten mit Erfolg seit vielen Jahren in Köln. Und auch der Maler Käker stammt von der Insel.

Das Konzert

„Island of Fehmarn“ von Jens-Uwe Beyer erklingt am Sonntag, 29. Juli, ab 21 Uhr in der Burger Nikolaikirche. Die Visualisierung stammt von Frank Horwitz. Veranstalter ist der Ernst- Ludwig-Kirchner-Verein Fehmarn.

Beyer, aufgewachsen auf Johannisberg, wurde nicht Bauer wie sein Vater. Sondern suchte seinen ganz eigenen Weg – auch schon als Jugendlicher. „Ich bin nicht mit 13 wie viele andere surfen gegangen, sondern saß im dunklen Raum in der Scheune und habe dort Musik gemacht“, erinnert er sich.

Übrigens ohne dass seine Eltern murrten. „Sie haben mir freie Hand gelassen“, so Beyer. Wer seine Familie kennt, wundert sich nicht. Schließlich gastiert das SHMF nicht zufällig schon im vierten Jahr auf Johannisberg.

Zurück zur Karriere von Jens-Uwe Beyer. Er hatte sein erstes Studio im Geräteschuppen auf dem elterlichen Hof. Mit 20 ging er nach Kiel, sammelte dort Live-Erfahrungen. Und dann kam Köln. „Dort habe ich meine Szene gefunden“, so Beyer. Heute kann er davon leben.

Dabei sind Beyers Kompositionen keine leichtgewichtige Kost. Doch er fand Gleichgesinnte wie Jaki Liebezeit von „Can“, war beeinflusst durch die minimalistische Musik von Steve Reich oder Tim Riley, komponierte Theatermusik zu „Salome“ von Oscar Wilde oder ein Auftragswerk von Nike Wagner für das Kunstfest Weimar.

Es gibt auch ein andere Seite. Als Pop-Künstler mit dem Namen „popnoname“ bedient er das Genre Dance – vor Jahren war er damit auch schon auf Fehmarn zu hören. Live-Auftritte führten ihn unter anderem nach Mexiko, Sydney, Moskau, New York oder Tokio. Außerdem stammen von ihm Remixes für die Eurythmics oder Brian Eno.

Jens-Uwe Beyer kommt immer wieder gerne nach Fehmarn zurück, genießt dort die Ruhe auf Johannisberg. Der Musiker, der zwei eigene Labels gegründet hat, schreibt auch Filmmusiken, und er hat den Imagefilm über das Windkraft-Unternehmen seines Bruders musikalisch unterlegt.

Jetzt ist er gespannt, wie die Fehmaraner seine Auftragsarbeit für den Kirchner-Verein aufnehmen. Die Stücke heißen „Island of Fehmarn“, „steife brise“ oder „Heiligenschein“. Sie werden die Zuhörer überraschen.

Stücke des Künstlers finden Sie auf seiner Internetseite popnoname.de

Gerd-J. Schwennsen

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