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Ostholstein Der Mann am Klavier liebt das Meer
Lokales Ostholstein Der Mann am Klavier liebt das Meer
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22:59 15.07.2016
Der Mann am Klavier hier bei seinem Auftritt zugunsten von Unicef im Maritim Seehotel.

Dieser Mann ist ein Sammler. Doch während andere ihre Kollektionen von Briefmarken, Modellautos oder Uhren erweitern, ist es bei Hans Liberg die Musik: Melodien, Ideen, Anregungen, die der Niederländer zusammenträgt, um eines Tages neue Shows daraus entstehen zu lassen. Zurzeit arbeitet der international vielfach ausgezeichnete Komponist und Comedian an seinem neuen Programm – und zwar in Timmendorfer Strand.

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Musikwissenschaftler und Comedian Hans Liberg arbeitet in Timmendorfer Strand an seinem neuen Programm.

„Timmendorfer Strand – das klingt wie ein Lächeln.“Komponist Hans Liberg

Doch wie kam der Mann mit der Goldrandbrille, der vor 62 Jahren in Amsterdam geboren wurde und heute überwiegend im holländischen Hilversum lebt, an die Ostsee? „Ich war hier in der Gegend fürs Schleswig-Holstein Musik-Festival unterwegs“, erzählt Liberg. Es sei „reiner Zufall“ gewesen, dass gerade dieses Haus – direkt am Strand – vor gut zehn Jahren schon länger zum Verkauf stand. Seine Frau, die Malerin Marliz Frencken, hatte das Schild entdeckt. Kurzentschlossen verhandelten die beiden mit der Eigentümerin und wurden einig.

Freunde, die bereits selbst ein Ferienhaus in Timmendorf besaßen, hatten dem Künstlerpaar immer wieder von dem Ostseebad vorgeschwärmt, nun hatte es die beiden selber gepackt. „Timmendorfer Strand – das klingt wie ein Lächeln“, sagt Liberg und blickt aus einer der Terrassentüren. Das Haus mit seinen zahlreichen Zimmern, sechs Bädern und mehreren Küchen sei ideal für die große Familie, denn auch die drei erwachsenen Kinder, zwei Töchter und ein Sohn, genießen die gemeinsame Zeit am Meer. Andere, ebenfalls schöne Gegenden, etwa in Südfrankreich, hätten das Künstlerpaar nicht gereizt, „dort ist es im Sommer viel zu heiß“.

Wasser ist für Hans Liberg immer wieder Inspirationsquelle. Auch der Familiensitz in Holland, eingebettet in die Wald- und Heidelandschaft von Hilversum, liegt an einem See. Dass es den Musikwissenschaftler aber gerade an die Ostsee gezogen hat, ist noch aus einem weiteren Grund bemerkenswert: „Meine Familie stammt eigentlich aus Schweden, südlich von Göteborg.“ Der Ur-Ur-Großvater von Hans Liberg war vom Königreich aus auf der Insel Terschelling gelandet und in Holland heimisch geworden.

Von Hilversum aus seien es nur viereinhalb Stunden Fahrt bis Ostholstein: „Völlig unproblematisch. Ich arbeite gern in Timmendorfer Strand.“ Das gelte auch für seine Frau, die sich ein Atelier im Haus einrichtete. Über den Sommer sind die beiden für gut drei Monate im Norden. Hans Liberg, der vom Klavier über Mandoline, Tuba oder Orgel mehr als 100 Instrumente spielt – „aber nicht alle gleich gut“ – ist ein disziplinierter Arbeiter: „Täglich von 11 bis 16 Uhr, das ist Pflicht.“ Er ist dankbar, machen zu dürfen, „was ich selbst immer gewollt habe. Ich kann es sehr schätzen“. Hans Liberg begeistert mit seinem umfangreichen Wissen und seiner Virtuosität, die unterschiedliche Melodien verknüpft.Von gregorianischen Gesängen zur Nationalhymne werden Pop, Klassik oder Jazz miteinander gemixt, eingebunden in Anekdoten, Historisches sowie Literatur. Hermann Hesse passe auch gut zur Band Steppenwolf, sagt Liberg und strahlt. Sein neues Programm „Tralalala“ hat im November in Holland Premiere. Bei uns („die Deutschen lieben Musik!“) müssen sich die Fans noch einige Monate gedulden.

 Martina Janke-Hansen

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