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Ostholstein Der Konkurrenzkampf ums schnelle Internet ist eröffnet
Lokales Ostholstein Der Konkurrenzkampf ums schnelle Internet ist eröffnet
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22:13 26.07.2017
Die Stadtwerke Eutin informieren in Groß Meinsdorf über den Glasfaser-Ausbau, Thorsten Rischmann (SWE, l.) im Gespräch mit Werner Golze. Quelle: Foto: Zill

Die Nachricht überraschte auch die Stadtwerke Eutin (SWE): Die TNG Stadtnetz GmbH Kiel will das schnelle Internet jetzt in den Gebieten anbieten, die als „schwarze Flecken“ bezeichnet werden (LN berichteten). Somit zählt der Breitbandbetreiber, der als ZVO-Partner eigentlich nur die Gemeinden mit Glasfaser versorgen wollte, die zu den öffentlich bezuschussten weißen Flecken zählen, als Mitbewerber in Sachen schnelle Internet-Versorgung. In Groß Meinsdorf, das als schwarzer Fleck gilt, warben die SWE um Kunden. Der Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern ist eröffnet.

Kurz vor 14 Uhr parkte der Kleinbus der SWE an der Straße Selmsdörp, schon nach wenigen Minuten empfingen die SWE-Mitarbeiter Cristin Neumann und Thorsten Rischmann unter der ausgefahrenen Markise die ersten Anwohner, die sich über die Angebote informieren wollten. Dass die TNG nun als Mitbewerber auch in der Gemeinde Eutin auftritt, sieht Rischmann „ganz gelassen“ entgegen. „Es gibt keinen Grund, dass uns das nervös machen sollte“, erklärt der Teamleiter Breitbandprozesse und -produkte. Die Stadtwerke Eutin sei wettbewerbsfähig. Viele Gemeinden werden von den SWE bereits mit Trinkwasser oder Strom versorgt. „Wir sind von der Struktur her gut aufgestellt“, erklärt Rischmann. Dass die TNG auch in den schwarzen Flecken nach Kundschaft sucht, „stört uns erst einmal nicht“.

„Der Leidtragende ist der Bürger, der verunsichert wird“, so Rischmann.

Einer der ersten am Informationsstand ist SWE-Kunde Werner Golze. „Wir brauchen Glasfaser“, sagt der Groß Meinsdorfer. Wenn die Stadtwerke den Ausbau anbieten, dann werde er bei den Stadtwerken auch bleiben. Auch Ulrich Werbonat glaubt, dass sich die Versorgung mit Glasfaser auf lange Sicht auf jeden Fall lohnt. Ohne Internet laufe inzwischen nichts. Zwar seien er und seine Frau nicht so sehr auf das Internet angewiesen. Doch sich einen Film in einer Mediathek einmal ansehen, ohne dass die Verbindung abbricht, wäre für ihn schon schön. Deshalb informierte sich auch Ulrich Werbonat bei Rischmann über Download- und Upload-geschwindigkeiten. In dem Punkt unterscheiden sich laut Rischmann die beiden Anbieter. Während bei der TNG die Download-Geschwindigkeit höher ist als die Upload-Geschwindigkeit, setzen die SWE auf Symmetrie der Geschwindigkeiten. Denn: „Die Upload-Geschwindigkeit wird immer wichtiger“, erklärt Rischmann.

Bis zum 31. August dauert die Akquise der SWE in den Gemeinden. Genau wie die TNG muss eine etwa 60 prozentige Anschluss-Quote erreicht werden, damit Glasfaser verlegt werden kann. „Wenn eine wirtschaftlich darstellbare Quote erreicht ist, dann werden wir zeitnah mit dem Ausbau beginnen“, erklärt Rischmann. Das heißt, die Verlegung von generell zwei Glasfasern für Telefon Internet und Fernsehen könnte bereits im Herbst beginnen. Dabei setzten die SWE auf das Prinzip „FTTH“ (Fiber to the Home), die Glasfaser wird also bis ins Haus, bis zum „Endkunden“ wie Rischmann sagt, gelegt.

Wie die Anbieter um die Kunden buhlen, fällt dem Groß Meinsdorfer Matthias Meuren deutlich auf. „Die Anwohner wurden jahrelang ignoriert, jetzt kommen plötzlich alle.“

Die Stadtwerke informieren übrigens heute in Bockholt, am 1. August in Röbel und am 2. August in Bujendorf jeweils von 14 bis 18 Uhr über den Breitband-Ausbau.

Beke Zill

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