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Ostholstein Der Mann für alle Fälle beim Kulturbund Wagrien
Lokales Ostholstein Der Mann für alle Fälle beim Kulturbund Wagrien
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20:16 07.09.2013
Vorsitzender beim Kulturbund und Mann für alle Fälle: Dr. Horst Kratzmann (72).

Für vier Jahre ist er gewählt als Vorsitzender im Kulturbund Wagrien, und es war ihm klar, dass er das nicht so nebenbei erledigt. Wer dieses Ehrenamt bekleidet, weiß Dr.

Horst Kratzmann (72), der hat — gelinde gesagt — ziemlich viel zu tun. Doch als ein Nachfolger gebraucht wurde, da sah er sich in der Pflicht. Ich hab‘ die Zeit, dachte er bei sich. Denn was der pensionierte Jurist auf keinen Fall in seinem Ruhestand haben wollte, das sind völlig ereignislose Tage.

Nun, das ist jetzt ganz anders, und es gibt Tage, die könnten locker doppelt so lang sein. Das geht schon los, wenn er den Briefkasten aufschließt und den Vertrag mit den Bühnenanweisungen herausholt. Manchmal schmunzelt er ein wenig, wenn etwa drei Bühnenhelfer angefordert werden, in Klammern: nüchtern. Aber da hat Kratzmann schon einiges erlebt, und er ist sich auch nicht zu schade, selbst mit anzupacken. Nur, irgendwann ist auch mal gut mit Bierkistenschleppen, sagt er, schließlich ist er auch nicht mehr der Jüngste. Und wenn die Leute dann nicht kommen, „dann steh‘ ich auf dem Schlauch“. Und das kleinste Malheur spricht sich fix herum unter den Privatbühnen. Da muss Kratzmann mal schnell ein Lob an Oldenburgs Bürgermeister Voigt loswerden, der die Leute vom örtlichen Bauhof im Notfall als Bühnenhelfer freistellt.

Und selbst, wenn alle Helfer organisiert sind, der Klavierstimmer extra aus Lübeck angereist ist, und der Sekt zum Anstoßen nach der Aufführung kalt steht, kann sich Kratzmann nicht zurücklehnen, muss hier und da nach dem Rechten schauen.

Erst recht tut er gut daran, da zu sein, wenn die Schauspieler anreisen. Da sind manchmal kurzfristig Sonderwünsche zu erfüllen . . . aber darüber wird Stillschweigen bewahrt, manchmal aber gewaltiger Einsatz gezeigt, etwa als eine Garderobentür zuschlug und aufgebrochen werden musste. In dem Moment denkt niemand an die Kosten, sagt er.

Tja, die Kosten. Privattheatern geht es heutzutage nicht eben gut, sagt Kratzmann, auch der Kulturbund muss die Abopreise zumindest moderat erhöhen. Der Verein erhält Zuschüsse von Stadt (9500 Euro) und Kreis (4000 Euro), ist angewiesen auf Sponsoren und Förderer, Volksbank und Famila wären da zu nennen, Zahnärzte, Architekten und zahlreiche andere. Um die Kosten zu decken müssen Stücke auf die Bühne, die vom Publikum gut angenommen werden, aber bezahlbar sind — eine ewige Gratwanderung.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Kratzmann will mitnichten hinwerfen, aber weil der Kulturbund sich verjüngen muss, habe er den Vorsitz schon mal jemandem angeboten, der sich nach einer Tätigkeit beim Verein erkundigt hatte. Doch ob er die falschen Worte fand, er weiß es nicht, jedenfalls wurde er sein Amt so nicht los.

Und wenn es losgeht mit der ersten Aufführung in dieser Theatersaison am 26. September, dann wird Horst Kratzmann das Publikum begrüßen, vorher noch die Karten am Eingang abreißen, ein paar Sätze zum Stück sagen, sich mehr oder minder entspannt eine Weile zurücklehnen und zum Schluss mit Blumen wieder die kleine Treppe zur Bühne hinaufsteigen. Zwei Jahre noch, dann ist die Zeit abgelaufen, für die Kratzmann gewählt ist.

Kultur-Programm der Saison 2013/14
Der Quereinsteiger: am Donnerstag, 26. September, Komödie.

Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt: am Dienstag, 19. November, Revue.

Ganze Kerle: am Donnerstag, 27. Februar 2014, Komödie (Ohnsorg Theater)

Iphigenie auf Tauris: am Dienstag, 18. März, Schauspiel von J.W. Goethe Die Mausefalle: am Dienstag, 8. April, Krimi nach Agatha Christie.

Kartentelefon: 043 61/ 50 83 90.

Gespielt wird in der Aula des Stein- Gymnasiums. Beginn jeweils 20 Uhr.

Kristina Schröder

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