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Ostholstein Der Küchengarten — ein Juwel
Lokales Ostholstein Der Küchengarten — ein Juwel
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22:22 24.03.2016
Den letzten von über 440 gespendeten Bäumen, einen „Seestermüher Zitronenapfel“, pflanzten sie gemeinsam: Christian Herzog von Oldenburg (v.l.), Klaus-Dieter Schulz, Günther Fielmann, Torsten Albig. Quelle: ben
Eutin

Torsten Albig hat Seher-Qualitäten: „Die Sonne scheint gleich“, versprach er zur Einweihung des revitalisierten Küchengartens der Stiftung Schloss Eutin. Und so war es, kaum dass der Landesvater am Rednerpult stand. Rund 100 Gäste waren gestern eingeladen, die historische Anlage in Augenschein zu nehmen. Großen Anteil an der Wiederherstellung des Küchengartens hat der Unternehmer Professor Günther Fielmann, der dafür über 440 historische Obstbäume und -gehölze spendete.

„Wer einen Baum pflanzt, pflanzt Zuversicht.“ Günther Fielmann,

Unternehmer und Mäzen

Das Projekt „Revitalisierung des Küchengartens“ habe 1990 mit einer Vision begonnen, führte Stiftungsratsvorsitzender Christian Herzog von Oldenburg aus. Zwei Frauen haben zu der Umsetzung wesentlich beigetragen: zum einen Gisela Thietje, Verfasserin des Buches „Der Eutiner Schlossgarten. Gestalt, Geschichte und Bedeutung im Wandel im der Jahrhunderte“. „Sie haben uns allen die Augen geöffnet über das Juwel Küchengarten“, sagte der Stiftungsratsvorsitzende. Lob gebühre auch der Planerin, der Leipziger Garten- und Landschaftsarchitektin Kathrin Franz. Mit ihr habe er sich im Sommer nächtens im Küchengarten getroffen, sagte von Oldenburg — und erntete erst verdutzte Blicke, dann Gelächter. „Es war hell“, klärte er schnell auf.

Mit 2,8 Millionen Euro — EU-Mittel, Förderung durch Bund, Land und Stadt — wurden Schloss- und Küchengarten wieder attraktiv hergerichtet. Die Krönung bei der Wiederherstellung des historischen Küchengartens seien die Baum- und Obstgehölzspenden von Günther Fielmann, betonte Christian von Oldenburg. Er schwärmte von der wunderschönen Pflaumenbaumallee, „ein Prunkstück“. Die „Stars“ aber seien die Franzobst-Bäume, die in der Form von Kesseln gezogen wurden. „So hat man sie im 18. Jahrhundert in Frankreich gezogen, daher auch der Name Franzobst-Bäume“, erklärte er. „Diese Form gibt es sonst nur in Versailles und jetzt auch in . . .“ „Eutin“, rief der Ministerpräsident, der ein bisschen „schmollte“, weil er mit diesen Ausführungen in seiner Rede glänzen wollte.

Auch er habe Gisela Thietjes Buch gelesen und sei eingetaucht in historisch lange Linien. Wie man früher mit Nachhaltigkeit umgegangen sei, als der Begriff noch gar nicht gefunden war — das habe ihn beeindruckt, so Albig. Dafür, dass im Küchengarten wieder eine außerordentliche Vielfalt zu erleben sei — „dabei glauben Kinder heute, die einzige Apfelsorte ist ,Granny Smith‘“ —, sei Günther Fielmann zu danken. „Sie helfen uns, Wurzeln zu entdecken, indem Sie uns Wurzeln schenken“, bescheinigte der Ministerpräsident dem Unternehmer und nannte ihn „einen Bürger im besten Sinne“. Dieser fasste sich kurz: „Wer einen Baum pflanzt, pflanzt Zuversicht.“ Er wünsche den Bäumen im Küchengarten ein langes Leben.

„Mit dem Küchen- und Schlossgarten sind wir eine einmalige Landesgartenschau“, äußerte Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz begeistert. Als bekennender LGS-Fan hatte sich schon Torsten Albig geoutet: „Wir feiern diese Stadt, ihre Schönheit. Eutin ist eine Perle des Nordens, eine Perle Schleswig-Holsteins, und mit dem Küchengarten ist noch eine Perle hinzugekommen.“ ben

LN

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